Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 3 (11.1932)
- Date
- 1932-11-01
- Page
- Seite 70 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3094266-3094386-3094389--3383-3098154- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 70 Jüdische Chronik Deutschland Berlin. Die beiden Redakteure der nationalsozialistischen Zeitschrift „Der Angriff", die den früheren Pölizeivizepräsidenten Dr. Bernhard Weiß durch unwahre Behauptungen bloßzustellen versuchten, wurden wegen Beleidigung zu 5 bezw. 5 Monaten Gefängnis verurteilt. — Im Alter von 60 Jahren verstarb der langjährige Dramaturg des Deutschen Thea-, ters, Arthur Kahane. — Den ersten religiösen Vortrag in der Synagoge Prinzregentenstraße hält am 13. November Heinrich Mann. Der Dichter wird das Thema „Nach der Wahrheit leben" behandeln. Mit dem Vortrag von Heinrich Mann betritt zum ersten Male ein Nichtjude, dazu eine Persönlichkeit von europäisdier Bedeutung, die Kanzel einer Berliner Synagoge. — Die für die NSDAP, keineswegs einfache Wahlkampf- Mtuation hat dazu geführt, daß die Presse und die Redner der Nationalsozialistischen Partei sich wieder stärker des agitatorischen Mittels bedienen, das ihnen schon in mancher schwierigen. Situation geholfen hat: der Judenhetze. Vor allem wird versucht, die Reichsregierung und die ihr nahestehende Deutschnationale Partei antisemitisch zu diskreditieren. Diesem Ziel dienen zum Beispiel die von Dr. Goebbels in Umlauf gebrachten Gerüchte über die Beeinflussung des Papenschen Wirtsehaftsprogramms durch Jakob Goldsdimidt. Diesem Ziel dient die in der NSDAP.-Presse immer wieder zu lesende Aufzählung* von jüdischen oder iür jüdisdi erklärten Mitgliedern des Herren-Klubs, oder etwa von Juden, die im Scherl-Verlag oder in der Ufa tätig sind. — Unter den Hörern des Berliner Rundfunks hat ein Vortrag „Ketzereien am Wochenende" wegen seines stellenweise äntisemitisdien Inhalts bereditigte Empörung hervorgerufen. Die zuständigen Behörden, bei denen audi der C. V. intervenierte, haben Abhilfe zugesagt. — Coburg. Der stark nationalsozialistisdi durdisetzte Stadtrat von. Coburg'hat der israelitisdien Gemeinde den Vertrag über eine ihr zur Benutzung als Synagoge verpachtete alte Kirche nidit mehr verlängert, vielmehr auf das Ende des Jahres gekündigt. — Danzig. Vier reidisdeutsche Nationalsozialisten, weldie sich an judenfeindlidien Anssdireitungen beteiligt hatten, wurden aus dem Gebiet des Freistaates Danzig ausgewiesen. — Frankfurt a. M. In der Nadit vom 19. auf den 20. Oktober wurde die Synagoge am Börneplatz von Kommunisten mit einer großen Aufsdirift bemalt. Es gelang der Polizei, einen der Täter festzunehmen, gegen den Strafäntrag gestellt wurde. Vom Schnellriditer erhielt er zwei Wochen Gefängnis. — Von Nationalsozialisten wurden in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober auf dem Fußsteig vor den Haupteingängen der Westendsynagoge, Freiherr-vom-Stein-Strafie, große Hakenkreuze mit der Aufschrift „Juda verrecke" angemalt. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden, — Mündien. Die schwedische Akademie der Wissensdiaften ernannte den 1915 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Chemiker Professor Ridiard Willstätter zu ihrem Mitglied. — Dr. Carl Joseph Meldiior, Mitglied der Firma M. M. Warburg & Co., Hamburg, der zu den führenden Wirtschaftssachverständigen Deutsdilands gehört, und als soldier auch international anerkannt ist, ist zum Senator der Deutschen Akademie in Mündien ernannt worden. Dr. Meldiior hat als der Vertreter Deutschlands auf internationalen Tagungen und in Zentral- und Weltwirtsdiafts-Institutionen Deutsdiland große Dienste geleistet. — Treuchtlingen. Das neu erriditete Bezirksrabbinat Treuditlingen wurde mit Dr. Mannes, bisher Bezirksrabbiner von Schwabach, besetzt. ^~ Wiesbaden. Der Rabbiner der alt-israelitisdien Kultusgemeinde, Dr. Leo Kahn, feierte seinen 90. Geburtstag. Europa Ausland Oesterreich. Im Sommersemester 1932 studierten an der Universität Wien lt 921 Personen, darunter 2123 Juden. — In der Wiener Universität kam es wiederum zu schweren Ueberfällen auf jüdische Studenten. Die Universität mußte auf unbestimmte Zeit gesdilossen werden. Das Präsidium der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde hat dem Ministerpräsidenten Dr. Dollfuß eine Protestresolution unterbreitet. Großbritannien. Lord Meldiett wurde zum Ehrenpräsidenten des Makkabi-Weltverbandes gewählt. — Unter dem Vorsitz von Viscountess Erleigh, der Tochter von Lord Meldiett und Sdiwiegertoditer des Marquis of Reading, wurde in London eine Beratung abgehalten, in der ein Komitee fÜT die Sdiaffung einer Handelsmarine-Hodisdiule in Tel-Awiw unter dem Namen „Zebulun" gebildet wurde. Polen. Etwa 25 000 jüdische Familien Warschaus wandten sidi vor den Feiertagen an die jüdische Gemeinde und die versdiiedenen Wohlfahrtsanstalten mit der Bitte um Gewährung einer Unterstützung. — In einer von religiös-liberalen Warsdiauer Juden einberufenen Ver- Geheizte Zimmer Wärme-Krüge mit Patentverschi., Steinzeug - Leibwärmer Weifjblech Wärmeflaschen m. Mess.-Verschraub. - Wärmeflaschen ( rein Kupfer ....<< .65 .95 werden wieder aufgesucht. Warten Sie nicht, bis es sehr kalt wird, sondern kaufen Sie jefjf Ihre Heizun gs-Geräte Verdunst-Rohre mit Haken, f. Heizungen -.20 Verdunsf-Schalen Ton, für Oefen . . -.35 Koh len-Schauf el . lackiert......-.18 Brikettzangen lackiert ...... -.25 Koh!en=Fü!ler lackiert, 50 cm hoch KohlensEimer schwarz lackiert . . 1.65 KohlensKasten Guss......2.25 BriketfsTräger leckieit......1.15 Ofenschirme ab 2.95 Elektr. Heizsonne wn 110 od. 220 Volt. . 5.50 Elektr. Heizkissen 9.50 Elektr. Haartrockner vernickelt .... 13.50 Elektr. Bügeleisen - . Prometheus .... 5.50 1.15 Porzellan- Bär Grösstes Spezial - Geschäft für Küche und Haus Frankfurt am Main, Stiftstrasse 8 — 10 Die grösste Auswahl in modernem SCHMUCK a. kleinen Geschenken finden Sie in jeder Preislage im Spezialgeschäft yaa<&6e&ce>" Inh Dieter Hof Goethestrasse 14 CAFE KONSTABLER ^WP>^' Inh Max Hirsch .-. Tel. 21316 * Der Treffpunkt im Zentrum