Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 9 (5.1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 224 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 224 Amerika Der New Yorker Senat nahm ein Gesetz an, das denjenigen Personen, die am Samstag nicht arbeiten, die Ausübung ihrer Tätigkeit ani Sonntag gestattet. — Das „American Economic Comiuittee*' beschloß die Aufnahme einer Anleihe von 15 Millionen Dollar zur Ansiedlung deutscher Juden in Palästina. Palästina Bisher sind etwa 500 Juden aus Deutschland in Palästina eingetroffen. Die Palästina-Regierung hat für deutsche Juden, die sich in Palästina niederlassen wollen, 1000 Einwanderungszertifikate bewilligt. Nach einem Beschluß der Landsmannschaft der deutschen Juden Palastinas soll jeder aus Deutschland stammende jüdische Einwohner Palästinas zumindest einem Neueinwanderer Unterkunft und Verpflegung gewähren, bis der Betreffende eine Erwerbsmöglichkeit gefunden habe. — Im Jahre 1951 betrug die Gesamtbevölkerung Palästinas 1 055 821 Seelen, und zwar 759 712 Mohammedaner, 174 610 Juden, 91 59S Christen, Drusen, 182 Samaritaner und Angehörige verschiedener anderer Sekten. 526 680 Personen sind mannlichen, 509 141 Personen weiblichen Geschlechts. Die jüdische Bevölkerung hat sieh gegenüber derjenigen im Jahre 1922 um 108% vermehrt. In Tel Aviv nahm die jüdische Bevölkerung um 205 %, in Haifa um 104 % und in Jerusalem um 45 % zu. — Im verflossenen Jahre wurden für £ 7 768 920 Waren in Palästina eingeführt, während für £ 2 381 491 ausgeführt wurden. Exportiert wurden in der Hauptsache Orangen; hier steigerte sich die Ausfuhr gegenüber dem Vorjahre um etwa 800 000 Kisten. — Der Eroberer Palästinas, Feldmarschall Lord Allenby, wurde zum Ehrenbürger von Tel Aviv ernannt. 91. Geburtstag Frau Rosa Flörsheim geb. ßeligmann, Jahnstraße 27, feiert am 18. Mai in körperlicher und geistiger Frische ihren 91. Geburstag. 75. Geburtstag 20. April: Herr Ludwig A. Hahn, Niddastraße 2. 70. Geburtstag 23. April: Frau Elise Goldschanidt geb. Seligmann, Bockenheimer Landstraße 22. 10. Mai: Frau Paula Kothe geb. Landauer, Sofienstraße 23. 60. Geburtstag Am 30. April feierte Herr Gemeinderabbiner Dr. Jakob H o r o v i t z seinen 60. Geburtstag. In anderen Zeiten hätten seine überaus zahlreichen Verehrer es sich gewiß nicht nehmen lassen, diesen Tag durch eine größere Feier zu begehen; aber die Zeit, die wir deutschen Juden durchleben, ist nicht zum Feiern angetan. Mehr als je tritt der einzelne hinter der Gesamtheit zurück. Was Herr Rabbiner Dr. Horovitz seit 1905, als er als Adjunkt seines unvergeßlichen Vaters und Rabbiner der Synagoge Bockenheim in den Gemeindedienst eintrat, geleistet hat, kann liier in wenigen Worten nicht genügend zum Ausdruck gebracht werden. Mit den Jahren hat sich sein Arbeitsgebiet immer stärker ausgedehnt: zu den Amtspflichten in dem kleinen Bockenheimer Gotteshaus trat die Betreuung" der Synagoge an der Unterlindau, die Leitung der Religionsschule, seit' 1927 die Dozentur für den Religionsunterricht an der Pädagogischen Akademie, dazu eine starke Inanspruchnahme bei Familienereignissen, vielseitige wissenschaftliche Arbeit und nicht zum wenigsten eine besonders intensive Beschäftigung mit den Angelegenheiten der sozialen Fürsorge. Die weitesten Kreise der Gemeinde wissen, was der in voller Manneskraft Stehende in bald drei Jahrzehnten auf den verschiedenen Gebieten seiner rabbinischen und sozialen Wirksamkeit .geleistet hat, wieviel Familien er in Freud und Leid zur Seite gestanden ist, wieviel bedrängte Menschen bei ihm Rat und Hilfe gefunden haben. Die Rückschau auf sein bisheriges Leben wird ihn mit Dank gegen den Schöpfer erfüllen, der ihm als schönste Gabe ein zum Helfen bereites und fälliges Herz geschenkt