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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-07-01 · 11 (7.1933) · p. Seite 292

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
11 (7.1933)
Date
1933-07-01
Page
Seite 292 (sequence 22)
Language
German
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Seite 292 oder Urheber irgend eines „Systems" angeprangert zu werden, während sie in Wahrheit immer bewiesen haben und auch jetzt zu beweisen bereit sind, daß sie sich jeder staatlichen Ordnung willig und freudig unterordnen, wenn sie ihnen Würde, Arbeit und Freiheit läßt. Die deutschen Juden lehnen es ab, immer wieder auf ihre jahrhundertealte deutsche Kultur zu verweisen, auf ihre dauernde Verbundenheit mit deutschem Land und deutschem Geist. Die Wirklichkeit der Geschichte spricht für sie, spricht von ihrer Arbeit, ihrem Willen und ihrer Treue, von ihrer Verbundenheit mit dem deutschen Volke. Wir dürfen erwarten, daß auch die Auseinandersetzung mit uns auf dem Boden des Rechts und mit Waffen der Vornehmheit geführt werde, daß ehrliche Klarheit über unseren Platz und unseren Weg in dem Räume des Lebens geschaffen werde. Eine offene Aussprache mit der Reichsvertretung der deutschen Juden, welche die Gemeindeverbände und die großen jüdischen Organisationen und damit die Gesamtheit des deutschen Judentums umfaßt, vermag zum Ziele zu führen, das Wohl Deutschlands erfordert es ebenso wie das der deutschen Juden. Reichsvertretung der jüdischen Landesverbände Deutschlands Die Reichsvertretung trat am 11. Juni 1933 zu einer Sitzung zusammen. Vor Beginn der eigentlichen Beratungen wurden im Anschluß an die zur Einigkeit mahnenden Begrüßungsworte des Präsidenten Kammergerichterat Wolff die Grundlagen für die politische Arbeit der Reichsvertretung erörtert; es wurde in einer Entschließung ausdrücklich festgestellt, daß keine der jüdischen Richtungen irgendwie eine unterschiedliche staatsrechtliche Behandlung anderer Richtungen verlangen dürfe. Die weiteren Beratungen galten dieses Mal nicht nur der politischen Lage, die eingehend besprochen wurde, sondern auch Fragen des inneren jüdischen Lebens, besonders dem Stande der S c h u 1 f r a g e. Von mehreren Seiten wurde die Errichtung eines Bildungsamtes bei der Reichsvertretung als zentraler Stelle für alle Schulangelegenheiten angeregt. Das Präsidium wurde beauftragt, bis zur nächsten Sitzung die Schaffung eines derartigen Bildungsamts vorzubereiten. Für die politische Arbeit wurde besonderer Wert darauf gelegt, daß sie in eingehender Zusammenarbeit mit den großen jüdischen Verbänden erfolge. Deren Führer sollen in einem besonderen Ausschuß der Reichsvertretung zu gemeinsamer Arbeit zwecks Wahrnehmung der Interessen der jüdischen, Gesamtheit «usammengefaßt werden. Jüdisdiä Hilfsstellen im Ausland Auf Grund der vom ZentralausschuÜ der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau (Berlin-Charlottenburg 2, Kantstrafle 158) veröffentlichten Informationen geben wir nachstehend eine Uebersicht über die Hilfsstellen in den verschiedenen Ländern. