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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-07-01 · 11 (7.1933) · p. Seite 293

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
11 (7.1933)
Date
1933-07-01
Page
Seite 293 (sequence 23)
Language
German
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Seite 293 Jüdische Lehrerschaft Mit der Zusammenarbeit der gesa m.t en jüdischen Lehrerschaft befafite sieb die letzte Monatsversammlung der Vereinigung Israelitischer Lehrer und Lehrerinnen. Rabbiner, Religionslehrer, Philologen, Volksschullehrer, Lehrer und Lehrerinnen _ der öffentlichen und Gemeindeschulen, Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen, etwa 80 Damen und Herren, -waren der Einladung gefolgt. Es sprachen je ein Vertreter der Religionslehrerschaft, der Simultanschullehrer und der Philologen über das genannte Thema und schilderten die neu entstandene Lage und die Aufgaben der neuen Zeit. Ein Vertreter der Religionslehrer streifte ganz kurz die seitherige Arbeit der Vereinigung in den verflossenen 50 Jahren, ging dann zur Gegenwart mit ihren zahlreichen Problemen über, erwähnte u. a. die teilweise Ausschaltung des jüdischen Kindes und der jüdischen Lehrkräfte aus den öffentlichen Schulen, die Neu- und Umgestaltung des Religionsunterrichts und der Religionsschulen, die Ausbildung jüdischer Lehrkräfte und die Existenzfrage aller jüdischen Pädagogen. Der Vertreter der Simultanschullehrcr gab einen Ueberblick über die neu entstandene Lage nach den Ausführungsbestimmungen vom 6. Mai 1933 zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Nach diesem Reichsgesetz sind auch die jüdischen Lehrkräfte an Simultanschulen, wenn die bekannten Ausnahmefälle für sie in Betracht kommen, im Dienst zu belassen. Weiterhin wurde die Lage der jüdischen Lehrerschaft an öffentlichen, jüdischen Volksschulen, die infolge geringer Kinderzahl der Auflösung verfallen, geschildert, ebenso die Situation der Kollegen an solchen Schulen, soweit sie noch keine zehn Dienstjahre haben und infolgedessen auch keinen Pensionsanspruch, geltend machen können. Die Möglichkeit der Neugründung jüdischer Schulen wurde gestreift. Die neuentstandene Lage der jüdischen Beamtenschaft als Mitglieder der verschiedenen Berufsorganisationen und ihrer sozialen Einrichtungen wurde klargelegt. Der Vertreter der Philologen betonte die Notwendigkeit einer umfassenden Aufbauarbeit. Er wünschte, wie seine Vorredner, den Zusammenschluß aller jüdischen Pädagogen. Alle Unterschiede müßten jetzt fortfallen, eine pädagogische Arbeitsgemeinschaft solle den Mittelpunkt für deutsch-jUdische Bildung schaffen. Die Gründung jüdischer Landerziehungsheime müsse in Erwägung gezogen werden, sowie die Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten. In der sehr regen Aussprache wurde die Not des jüdischen Kindes, der jüdischen Schule und der jüdischen Lehrerschaft aller Kategorien hervorgehoben, die Umwandlung der Religionsschulen in hebräische Unterrichtsanstalten und Fortbildungsunterricht für die schulentlassene Jugend würden gefordert. Es wurde schließlich ein Arbeitsausschuß, der alle dringlichen Standesfragen vorbereiten soll, um in der nächsten Monatsversammlung den Kollegen genaue Vorschlüge unterbreiten zu können, ernannt. In der ersten Sitzung dieses Ausschusses kam zunächst eine Vereinbarung zwischen der Vereinigung und den hiesigen Vorstandsmitgliedern des Bundes gesetzestreuer Lehrer zustande, daß unbeschadet der gesonderten Arbeit beider Verbände standesrechtliche und Wirtschaftsfragen gemeinsam behandelt werden sollen. Den Mitgliedern des Bundes wird anheimgestellt, sich der „Vereinigung" als ordentliche oder außerordentliche Mitglieder anzuschließen. Es sei betont, daß die Vereinigung Wert darauf legt, recht viele Kollegen als ordentliche oder außerordentliche Mitglieder in ihren Reihen als Mitarbeiter zu gewinnen. Kollegen