Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 4 (12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 87 (sequence 9)
- Language
- German
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Seite 37 Hat man Oppenheim den Maler der Rothschilds und den Rothschild der Maler «renannt. so darf unser Jubilar der Maler der Wahrhaftigkeit und der wahrhafte Maler ^e- /" nannt werden. Bild links Bildnis Prof. Dr. Jalius Seftwarz (1924) Bild rethU •Hauptwadie (1901) (Original im Städel) Chanukkageld Von Scholem Aleichera Aus dem Hebräischen von B. Messerer Es ist Winter. Draußen herrscht Kälte. Die Fenster sind mit Eis und Schnee bedeckt, die Scheiben mit Eisblumen bemalt. In der Stube ist es angenehm, wohlig warm. Der silberne Chanukkaleuchter steht schon seit Mittag am Fenster. Der Vater geht mit auf dem Rücken verschränkten Händen, in der Stube auf und ab, er verrichtet das Abendgebet. „Schemono- Esre" ist nun zu Ende, er holt aus der Tischlade eine Wachskerze, den „Schamesch", und sagt zu mir und meinem jüngeren Bruder Motel: . — Kinder, ruft die Mutter, das Gebet über die Chanukkalichter zu hören. — Ach, die Chanukkanchter, sagt die Mutter, läßt ihre Küchenarbeit liegen und kommt eilig in die Stube und nach ihr die Köchin Breine mit ihrem dicken Gesicht und den groben, stets schmierigen Händen. Mutter kommt näher, Breine bleibt aber an der Türe stehen, indem sie sich die Hände an der schmutzigen Schürze abtrocknet. Der Vater neigt sich, mit dem br^nn»jvnlfu ..S-hamesclr' über den Chanukkaleuchter und beginnt nach der altbekannten Melodie das Gebet „Boruch at'o", um es dann mit .,lehadlik ner schel chanukka"' zu beenden. Man antwortet fromm „Gelobt sei Er, gelobt Sein Name. Amen'', und Breine nickt dazu mit dem Kopf. „Diese Kerzen, die wir entzünden ", singt dann der Vater, im Zimmer auf und abgehend. Sein Gebet scheint gar kein Ende nehmen zu wollen. Mein Bruder und ich warten schon mit verhaltenem Atem, daß Vater das Gebet beende, daß er seine Hand in die Tasche stecke und den Geldbeutel hervorhole. Wir blinzeln uns zu und stoßen einander an. — Motel, bitte doch um das Chanukkageld! — Warum gerade ich? — Nun. weil Du kleiner bist, sollst Du bitten! — Umgekehrt, weil Du der größere bist, mußt Du bitten. Der Vater hört unser Flüstern und versteht gar gut. worum es sich hier handelt, läßt sich aber nichts merken. Nach einigen Harnanalysen Speziallaboratorium der Goethe-Apotheke, Oederweg 51 Eilbotendienst in alle Stadtteile. Telefon 56621 PH. WITTGES K. HANAUER NACHF. HERRENSCHNEIDER Direkter Import von Qualitätstuchen TELEFON 29289 GOETHEPLATZ 3 CAFE KONSTABLER» Inh. Max Hirsch .-. Tel. 21316 "^^tffl Der Treffpunkt im Zentrum Porzella m% 2| Kaffeeservice Speiseservice Kristall Keramik Festgeschenke, die ihren Wert behalten und immer Freude bereiten. Selten grosse Auswahl auch in den kleinsten Preislagen. rey Schillerstr. 16 Gr. Eschenheimerstr. 29 I " Das {Fachgeschäft für Haus und Küche " wmtmmm^