Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 5 (1.1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3094266-3094386-3094391--3442-3098215- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 119 Bericht über den Stand (Stichtag 15. In diesem Jahre erlitt mit unserer Gemeinde auch die jüdische Lehrerschaft Frankfurts einen schweren Verlust. Am 13. Juni 1932 verschied Herr Gemeinderabbiner Dr. Arnold Lazarus im 52. Lebensjahr. Die segensreiche Tätigkeit des Heimgegangenen, die er in 28 Jahren unermüdlicher Arbeit im Dienste der Gemeinde und des Judentums entfaltet hat, wurde an geeigneter Stelle 'gewürdigt. Weite Kreise unserer Gemeinde werden sich stets in inniger Dankbarkeit dieses Mannes erinnern. Der Bericht bezieht sich auf den Stand des Religionsunterrichts am 15. Mai 1932. Die in Klammern beigefügten Ziffern bezeichnen die entsprechenden Zahlen des Vorjahres. Im Religionsunterricht der öffentlichen Schulen tätige Lehrkräfte 35 (33) A. von der Gemeinde angestellt......16 (10) 1. männliche........14 (14) a) Akademiker.......9 (9) b) Seminariker . . . -. . . . 5 (5) 2. weibliche........2 (2) B. von der Gemeinde honoriert......4 (2) 1. Akademiker.......2 (0) 2. Seminariker.......2 (2) C. von der Stadt angestellt.........15 (15) 1. für Grund-, Volks- und Mittelschulen 4 (5) männliche, 10 (8) weibliche; 2. für höhere Schulen.....1 (2) männliche. Dazu treten noch die am Philanthropin wirkenden Lehrkräfte. Lieber die Zahl der durch die Organisation unseres Religionsunterichts erfaßten Schulen und der bezüglichen Sehulgattungen gibt der nachstehende Plan Auskunft. Anzalü der erfaßten Schulen insgesamt: ... 56 A. Höhere Schulen........20 a) staatliche.......,2 b) städtische........14 c) private.........4 B. Grund-, Volks- und Mittelschulen ... 28 Bl. Israel. Reh-Schule, Rel. Schalle Bockenheim, Hebr. U.-A. Westendsynagoge, Haushaltungsschule...........4 C. Philanthropin......... 4 Von der Erfassung der Schülerschaft und deren Beteiligung am Religionsunterricht gibt, soweit uns Angaben vorliegen, folgende Aufstellung vom Stichtag des 15. .Mai 1932 ein Bild: Vorhandene israelitische Zöglinge . . 2372 (2404) Teilnahme an unserem Rel.-Unterricht . 2321 (2356) das sind.......... 97,85% (98,01%) Vom Unterricht sind befreit .... 40 (50) davon erhalten gleichwertigen Rel.-Unterr. 16 (23) am Unterricht anderer Konf. nehmen teil 1 (2) ohne Religionsunterricht verbleiben . . 32 (25) Unter Einbeziehung der außerhalb der Schulen mit gleichwertigem Unterricht ausgestatteten Schülerschaft ergibt sich ein Prozentsatz von 9 8,52 % (98,96%) jüdischer Zöglinge, die israelitischen Religionsuntericht genießen. Ohne jeden Religionsunterricht verbleiben 1,35% (1,04%). Die steigende Ziffer derjenigen jüdischen Schüler, die ohne jeden Religionsunterricht verbleibt, ist vor allem auf die ungenügende Teilnahme in den höheren Mädchenschulen zurückzuführen. Von den ohne Religionsunterricht verbleibenden Schülern entfallen auf: a) Höhere Schulen: Mädchen . . : . . . IS Knaben ....... 1 b) Grund-, Volks- und Mittelschulen . . . 13 3T Soweit nicht Mischehen vorliegen und die betreffenden Kinder am christlichen Religionsunterricht teilnehmen, was in Einzelfällen zutreffen wird, was aber aus den bisher vorliegenden Angaben der Lehrer nicht ersichtlich ist, ist es Aufgabe der Lehrkräfte, dringend für Abstellung des hier gekennzeichneten Uebelstandes zu sorgen. Gesamtzahl der wöchentl. erteilten Religionsunterrichtsstunden: A. Höhere Schulen.......170 (171) B. Grund-. Volks- und Mittelschulen . . 131 {US) C. Philanthropin........ 89 (90) Summa . . 390 (407) des Religionsunterrichts . Mai 1932) Der hebräische Unterricht in den öffentlichen Schulen läßt sich ziffernmäßig nicht genau darstellen, weil in der Regel nur Teile der Religionsstunden auf das Hebräische verwandt werden. Außerdem fehlt die Zahl der Schüler der Israelitischen R e 1 i g i o n s s c h u 1 e Hermesweg-Unterlindau ganz. Das Philanthropin läßt in seinen vier Schulen wöchentlich 62 (68) Stunden Hebräisch erteilen. Von 837 (S39) jüdischen Schülern der Anstalt nehmen am hebräischen Unterricht 747 (765) teil. 5 weitere Schüler haben anderwärts Hebräisch. Das heißt, von der .gesamten jüdischen Schülerschaft des Philanthropins haben 10,16% (8,81%) keinen hebräischen Unterricht. Zur Zeit nehmen in den öffentlichen Schulen an dem im Rahmea des Religionsunterrichts erteilten hebräischen Unterricht teil 637 (790) Schüler. Anderweitigen hebräischen Unterricht haben 179 (169) Schüler. Früher hatten weiteren hebräischen Unterricht 315 (305) Schüler. Hebräisch b. d. Gele, anderwärts früher 160 (265) 125 (119) 296 (303) 477 (525) 54 (50) 19 [2) Summa 637 (790) 179 (169) 315 (305) Von den vorhandenen israelitischen Zöglingen 2372 (2404) haben insgesamt 1883 (2U29) Schüler mehr oder minder Kenntnis in der hebräischen Sprache, das sind 7 9,4% (84,4%). Der Bericht kann sich nur auf statistische Angelegenheiten erstrecken. Ueber die wirklichen Leistungen unseres Religionsunterrichts kann er, wie in früheren Jahren bereits erwähnt, nicht Auskunft geben, da eine Inspektion des Religionsunterrichts bis jetzt nicht eingeführt ist. Der vorstehende Bericht soll mit dem Hinweis enden, daß die zu Beginn des Schuljahres 1932/33 geplanten weiteren Sparmaßnahmen erst im Herbst 1932 durchgeführt werden konnten. Auch wird bereits jetzt darauf hingewiesen, daß Herr Dr. Höxter durch den demnächst erscheinenden weiteren Band des Quellenlesebuchs, „Grundrisse für die Geschichte und Literatur11, wesentlich zur Förderung der Lehrmittel beigetragen hat. A. Höhere Schulen . B. Grund-, Volks- und Mittelschulen Teppiche Gardinen jetzt noch billiger in unserem berühmten Inventur- Verkauf Beginn 9. Januar Besichtigen Sie bitte unsere 20 GROSSEN SCHAUFENSTER, sie zeigen ihnen mehr als jede Preisanzeige. Größtes Spezialhaus Süddeutschlands lür Teppiche und Gardinen BRUMLIK Frankfurt a. M.t LiebfrauenstraBe 1-3