und Kolleginnen, deren Adressen uns unbekannt sind, werden gebeten, soweit sie sich unseren Bestrebungen anschließen wollen, sich an den Vorstand zu wenden, damit sie zu unseren nächsten Versammlungen eingeladen werden können. F. Kunstforschung Vorstand und Zentralkomitee der. „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" haben einstimmig beschlossen, ab 1. Juni den Kunsthistoriker Dr. Hermann Gundersheimer, der bis vor kurzem an hiesigen Kunstgewerbemuseum tätig war, als Kustos anzustellen und mit der wissenschaftlichen Leitung und Bearbeitung ihrer Sammlungen zu betrauen. Als bewährte Mitarbeiterin wird ihm Frl. Ida Posen zur Seite stehen. Als erste Veröffentlichung ist in Aussicht genommen ein nach wissenschaftlichen Grundsätzen bearbeiteter mit Illustrationen versehener „Führer durch das Jüdische Museum". Alfred-Auerbach-Abend Der Philanthropinabend zu Ehren des 60. Geburtstages von Alfretl Auerbach mußte auf Donnerstag, 6. Juli, 20 Uhr, verlegt werden. Das - Programm des Vortragenden umfaßt Heiteres aus seinem neuesten Schaffen: neue schwäbische Schriften, Theatererinnerungen und jüdische Familienbilder. Aufler diesen Skizzen bringt der Vortragende Humor von Berthold Auerbach u. a. Karten zu M. 1.— sind im Sekretariat des Philanthropins, Hebelstraße 15, Buchhandlung Strauß, Biebergasse 13, und bei Firnberg erhältlich. Schulangehörige, Schülerinnen und Schüler haben zur Hälfte des Preises Eintritt. Kammermusik Gute Streicher (innen), die geneigt sind, sich an einer- Kammerin usikgemeinschaft zu beteiligen, werden gebeten, sich telephonisch (8—9 Uhr) bei Professor Moritz Werner (58334) oder bei Artur Holde (5T765) zu melden. Konzert Für das Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Jugend, Königswarterstraße, gaben am 19. Juni Dora Kupfer (Sopran) mit Hans Assenheim (Bariton) und Dr. Willy Salomon (Flügel) im gut besuchten Saal der Westendsynagoge ein schönes Konzert. Die Vorträge der in uneigennützigster Weise sich in den Dienst der guten Sache stellenden Künstler standen durchwegs auf sehr hohem Niveau. In Arien und Duetten aus bekannten Opern kamen die prächtig geschulten Stimmen, von Dr. Salomon vorzüglich begleitet, zu schönster Geltung, wofür der reiche Beifall, der den Künstlern gezollt wurde, zeugte. Durch den Konzert-Abend konnten dem Erwerbslosenheim wieder nennenswerte Mittel zugeführt werden. Ph: R. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V. Am Donnerstag, den 13. Juli 1935, 18 Uhr, findet Langestraße 30 pt. die ordentliche Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes und des Vorsitzenden 2. Bericht über die Vereinslage 3. - Anträge 4. Verschiedenes. Die Anträge sind möglichst spätestens 24 Stunden vorher dem Vorstand zu überreichen. Sollte die erforderliche Mitgliederzahl nicht anwesend sein, so findet um 18% Uhr gemäß § 18 der Statuten eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Jüdische Arbeitsvermittlung Männlich Durch den Arbeitsnachweis, Langestrafie 30, sind ständig Handwerker aller Berufsarten, sowie Lagerarbeiter, Packer, Auslaufer, Chauffeure und sonstige Kräfte; Kaufmännische Angestellten für Detail- und Engrosverkauf, Lager, Büro und Reise für Dauer- und Aushilfsarbeit unter Anruf 26162 und 28247 sofort zu erhalten. Außerdem können wir Ihnen tüchtige Junglehrer und Studenten für Nachhilfeunterricht in Sprachen und Mathematik zur Beaufsichtigung der Kinder und zum Sporttreiben bestens empfehlen. Wir suchen Lehrstellen für kaufmännische und handwerkliche Lehrlinge mit und ohne Schabbos frei auch auf kleineren Plätzen, sowie Anlernstellen in gewerblichen Betrieben. Wir empfehlen, arbeitsuchenden Gehilfen aller handwerklichen Berufe, sich bei uns zu melden. Sprechstunden für kaufmännische Arbeitsuchende: Dienstag und Donnerstag von 8Vi—12 Uhr; für gewerbliche Arbeitsuchende: Montag, Mittwoch u. Freitag v. 8Ms—12 Uhr; Berufsberatung und Berufsumschichtung: Dienstagnachmittag von 4—7 Uhr. Für Arbeitgeber ist unser Büro ständig geöffnet. Bei Bedarf stets Rufnummer 26162 oder 28247. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden e. V., Langestraße 30. j Weiblich ( Sprechstunde: nur nachm. von 3—6 Uhr. Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung: Mittwoch von 3—5 Uhr. Wir empfehlen: Tüchtiges Geschäftspersonal: Buchhalterinnen. Kontoristinnen. Verkauferinnen, Stenotypistinnen (auch mit eigener Maschine), Schneiderinnen, Näherinnen und Flickerinnen, Modistinnen. Kunststopferin mit guten Referenzen. Tüchtiges Hauspersonal: Stützen, Haushälterinnen. Hausdamen, Köchinnen, Alleinmädchen, Kindergärtnerinnen. Kindorfräulein, Kindermädchen, Monatsfrauen. Kranken- und Süuglingspüegerinnen. Wir empfehlen ganz besonders: Lehrerinnen ii. Studentinnen für jegl. Sprach- und Nachhilfeunterricht. Wir suchen: Tüchtige Alleinmädchen mit guten Zeugnissen. Arbeitgeber im Bedarfsfalle: Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge, Frankfurt a. M. Langestraße 3, Tel. 25462. Jugenddienst Die Zentralstelle Jugenddienst (nachgehende Fürsorge) des jüdischen Frauenbundes Frankfurt a. M.,will allen alleinstehenden Jugendlichen eine beratende Helferin zur Seite stellen. Anfragen und Mitteilungen an die Geschäftsstelle Frankfurt a M., Langestr. 3. Jüdische Erziehungsberatungsstelle Beratung für Eltern und Kinder bei Erziehungs- und Schulschwierigkeiten, Eschersheimer Landstraße 65 (Jugendheim). Die Beratungen sind unentgeltlich und streng vertraulich. Auskunft erteilen: die Leiterin Frau Dr. Alice Schaumberg, Eckenheimer Ldstr. 17, Tel. 56561, sowie die Mitglieder des pädagogisch-psychologischen Ausschusses des israelitischen Lehrervereins, Mittelschullehrer Julius Flörsheim, Günthersburg-Allee 43, und Lehrer Alfred Speyer, Baustraße 5. Um unnötiges längeres Warten in der Sprechstunde zu vermeiden, ist vorherige Anmeldung erwünscht. Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Jugend Königswarterstrafie 26 pt., täglich geöffnet von %3—%8 Uhr (Leitung: Philipp Rochwerg, Rückertstraße 59, Tel. 45434). Wochenprogramm: Sonntag, 3—6 Uhr: Lektüre sozialer Dichtungen; Tischtennisturnier; Schreibmaschinenwettbewerb. — Montag, 3—6 Uhr: Schreiner-Anlernwerkstätte, Ltg. J. Sommer; Deutsch-Kurs, Ltg. Ph. Rochwerg. — Dienstag, 4—5 Uhr: hebr. Sprach-Kurs, Ltg. M. Kaszalsky. — Mittwoch, 3—6 Uhr: Sehreiner-Anlernwerkstütte, Ltg. J. Sommer. — Donnerstag, 3—6 Uhr: Schreiner-Anlernwerkstätte. Ltg. J. Sommer; Presse- Besprechungen, Ltg. Phil. Rochwerg. — Freitag, 3—W5 Uhr: Stenographie für Fortgeschrittene, Ltg. Frau Postawelsky. — Samstag: geschlossen. Sport, Aussprache. Jeden Nachmittag kostenlose Verpflegung. Schreibmaschine zum Ueben steht dauernd zur Verfügung. Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Brettspiele. Schwesternverein Im Anzeigenteil ist eine Einladung zu der Mitgliederversammlung des „Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen" am 18. Juli 19'3 veröffentlicht. Gasherd gesucht Die Versorgungsanstalt für Israeliten, Röderbergweg 77, (Tel. 42107) bittet um freundliche Ueberlassung eines größeren Gasherdes. Vielleicht ist im Interesse des guten Zweckes ein in "der Auflösung begriffener Haushalt geneigt, der Bitte zu entsprechen. Ferien in Hofheim Das wohlbekannte Kinderheim 'der E t' t 1 i n g e r - S t i f t u n g in Hofheim i. T. nimmt für Juli und August noch Anmeldungen entgegen. Auch Erwachsene können zum Tagespreis von RM. 3.75 (5 Mahlzeiten) Aufnahme finden, ev. Dauerpension. Das Heim liegt an dem bewaldeten Kapellenberg; schattiger Garten, Liegewiesen, offene und gedeckte Terrasse, moderne Wasch- und Duschräume, vorzügliche, streng rituelle Verpflegung. Für Wochenende sehr-geeignet; Anfragen au die Leiterin, Frl. Friederike Heller, Hof heim i. T., Kapellenstraße 12.

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