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nur die deutschen Hilfsorganisationen befugt sind, unmittelbar mit den ausländischen Stellen in Verbindung. zu treten. Für Frankfurt und Umgebung sind Anfragen lediglich an die Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe, Fahrgasse 146, zu richten. Belgien: Comite d'Aide et d'Assistance, 49, avenue des Arts, Brüssel. England: Jewish Refugees Committee, Woburn House, Uppern Woburn, Place, Tavistock Square, London W. C. 1. Frankreich: Comite d'Aide et d'Accueil, 20, Rue de Vintimille, Paris. Holland: Comite voor bysondere Joodsche Belangen, Schipperstraat T. Amsterdam. Luxemburg: Societe „Ezra", 8 Rue Lessing, Luxemburg. Oesterreich: Fürsorgezentrale der Israelitischen Kultusgemeinde, Seitenstettengasse 1, Wien. Portugal: Comite de la. Communaute Israelite, 117, Rue Alexandre Herculano, Lissabon. Saargebiet: Zentralstelle für jüdische Wohlfahrtspflege, Futterstraße 25, Saarbrücken. Schweiz: Comite Central d'Assistance aux Refugies, 36, Uraniastraße, Zürich. Spanien: Comite Provisoire. M. Eugen Bähr, President, Via Layetana 30, Barcelona. Tschechoslovakei: Jüdisches Hilfskomitee, Zborowska 60, P r a g. Zahnärzte Alle jüdischen Zahnärzte werden gebeten, ihre Anschrift der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, Berlin N 24, Oranienburger Straße 31, Beratungsstelle für Aerzte, Abt. Zahnärzte, mitzuteilen. Reichs verband des jüdischen Mittelstands In Berlin hat sich ein Reichsverband des jüdischen Mittelstands gebildet, der seine Hauptaufgabe darin sieht, Arbeits- und Absatzmöglichkeiten für deutsche Juden zu beschaffen. Er fordert alle Angehörigen des gewerblichen Mittelstands und der freien Berufe auf, sich bei der Geschäftsstelle: Louis Wolff, bis zum 10. Juli: Berlin NO. 18, Gr. Frankfurter Straße 80/81, ab 11. Juli: Berlin W. 50, Nachodstraße 8, schriftlich zu melden. Es ist beabsichtigt, bereits im Laufe des Monats August ein Bezugsquellen- Verzeichnis in Buchform herauszubringen und an alle Interessentenkreise kostenlos zu versenden. Aufnahme hierin können nur Mitglieder finden, die sidi bis spätestens 15. Juli bei der oben anireirebenen Geschäftsstelle gemeldet haben. Jeschiwa Zur Eröffnung des Sommersemesters der Rabbinischen Lehranstalt hatten sich mit den Hörern sämtliche Dozenten und Vertreter des Kuratoriums versammelt. Der Leiter der Anstalt, Gemeinderabbiner Dr. Ho f f m a n n, wies in seiner Eröffnungsrede auf die erfreuliche Tatsache hin, daß diesmal eine besonders große Anzahl von Hörern aus allen Gegenden Deutschlands eingetreten sei, die sich vor dem Eintritt in das Berufsleben einige Semester ausschließlich dem Thorastudium widmen wollen. Der Jeschiwa falle unter den heutigen Verhältnissen vor allem die Aufgabe zu, glaubensslarke und überzeugungstreue Persönlichkeiten heranzubilden. Mit einem Appell an die Hörer, die Ziele der Anstalt durch eifriges Studium zu fördern und die wahre Größe und Bedeutung des Judentums kundzumachen .schloß die eindrucksvolle Rede. Hebräische Sprachkurse Im Jugendheim, Eschersheimer Landstraße 65, finden folgende Kurse der Hebräischen Spraehgesellschaft-statt: 1. Anfänger: Sonntag von 20—21% Uhr. 2. Anfänger: Dienstag und Donnerstag von 21—22 Uhr. 5. Anfänger: Donnerstag von 18—20 Uhr. 4. Anfänger: Dienstag von 21%—22J4 Uhr und Donnerstag von 20lAt—2iy2 Uhr. 5. Anfänger: Montag und Mittwoch von 20.05—21.05 Uhr. 6. Mittlere Stufe: Donnerstag von 20J4—22%, Uhr. 7. Mittlere Stufe: Sonntag von 18—20 Uhr. 8. M i 11 1 e r e Stufe: Dienstag von 19^4—2014 Uhr und Donnerstag von 19%—20% Uhr. Schulgeld: Kurs Ilm. 2.— monatlich, Erwerbslose Rm. 1.—. Anmeldung: Sekretariat der Hebräischen Spraehgesellschaft, Eschenheimer Landstraße 65, II., Dienstag und Donnerstag 18%—19% Uhr. Hebräischer Sprechkreis Es ist beabsichtigt, einen „Chug Iwri" zu gründen. Wir bitten alle, die schon Sprachkenntnisse besitzen und die sich daran beteiligen wollen, dies dem Sekretariat der Hebr. Sprachgesellschaft mitzuteilen. Kaufen Sie Ihre Augengläser in dem einzigen jüd. 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