Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 11 (7.1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 291 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 291 geführt. Im Jahre 1878 hatte er sich mit Minka v. Rothschild, der Tochter des Freiherrn Wilhelm Carl v. Rothschild vermählt. An äußeren Ehren hat es ihm nie gefehlt, doch hat er es stets vorgezogen, ein einfacher „Privatmann" zu sein und sich künsterischen Neigungen zu widmen, deren Ergebnis eine der schönsten und vielseitigsten Sammlungen ist, die dem vornehmen Haus an der Bockenheimer Landstraße eine besondere Note höchster Wohnkultur verleiht. Den Ueberlieferungen seiner beiden Stammfamilien folgend, hat Baron Max v. Goldschmidt-Rothschild (dessen Sohn Rudolf übrigens längere Zeit dem Gemeindeausschuß angehörte) dem Judentum und der Frankfurter Gemeinde stets die Treue gehalten und seine Hilfe nie versagt. Möge dem hochverehrten Jubilar trotz der Schwere der Zeiten, in die sein Lebensabend fällt, bis ins höchste Alter seine erstaunliche Rüstigkeit und die schöne Gelassenheit erhalten bleiben, die einen Grundzug seiner wahrhaft vornehmen Persönlichkeit bildet. Goldene Hochzeit 3. Juli: Herr Karl A 11 s c h u 1 und Frau Lina geb. Zimmermann, Oberweg' 56. Silberne Hochzeit 8. Juli: Herr Bernhard G i 11 e 1 und Frau Johanna geb. Reis, Kantstraße 25. 1. Juli: Herr Siegfried Katz und Frau Betty geb. Nußbaum, Goethestraße 2. 85. Geburtstag 15. Juni: Herr Josef Mannheimer, Bankprokmist i. R., Friedrichstraße 58. 80. Geburtstag 7. Juli: Frau Lina Katzenstein geb. Winterberg, Liebigstraße 27. 70. Geburtstag 7. Juli: Herr Leopold Schloß, staatl. gepr. Heilgehilfe, Eckenheimer Landstraße 95. 70. Geburtstag 27. Juni: Herr Sally Samuel Stern, Nesenstraße 6, Handelsvertreter und Seniorchef der Firma S. Stern & Sohn. Todesfall Am 9. Juni sind die Eheleute Moritz N. Oppenheim und Katharina geb. v.Kuffner aus dem Leben geschieden. Moritz Oppenheim entstammte einer Familie, die seit nahezu 300 Jahren im Frankfurter Juwelenhandel tätig ist, länger als 60 Jahre hatte er, zuletzt als Seniorchef, der Aveltbekannten Firma N. M. Oppenheim Nachf. angehört. Aber weder er noch seine Gattin hatten sich je auf Geschäftsinteressen beschränkt. Klug und feingebildet, wie sie waren, hatten sie sich die Pflege und Förderung von Wissenschaft und Kunst zur Lebensaufgabe gemacht. Die Universität Frankfurt verdankt ihnen den Lehrstuhl für theoretische Physik, die Sternwarte den großen Kugelrefraktor, der ihren Namen trägt, wie auch ein kleiner Planet zu Ehren von Moritz Oppenheim „Mauritius" genannt wurde. Die Förderung der Meereskunde und wertvolle Stiftungen für das Aquarium in Helgoland fanden ihre Anerkennung in seiner Ernennung zum Ehrenbürger der Insel. Von der Stadt Frankfurt wurde er an seinem 80. Geburtstag durch Verleihung der silbernen Ehrenplakette ausgezeichnet. Es verstand sich für Persönlichkeiten dieser Tradition von selbst, daß sie auch den Angelegenheiten der jüdischen Gemeinschaft und unserer Muttergemeinde sich aufs engste verbunden fühlten und stets bereit waren, für ihre Belange Opfer zu bringen; ein äußeres Zeichen dieser Verbundenheit ist ein wertvoller Vorhang für das Neujahrsfest in der Westend-Synagoge. Mögen die Seelen der im Leben und im Tod Vereinten den Frieden gefunden haben, den ihnen das Schicksal auf ihre alten Tage in dieser Welt versagt hatte. Ehrung Die erste Versammlung des .Vereins der Frankfurter Großschlächter nach dem Ausscheiden seines Gründers und langjährigen Vorsitzenden Herrn Hugo Heß gestaltete sich zu einer ehrenden Kundgebung. Der Vorsitzende sprach Worte des Dankes für den verdienten Mann, die von seinen christlichen Kollegen mit lebhafter Zustimmung aufgenommen wurden. Geschäftsjubiläum Am 1. Juli kann die bekannte hebräische Buchhandlung A. Rothschild, Altegasse 25, auf ihr 75jähriges Bestehen zurückblicken. Der Inhaber, Herr Jacob Rothschild, ist sowohl in seiner ausgedehnten geschäftlichen Tätigkeit als auch durch seine ehrenamtliche Tätigkeit als ein ausgezeichneter „Baal Kore" in weiten Kreisen der Gemeinde geschätzt. Ein Wort zur Judenfrage Erklärung der Reichsvertretung der deutschen Juden Die deutsche Judenfrage verlangt ein klares Wort der deutschen Juden. Vor dem deutschen Judentum steht das Schicksal, zum Entrechteten in der deutschen Heimat zu werden. In ihrer Ehre getroffen, können die deutschen Juden als die Wenigen sich nicht verteidigen; aber es darf ihnen nicht verwehrt sein, ihre Haltung offen und aufrichtig kundzutun. Die deutschen Juden weisen es von sich, als die Anhänger Kohlen Koks Briketts Bockenheimer Landstraße 19 Qeb*jH*/c? Kohlenhandeltgesellichaft m. b. H DIE SCHÖNE WÄSCHE- AUSSTATTUNG 750.RM 950.RM 1500.rm SIEGMUND GOLDSCHMIDT I GEGR. 1876 - FRANKFURT/M. - KAISERSTR. 14 VERLANGEN SIE UNVERB1NDL KOSTENVORANSCHLAG Corsethaus GAZELLE größte Auswahl in formen und Preislagen 7PII 1 OA Größte s Spezialftaus Norddeutschlands Z-rL_.IL* Hamburg Lübeck Hannover Telefon 27172