Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 10 (6.1933)
- Date
- 1933-06-01
- Page
- Seite 254 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 254 pflichtig und werden aufgefordert, die Standsicherheit der Denksteine einer Nachprüfung zu unterziehen und die erforderlichen Maßnahmen schnellstens in die Wege zu leiten. Soweit dieser Aufforderung nicht entsprochen wird, müssen die nicht standfesten Grabsteine durch das Friedhofsamt umgelegt werden. Meldnng von Sterbefallen Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofsamtes (Fernspr.-Sammelnummer Zepp. 52041) erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Fried hof s gä r tn erei Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es übernimmt die Neubepflanzung der Grabstätten mit Efeu, Sedum, Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jähr weise Pflege. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch die Friedhofsgärtnerei, Eekenheimer Landstraße 238 (Fernspr. Zeppelin 52042) oder durch das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 57 (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topfpflanzen und Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindlichen Verkaufsstellen zu bedienen. Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das Verkaufsverbot am Sonntag werden die Friedhofsbesucher gebeten, ihre BlumenBestellungen bis spätestens Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf dem neuen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße werden laut Ge m e i ndebesch1uß alle gärtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friedhofsamtes der Gemeinde ausgeführt. Oeffnungszeiten der Friedhöfe Die Friedhöfe an der Rat Beil-Straße und an der Eckenheimer Landstraße sind in der Zeit vom 1. April bis 15. September von 7—19 Uhr geöffnet. — Freitags wird eine Stunde vor Beginn des Sabbats geschlossen. Samstags und an den jüdischen Feiertagen sind die Friedhöfe geschlossen. Gemeindegärtnerei Gemeindemitglieder, wendet euch bei Bedarf an Blumen an unsere Gärtnerei, Eckenheimerlandstrasse 238 (Fernsprecher 52042), die auch die Pflege und Unterhaltung von Grabstätten übernimmt. Gedächtnislichter Zum Andenken an Verstorbene können in den Gemeindesynagogen Gedächtnislichter gebrannt werden. Die im Voraus zahlbaren Gebühren betragen: tür ein Licht am Jahrzeitstag Rm. 1.— für ein Licht während des Trauerjahres (11 Monate und am ersten Jahrzeitstag) Rm. 75.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag Rm. 100.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag einschließlich Verrichtung des Eaddischgebets Rm. 200.— Rabbinat Herr Dr. Max Vog" eist ein aus Breslau, der seit Juni 1932 vertretungsweise die durch das Hinscheiden des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Lazarus verwaiste Stelle versehen hat, wurde ab 1. April 1933 auf ein Jahr als Rabbiner bei der Gemeinde angestellt mit der Aufgabe, neben den beiden liberalen Gemeinderabbinern sämtliche in den raibbinischen Amtskreis fallenden Aufgaben wie Unterricht, Predigten, Kasuaiien (Trauungen. Barmizwa-Feiern, Beerdigungen) zu übernehmen. Sprechstunden der Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 22024. 15—16 Uhr — Dr. Horovitz, Staufenstraße 30, Fernspr. Maingau 77963, 15—16 Uhr (außer Montag) — Dr. Salzberg e r, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920, 15Y-i—16 Uhr — Dr. Seligmann, Böhmerstraße 9 pari., Fernspr. 51184, 17—18 Uhr — Dr. Vogelstein, Altkönigstraße 10a bei Richter, Fernspr. Maingau 74018, Montag bis Mittwoch 18—19 Uhr, Donnerstag 9.15—10.15 Uhr — Rabbinatsassessor Kirschbaum, Eckenh. Ldstr. 6, Fernspr. 58281. täs-!. 14—15 Uhr: feiner in der Rabbindschen Lehranstalt ..Jeschiwa", Theobaldstraße 6, Fernspr. 45673, Donnerstags 10—12 Uhr. Freitags 9—11 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Gemeindebibliothek Bücherausleihe: Montag bis Donnerstag 12—13 und 16—17 Uhr; Freitag und Sonntag 12—13. Uhr. Lesezeilen: April bis September: Samstag: 10^—13, 15Kr—18 Uhr; Dienstag: 19—21 Uhr, Donnerstag: 19—21 Uhr. Museum jüdischer Altertümer und Rothschild-Museum Oeffnungszeiten : Montag bis Freitag von 15 bis 16 Uhr. Führungen : Mittwoch nachmittag, 16% Uhr; Voranmeldung bei Frl. Posen, Fahrgasse 146, Tel. 27544, oder bei Frau Elli Meyer, Böhmerstraße 13, Tel. 58815. Teilnahmegebühr pro Person Rm. 1.