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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-05-01 · 9 (5.1933) · p. Seite 217

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
9 (5.1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 217 (sequence 11)
Language
German
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Seite 217 Zum 100. Geburtstage Abraham Berliners Vor uns steht das Bild Berliners, des anerkannten Gelehrten, des hilfsbereiten Förderers aller wissenschaftlichen und humanitären Bestrebungen, des treuen Freundes, des Lehrers, des aufrechten; für seine Ueberzeugung offen und ehrlich eintretenden Mannes. Abraham Berliner wurde in Obersitzko (Fosen) am 1. Mai (12. Ijar) 1833 als Sohn des dortigen Lehrers, den er in jungen Jahren verlor, geboren. Er war sein Vertreter und sein Nachfolger. Berliner heiratete die Tochter seines Lehrers, des Rabbiners seiner Heimatstadt, Paudine geborene Struck, die mit ihm in selbstlosester Weise bis zu ilwem Heimgang in Wohltätigkeit und Hilfsbereitschaft ihre Lebensaufgabe sah. 1858 wurde er Lehrer und Prediger in Arnswalde. Um sich ganz der Wissenschaft des Judentums widmen zu können, ging er nach Berlin. 1873 berief ihn Esriel Hildesheimer als Dozent für jüdische Geschichte und Literatur an das von ihm begründete Rabbinerseminar. Ein großer Kreis von Schülern und Freunden umgab den voll sprühenden Geistes, tiefer Gelehrsamkeit und steter Hilfsbereitschaft schaffenden Mann und bewahrte ihm die Treue über den am 22. April (8. Ijar) 1915 erfolgten Tod hinaus. Seine textkritische Ausgabe des populären Pentateucherklärers R a s c h i, die er in Arnswalde begann und in Berlin 1866 vollendete, trug ihm die Anerkennung der bedeutendsten Rabbiner seiner Zeit, wie auch der Gelehrten, wir nennen nur Leopold Zunz, ein. Sie hat eine zweite Auflage nötig gelnacJit und ist bis zum heutigen Tage ein Musterwerk der jüdischen Literatur. Die Universität Leipzig erteilte ihm auf Antrag von Franz Delitzsch den Ehrendoktor. Der preußische Kultusminister Falk gab ihm 1875 ein Reisestipendium zum Studium der in italienischen Bibliotheken und Archiven befindlichen hebräischen Handschriften und Urkunden. Er krönte diese Studien durch seine Geschichte der Juden in Rom. Die aramäische Pentateuchübersetzimg (Targum Onkelosj, die er in kritischer Ausgabe herausgab und erläuterte, wurde 1884 mit Unterstützung der K. Akademie der Wissenschaften in Berlin gedruckt. Daneben gab er von 1874—93 mit seinem Amtsgenossen, David Holtmann, das „Magazin für jüdische Geschichte und Literatur" heraus, leitete mehrere Jahrzehnte hindurch den hebräischen Literaturverein „Mekize Nirdarnim" und veröffentlichte wichtige Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden im Mittelalter. Zu seinem 70. Geburtstag, an dem ihm der Professortitel seitens der preußischen Regierung erteilt wurde, gaben Freunde und Schüler eine Festschrift heraus, die unter anderem auch ein Verzeichnis seiner ausgebreiteten literarischen Tätigkeit enthält. Bei Beendigung seines 80. Lebensjahres widmeten die Angehörigen seiner Familie ihm den ersten Band seiner gesammelten Schriften, die Studien in italienischen Bibliotheken umfassend. Frankfurt am Main hat das Glück, Berliners umfangreiche Privatbibliothek zu besitzen. Sie wurde auf besonderes Betreiben ihres Rabbiners Marcus Horovitz s. A., der zum engeren Freundeskreis Berliners gehörte, von Gönnern im Jaihre 1899 erworben und der Frankfurter S t a d t b i b 1 i o t h e k geschenkt. Sie bildet einen wertvollen Bestand der weltbekannten Hebraica- und Judaica-Sammlung dieser von Juden stets mit reichen Gaben beschenkten Anstalt. Abraham Berliner stiftete durch testamentarische Bestimmung den Restbestand seiner Bibliothek, d. h. diejenigen Bücher, die er 1899 für seine 'Studien ausschied, und die er bis zu seinem Tode gesammelt hatte, der Stadtbibliothek. Sie wurde 1915 mit seiner Hauptbibliothek vereinigt. Berliner war in unserer Gemeinde ein hochgeschätzter und durch sein liebenswürdiges Wesen allseitig gern gesehener Gast. Er weilte bei seiner Rückkehr aus Italien oft in Frankfurt und besuchte das nahe Königstein zu seiner Erholung. Professor Dr. A. F r e i m a n n SKonfc*1 S^SuS* stet' "■.„si« Porzellan, Krisfall Keramik Chrom- und versilberte B e s t e ck e Lampen, <fypzeUanbcir Grösstei Spszioigasdiöft für Küch« und Haus Sfiftsfraua 8-10 Deutsche Elfecien- und Wechsel-Bank vorm. L. A. Hahn — gegründet 1821 — Akt. Ges. seit 1872 FRANKFURT A. M. Kaiserstrasse 30 DEPOSITENKASSEN: Konstabier Wache Allerheiligenstr. 89 Bockenheim Osthafen Hanauerl dstr. 125 Leipzigerstr. 50 Offenbach a.M. Höchst a. M. Frankfurterstr. 54 Dalbergstr. 3 Für Körper und Füsse nur DIAI2N-PUDER

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