Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 8 (4.1933)
- Date
- 1933-04-01
- Page
- Seite 195 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3094266-3094386-3094394--3533-3098308- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 195 Uhr (außer Mittwoch) —' Rabbinatsassessor Kirschbaum, Eekenh. Ldstr. 6, Fernspr. 58281, tägl. 14—15 Uhr; ferner in der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa", Theobaldstraße 6, Fernsprecher, 45673, Donnerstags 10—12 Uhr, Freitags 9—11 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Barmizwa-Unterricht Neben dein voai den Kantoren zur Vorbereitung der Barmizwafeier (Toravorlesimg usw.) erteilten Unterricht finden wie bisher zur Einführung der Bartniizwaknaben in die GrundlehreA des Judentums halbjährige Kurse durch die Rabbiner statt. Wöchentlich wird (außer in den Schulferien') eine Stunde erteilt. Die Kurse sind unentgeltlich. Da, unmittelbar nach den Osterferien ein neuer Kursus beginnt, ist es wünschenswert, daß alle Knaben, deren Barmizwa in die Monate August bis Januar fällt, baldigst zum Unterricht angemeldet werden. Für die II a u p t s y n ag o ge und die Westendsynagoge steht den Gemeindemitgliedern die Wahl unter den Herren Gemeinderabbiner Dr. Setogmann, Gemeinderabbiner Dr. Salzberger und Rabbiner Dr. Vogel&tein frei. Den Unterricht für die Synagoge am Börneplatz erteilt Herr Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann, für die Synagogen Bockenheim und U n t e r 1 i n d a u Herr Gemeinderabbiner Dr. Jakob florovitz. Hebräische Unterrichtsanstalt. (Westend-Synagoge) Schüler und Schülerinnen aller Altersstufen erhalten einen Unterricht in der hebräischen Sprache, der sie befähigt, dem Gebetsgottesdienst zu folgen. Der Unterricht wird während der Schulzeit einmal wöchentlich nachmittags unentgeltlich erteilt. Anmeldungen für das neue Schuljahr nimmt Herr Rabbiner Dr. Salzberger wochentags während seiner Sprechstunde entgegen. ' Gemeindebibliothek Bücherausleihe: Montag bis Donnerstag 12—13 und 16—17 Uhr; Freitag und Sonntag 12—13 Uhr. Lesezeilen: April b is September: Samstag: 10 K —13, 15K—18 Uhr; Sonntag: 10 K>—13 Uhr. Der soeben erschienene Katalo g der Gemeindebibliothek ist zum Preis von RM. 1.— für das broschierte Exemplar zu beziehen. Kranzniederlegungen Am Volk st r auertag, 12. März 1933, wurden auf dem Ehrenfriedhof der Israelitischen Gemeinde von folgenden Körperschaften Kränze niedergelegt: Magistrat der Stadt Frankfurt, Kreiskriegerverband, Reichsausschuß für Leibesübungen und Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen. Schhiss der amtlichen Anzeigen | Aus der Gemeindevertretung | Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meyer Sitzung vom 15. März 193 3. Herr Dr. Richard Merzbach eröffnet in Gegenwart von 30 Gemeindevertretern und 6 Vertretern des Vorstandes die Sitzung. Als Ersatz für den verstorbenen Herrn Direktor Eduard Oppenheim wird Herr Georg Lewandowsky für die Zeit bis 31. 12. 1935 in den Vorstand gewählt. Ferner werden Wahlen von nicht der Gemeindeverwaltung angehörenden Persönlichkeiten in die Kommission für Unterrichts- und Erziehungswesen, in die Friedhofskommission und in die Kommission für soziale Fürsorge vorgenommen. Die Angelegenheit der Wahl eines Vertreters in den Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Rechtsanwalts Julius Simon wurde vertagt. An Stelle der turnusmäßig ausgeschiedenen Mitglieder wurden gewählt in die S y n a g o g e n v o r s t ä n d e der Hauptsynagoge: die Herren Bertram Schulhaus und Adolf Rosenthal, der Synagoge am Börneplatz: die Herren Ludwig Grünebaum und Ludwig Moritz, der Westendsynagoge: Frau Martha Lazarus, Herr Moritz Bloch. Zur Verlesung gelangt ein Schreiben des Gemeindevertreteis Rosenwasser vom 15. März 1933, der seinen Austritt aus der Fraktion der jüdischen Volkspartei mitteilt. Der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1933/34 wurde der Gemischten Finanzkommission zur Vorbereitung überwiesen, desgleichen die Vorlage des Vorstandes