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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-12-01 · 4 (12.1932) · p. Seite 85

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
4 (12.1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 85 (sequence 7)
Language
German
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Seite 85 „DIE FÜNF FRANKFURTER" Amschel Mayer von Rothschild (1773-1855) Solomon Mayer von Rothschild (1774-1855) Nathan Mayer von Rothschild (1777—1836) Carl Mayer von "Rothschild (1788-1855) James von Rothschild (1792 1868) (nach einer Lithographie von Raunheim) Das grüne Roth$child*Haus Der für die alte Fassade des erneuerten Gemeindehauses gewählte grüne Anstrich kann sich, wie sich nachträglich ergeben hat, auf eine ganz besondere literarische Quelle berufen, nämlich auf keinen Geringeren als den berühmten Märchendichter Andersen, der im fünfundzwanzigsten Abend seines Bilderbuchsohne Bilder von einem grünen Rothschild- Haus in Frankfurt wie folgt berichtet: „Ich will Dir ein Bild aus Frankhirt liefern1', sagte der Mond. „Besonders e i n Gebäude betrachtete ich dort, es war nicht Goethes Geburtshaus, nicht das alte Rathaus, durch dessen gegitterte Fenster die gehörnten Schädel der Ochsen noch hervorragen, die bei der Kaiserkrönung gebraten und preisgegeben wurden: nein, es war ein bürgerliches Haus, grün angestrichen und einfach, nahe an der schmalen Judengasse, es war R o t h s c h i 1 d s Haus. Ich blickte durch die geöffnete Tür. die Treppe war hell erleuchtet, Bediente mit brennenden Kerzen auf schweren silbernen Leuchtern standen da und verneigten sich tief vor der alten Frau, die auf einem Tragsessel die Treppe hinunter gebracht wurde. Der Besitzer des Hauses stand mit entblößtem Kopfe und drückte ehrerbietig einen Kuß auf die Hand der Alten. Es war seine Mutter, sie nickte ihm und den Bedienten freundlich zu und sie führten sie in die enge dunkle Gasse in ein kleines Haus; es war ihre Wohnung: hier hatte sie ihre Kinder geboren, von hier aus war ihr Glück aufgeblüht; wollte sie die verachtete Gasse und das kleine Haus verlassen, so würde das Glück auch sie verlassen! Das war nun ihr Glaube." — Der Mond erzählte weiter nichts: gar zu kurz war sein Besuch heute abend; ich aber dachte an die alte Frau in der engen, verachteten Gasse: nur ein Wort und ihr glänzendes Haus stände an der Themse: nur ein Wort, und ihre Villa läge am Golf von Neapel. „„Wenn ich das geringe Plans verließe, aus dem das Glück meiner Söhne emporblühte, da würde das Glück sie verlassen!"" — Es ist ein Aberglaube: aber von der Art, daß, wenn man die Geschichte kennt und das Bild erblickt, zwei Worte als Unterschrift genügen, um es zu verstehen: „Eine M u 11 e r." Itt jfid&i Haüskati - <sU JUdfeh, fauiäUatten! Hunderte von Spezialgeschäften in ganz Deutschland kaufen gemeinsam mit uns ein Diese Tatsache ermöglicht unsere große Preiswürdigkeit und berechtigt zu der Feststellung Bing ist billig KAISERSTRASSE 4 Porzellan — Glas — Keramik

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