—. Sdiluss der amtlidien Anzeigen Aachen. An der Technischen Hochschule wurden die Professoren Fuchs, Levy, Mauthner und Meusel sowie die Privatdozenten Pick und Strauß beurlaubt. — Berlin. Die Studentenschaft der Berliner Universität fordert in einem Aufruf zum Boykott der noch verbliebenen jüdischen Dozenten auf. — Es wurden wiederum mehrere jüdische Professoren beurlaubt, u. a. der Ordinarius für orientalische Philologie und Direktor des Seminars für orientalische Sprachen, Professor Eugen M i 11 - wo eh. — ' Der bekannte Politiker, Professor Freiherr von Freytagh- Loringhoven, will die Judenfrage in Deutschland dadurch lösen, daß die Juden eine nationale Minderheit bilden und ihnen kulturelle Autonomie eingeräumt werde. — Alfred Döblin, Ludwig Fulda, Alfred Mombert, Jakob Wassermann und Franz Werfel sind aus der Preußischen Dichterakademie ausgeschieden. — Am 23. V. wurde Rabbiner Dr. Leo Baeck, Vorsitzender des Rabbinerverbandes in Deutschland und Präsident der Großloge U. O. B. B. für Deutschland, 60 Jahre alt. — Auf Anordnung des Reichswirtschaftsministers Hugenberg hat Dr. Kurt Sobernheim sein Amt als Mitglied des Aufsiditsrates der Commerz- und Privatbank niedergelegt. — Der Verband nationaldeutscher Juden, der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und bündische Jugend (Schwarzes Fähnlein, Deutscher Vortrupp) haben sich als Aktionsausschuß jüdischer Deutscher zusammengeschlossen. — Aus der Deutschen Turnerschaft müssen sämtliche Mitglieder jüdischer Abstammung, bis zu den Großeltern gerechnet, ausscheiden. — In den neugebildeten neun Berufsverbänden, die in der nationalsozialistischen Angestelltenschaft zusammengefaßt sind, können jüdische Angestellte nicht Mitglieder werden. — Die für die Rechtsanwälte eingeführten Einschränkungen sollen, wie verlautet, auf die Kursmakler nicht angewendet werden. — Nach einem Erlaß des Preußischen Kultusministers ist es bis zum Erlaß von Ausführungsbestimmungen nicht zulässig, daß Schüler nichtarischer Abstammung vom Besuch höherer Lehranstalten ausgeschlossen werden. — Heidelberg. 80jährig verstarb in Salzburg Dr. Victor Goldschmidt, der ehemalige Leiter des mineralogischen und kristallographisdien Institutes der Universität Heidelberg. — Köln. Folgende Dozenten der Kölner Universität wurden beurlaubt: Cohn-Vossen (Mathematik), Honigsheim (Ethnologie, Religionswissenschaft und Soziologie), Lips (Ethnologie und Soziologie) und Spitzer (romanische und vergleichende Sprachwissenschaft). — München. In einem Hirtenbriefe, den die bayerischen Erzbischöfe an ihre Diözesen richteten, wird gleiches Hecht für alle Staatsangehörigen gefordert. — Rosenberg O. S. Bei der Einführung des evangelischen Pastors hielt auf Einladung des Kirchenrats auch der Prediger Lewin eine Begrüßungsansprache. — Würzburg. Die Kreisleitung der NSDAP wendet sich in einer Erklärung gegen Auswüchse des Boykotts jüdisdier Geschäfte. Europa Ausland Niederlande. Eine Straßensammlung in Amsterdam zugunsten der jüdischen Auswanderer aus Deutschland ergab annähernd 25 000 holländische Gulden. Oesterreich. Der Tennismeister Daniel Prenn hat die Meisterschaft im Herren-Einzelspiel gewonnen und wurde vom Bundespräsidenten beglückwünscht. Schweiz. Die sich auf das deutsch-polnische' Abkommen vom 15. Mai 1935 betr. Oberschlesien stützenden jüdischen Petitionen sind als dringlich erklärt und sollen in der bevorstehenden Sitzung des Völkerbundsrates behandelt werden. Großbritannien. Zur Zusammenfassung der Hilfsaktion für die deutschen Juden wurde in England ein Zentralfonds gegründet, dessen Präsidium Lord Reading, Dr. Weizmann, L. de Rothschild, Chief- Rabbi Hertz und N. Sokolow übernommen haben. Rumänien. 40 Studenten der medizinischen Fakultät in Klausenburg, die an Ausschreitungen gegen jüdische Hörer beteiligt waren, wurden verhaftet und relegiert. GEBR. RÖCHLING Kohlen m.b.H. Taunusstrasse 52/6© Tel.: 33044 KOHLEN KOKS BRIKETTS Spezialität; | Koks für Zentralheizungen. I