Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 8 (4.1933)
- Date
- 1933-04-01
- Page
- Seite 196 (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 196 Estland. An der Universität Dorpat wurde ein Lehrstuhl für judaistische Wissenschaften errichtet. Rumänien. Am 13. März wurde Generalrat Max Ritter von Anhauch "0 Jahre alt. Anhauch hat sich um die Entwicklung der Industrie in der Bukowina große Verdienste erworben. Auch unter seinen Glaubensgenossen nimmt er eine führende Stellung ein. Griechenland. Rabbiner Dr. Zwi Hirsch Koretz-Berlin wurde zum Oberrabbiner von Saloniki gewählt. Türkei. In der Türkei leben 81 872 Juden. Von diesen wohnen 46 698 in Konstantinopel, 16 501 in Smyrna und 609R in Adrianopel. Es gibt 22 jüdische Schulen, die von 5746 Schülern besucht werden. Amerika New York. Im Jahre 1932 wohnten in New York 2 001 104 Juden, d. i. 27,7% der Gesamtbevölkerung. Die Geburtenzahl betrug in der jüdischen Bevölkerung 17,5 v. Tausend, gegenüber 16,5 v. Tausend in der allgemeinen Bevölkerung. Die Sterblichkeit war bei den Juden (8.5°/00) geringer als bei den Nichtjuden (10,4°/OD). Die Kindersterblichkeit betrug bei Juden 42°/00, bei Nichtjuden 57°/00. Auch die Altersgliederung ist bei der jüdischen Bevölkerung günstiger: 40,1% sind unter 21 Jahren, gegenüber 34,9% bei den Nichtjuden. — Am 15. März konnte die Jüdische Telegraphen-Agentur auf ein 15jähriges Bestehen zurückblicken. — Mit der Regelung und Kontrolle des Finanzwesens im Staate New York wurde der neuernannte Gouverneur Herbert II. Lehmann betraut. Lehmann ist eine der hervorragendsten Erscheinungen des jüdischen Amerika, Mitglied des „American Jewish Committee" und des „Joint". — Jesse Isidor St raus, Vorsitzender der New Yorker Handelskammer, wurde zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich ernannnt. Er ist der Sohn des im Jahre 1912 bei dem Untergang der „Titanic" ums Leben gekommenen Ehepaares Isidor Straus und Neffe des ehemaligen Botschafters der Vereinigten Staaten in der Türkei, Oscar Straus, sowie des seinerzeit weltbekannten Philanthropen Nathan Straus. Seine Eltern haben sich beim Untergang der „Titanic" dadurch hervorgetan, daß sie die ihnen angebotene Rettung ausschlugen, um jüngeren Leuten die Rettung zu ermöglichen. Rio de Janeiro. Im Jahre 1932 wanderten 2049 Juden in Brasilien ein. Unter ihnen befinden sich hauptsächlich qualifizierte Handwerker sowie Kleinhändler mit genügenden Mitteln. Asien Indien. Meyer Nissim, der Bürgermeister von Bombay, wurde in das indische Parlament gewählt. Palästina Auf dem Berge Karmel wurde eine Synagoge aus dem 6. Jahrhundert ausgegraben. — Im Laufe eines halben Jahres hat sich die jüdische Bevölkerung Tel Avivs um 10 000 Seelen vermehrt; sie beträgt jetzt 56 000. Persönliche Nachrichten 80. Geburtstag 4. April: Frau Emma Goldschmidt-Plürscheim, Bockenheimer Landstraße 70. 75. Geburtstag 2. März: Leonie Meyerhof-Hildeck, Eschersheim er Landstraße 245. Budgeheim. Der beliebten Schriftstellerin gelten die Glückwünsche ihrer zaüulreichen Verehrer. 75. Geburtstag Am 26. März feierte der in weiten Kreisen unserer Stadt und Gemeinde verehrte Herr Emil Bass in vollster körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag. Einer seit dem 17. Jahrhundert in Frankfurt ansässigen Familie entstammend, aus der zahlreiche hervorragende Rabbiner und Dajanim hervorgegangen sind — der bedeutendste unter ihnen, Rabbiner Mendel Bass, war 1644—1666 Rabbiner in Frankfurt —, ehrt der Jubilar anit großem Stolz das Andenken seiner Ahnen. An der Seite seiner Gattin, der SchAvester des allverehrten Herrn Karl Herzberg, übt der für alles Schöne begeisterte Jubilar ohne Aufsehen individuelle Wohltätigkeit. Seine Verbundenheit mit altfrankfurter Familien und die Erinnerung an altfrankfurter Zeiten haben ihn jung und frisch erhalten. Seine zahlreichen Freunde wünschen ihm einen schönen und glücklichen Lebensabend. N. F. Silberne Hochzeit 29. März: Herr Josef Cahn und Frau Amanda geb. Fried, Körnerwiese 3. 29. März: Herr Alfred Steinhardt und Frau Luise geb. Marx, Sandweg 52. 12. April: Herr Moritz Mortkowitz und Frau Fanny geb. Reis, Sandweg, 131. Geschäftsjubiläum Am 1. April feiert die Buch- und Papierhandlung Julius N e u m a n n, Dreieichistraße 50, ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen. Anstalten und Vereine Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe Der Wirtschaftsausschuß des Preußisdien . Landesverbandes jüdischer Gemeinden veranstaltete am 26. März unter Hinzuziehung der in Betracht kommenden jüdischen Organisationen eine eingehende Beratung über die gegenwärtig die deutsche Judenheit bewegenden wirtschaftlichen und sozialen Sorgen. Insbesondere wurde die Lage der freien Berufe (Aerzte, Rechtsanwälte, Schriftsteller) und der verschiedenen Beamtengruppen behandelt. Einhellig wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß die drohende Wirtschaftskrise der deutschen Judenheit nur durch ein einheitliches und solidarisches Zusammenwirken und durch eine die Bedürfnisse der verschiedenen Berufe berücksichtigende wirtschaftliche Selbsthilfe gemildert werden kann. Der Wirtschafts- Bettstellen 32.- 29.- 23.50 22.- g gjj größte Huswahl 35.- 19.- 16.50 13.— 1030 bis Kinderbelten und Fahibetten 29.- 27.- 23.- 21.- 19. Weißlack-Schränke, Kommoden N*chtschränke, Stühle, T/uhen. U5D . bls 12.« Kinder-Wagen moderne Ausführung Eleganter Kastenwagen mit 6 Riemen-Federung ab 79.- 66.- 53.- 47.- 39.-WO Klapowagen mit 6 Riemen-Federung AC 42.- 36.- 32.- 27.-fctf. 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