betreffend den Kultussteuersatz für das kommende Rechnungsjahr. Der Rechnungsabschluß für das Rechnungsjahr 1931/32 wurde nach Prüfung durch die von der Gemeindevertretung ernannten Rechnungsprüfer genehmigt. Weitere Vorlagen betr. die Ueberlassung von Räumen in dem Anwesen K ö n i g s w a r t e r Straße 26 an einen gemeinnützigen Verein und die Verpachtung des Anzeigenteils des Gemeindeblattes an eine hiesige Annoncenexpedition wurden nach kurzer Debatte genehmigt.' Ein Bericht über die Tätigkeit des Tagesheims der "erwerbslosen jüdischen Jugend wurde zur Kenntnis genommen. Feiner delegierte die Gemeindevertretung drei Mitglieder in eine Kommission, welche die Aktion „Unser Recht auf Arbeit" behandeln soll. Hieran schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung. Deutschland Es ist nicht möglich, an dieser Stelle auch nur die wichtigsten der Nachrichten über die Ereignisse der letzten Wochen wiederzugeben. Die Meldungen der Tageszeitungen werden als bekannt vorausgesetzt. Berlin. Der „Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden" begründet in Berlin eine Religionslehrer -Akademie. Zu einer gleichen Anstalt soll das jüdische Lehrerseminar in' Köln umgestaltet werden. — Ueber die Tätigkeit der Gesellschaft für- A u s w a n d e r u n g „Hias-Ica-Emigdirect" (kurz „Hjcem" genannt) im vergangenen Jahre wurde in einer Exekutivsitzung von „Emigdirect" Bericht erstattet. Danach sind im Jahre 1952 über 24 000 Juden aus ihren Heimatländern und unter diesen 10 000 nach Palästina ausgewandert. Im Jahre 193t wanderten von 23 68S Juden nur 4075 nach Palästina aus. — Im Alter von 54 Jahren verstarb der bekannte russische Gelehrte Professor Dr. David K o i g e n. Der Verstorbene, der seit dem Jahre 1921 als Flüchtling in Berlin lebte, war früher Professor für Kulturphilosophie und Soziologie in Kiew. — Duisburg. Zum Vorsitzenden des Vorstandes wurde Frau Anna Levy gewählt. Sie ist die erste Frau, die an der Spitze der Verwaltung einer jüdischen Gemeinde steht. — Jena. Das Schächtverbot für Thüringen ist am 1. April in Kraft getreten. — München. Der Verband bayerischer israelitischer Gemeinden hat an den bayerischen Ministerpräsidenten General v. Epp ein Schreiben gerichtet, worin gegen die judenfeindlichen Maßnahmen der letzten Zeit Verwahrung eingelegt wird. Europa Ausland Niederlande. Zur wirksamen Bekämpfung des in der letzten Zeit auch in Holland sich immer mehr ausbreitenden Judenhasses wurde das „Komitee zur Wahrnehmung jüdischer Interessen" gegründet. — Dr. L. E. V i s s e r , Mitglied des Obersten Gerichtes der Niederlande, wurde zum Vizepräsidenten dieses Gerichtes ernannt. Oesterreich. Der Voranschlag der Gemeinde Wien für 1953 sieht auf der Ausgabenseite 6 134 975 Schilling vor. — Der Landtag hat ein Schächtverbot erlassen. >Salzburg). Belgien. 5ljährig verstarb der Präsident der Antwerpener jüdischen Gemeinde, Max Halewy. Italien. Der König von Italien hat den einer Berliner jüdischen Familie entstammenden Direktor des Staatsarchivs in Bologna, Professor Dr. Ermanno Lövinson, zum Ritter des Verdienstordens ernannt. Lövinson ist Verfasser des in deutscher Sprache geschriebenen Führers durch das jüdische Rom „Roma Israelitica". — 8tjährig verstarb in Rom der Komponist und Musiktheoretiker Tomaso Montefiore, ein Nachkomme Moses Montefiores. England. Nach' einer Erklärung des Führers der englischen Faschisten, Sir Oswald Mosley, sollte jede antijüdische Propaganda mit dem Faschismus unvereinbar sein. — Im Oberhaus fand eine Aussprache über die judenfeindlichen Vorgänge in Deutschland statt, bei der u. a. Lord Cecil, Lord Beading (dieser auch als Jude) und der Erzbischof von Canterbury, sowie für die Regierung Kriegsminister Lord Hailsham das Wort nahmen. Frankreich. Die vereinigten Organisationen für jüdische Auswanderungshilfe (Hicem) haben Schritte unternommen, um für den Fall einer Auswanderung von Juden aus Deutschland ihre Unterbringung in aneren Ländern zu erleichtern. DIAISN-Puder bewahrt Ihren Liebling vor Wundsein.