hat, und er wird gerade aus dieser Quelle immer wieder die Kraft zu neuer Tat schöpfen können. Daß ihm dies-3 Kraft noch lange bewahrt bleibe, ist der herzliche Geburtstagswunsch der ganzen Gemeinde. Goldene Hochzeit Am 11. März haben Herr und Frau Hugo Sch 1 esing er, Wolfsgangstraße 104, das seltene Fest der Goldenen Hochzeit begangen. Dem auf allen Gebieten der jüdischen Gemeinschaftsarbeit hochverdienten Jubelpaar hat der Gemeindevorstand zu seinem Ehrentage unter Ueberreichung eines Blumengrußes in herzlichen Worten seine Glückwünsche und seinen Dank übermittelt und damit sicherlich den Empfindunigen weitester Kreise der Gemeinde Ausdruck verliehen. Silberne Hochzeit Am 26. April: Herr Moritz Netter und Frau Hedwig geb. Rein heim er, Langestraße 13, Herr Hermann Königsberg und Frau Hanna geb. Marx, Roseggerstraße 9, Herr Sali Meyer und Frau Minny ,geb. S'chwjeitz er, Günthersburg-Allee 36a. Todesfälle Am 2S. März verstarb im Alter von 84 Jahren Herr Hermann Kahn, Beethovenstraße 19. Der Heimgegangene war ein treuer Sohn der Gemeinde und stellte seine reichen Fähigkeiten und seine Redebegabung gern in den Dienst der Allgemeinheit. So wirkte er lange Jahre im Vorstand der Israelitischen Männerkrankenkasse und in verschiedenen Ausschüssen der Frankfurt-Loge. Anläßlich seines achtzigsten Geburtstags war er Gegenstand zahlreicher Ehrungen, u. a. auch seitens der Synagoge am Börneplatz, die er seit ihrer Gründung regelmäßig besuchte. Dem aufrechten und allgemein geschätzten Dahiiiigeschiedenen ist ein ehrendes Andenken gewiß. Im jugendlichen Alter von 18 Jahren ist Herr Jakob Leib, Arbeiter auf dem Gemeindefriedhöf, einem schweren Leiden erlegen. Er Avar der erste Lehrling der Gemeindegärtnerei und hat im Oktober 1932 erfolgreich die Prüfung bestanden. Das allzufrühe Hinscheiden des allgemein beliebten, braven und fleißigen jungen Mannes hat bei allen, die ihn kannten, wärmste TeUnahme hervorgerufen. Geschäftsjubiläum. Das wohlbekannte Baudekorationsgeschäft Ch. Rumpier, Sternstraße 25 und Mittelweg 33, dessen Betrieb an den israelitischen Feiertagen geschlossen ist, kann am 8. Mai d. J. auf ein dreißigjähriges Bestehen zurückblicken. Rabbinische Lehranstalt „Jesdiiwa" Das Sommersemester an der unter Leitung des Herrn Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann stehenden Rabbinischen Lehranstalt beginnt Mittwoch, den 26. April. Anmeldungen sind an das Kuratorium Frankfurt a. M., Theobaldstraße 6, zu richten. Rothschild-Museum Das erweiterte und neugeordnete Museum jüdischer Altertümer (Rothschild-Museum) im Gemeindehaus, Fahrgasse 146, ist wieder eröffnet. Da bei vielen der Wunsch besteht, die Sammlung unter sachverständiger Leitung zu besichtigen, werden jeden.Mittwochnachmittag, %5 Uhr, Führungen veranstaltet. Der Ertrag (Teilnahmegebühr pro Person Rm. 1.—) wird der „Jüdischen Wohlfahrtspflege" zur Verfügung gestellt. Voranmeldung bei Frl. Posen. Fahrgasse 146, Tel. 27544, oder bei Frau Elli Meyer, Böhmerstrafie 15, Tel. 58813, erbeten. Nobelstiftung Das Komitee der Nobelstiftung bittet zur Erinnerung an Rabbiner Dr. Nehemia Anton Nobel s- A. um Spenden für die Nobelstiftung an Frau Irene Darmstädter, Postscheck 46778 Frankfurt a. M. Aus den Erträgnissen werden Beihilfen zur Heranbildung jüdischer Religionslehrerinnen geleistet. Ausländische Privatschulen Herr Dr. E. Miehlstädter (italienischer Akademiker), Oederweg 124, III. Stock, erbietet sich zu Aukunftserteilung in Fragen des italienischen Privatsfchulwesens. Anfragen werden zunädist nur schriftlich (mit Rückporto) erbeten. HUIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllilllllllllll | GEBR. RÖCHLING Kohlen m. b. H. § I Taunusstrasse 52/60 Tel.: 33044 I KOHLEN KOKS BRIKETTS Spezialität: | Koks für Zentralheizungen. |