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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-11-01 · 3 (11.1932) · p. Seite 69

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
3 (11.1932)
Date
1932-11-01
Page
Seite 69 (sequence 15)
Language
German
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Seite 69 wegen unaufschiebbarer Berufspflichten. Wenn dann aber der Kol-Nidre naht, dann fühlen doch die meisten von uns das Bedürfnis, einmal wieder in das Gotteshaus zu gehen und sich mit erschüttern zu lassen von den uralten und ewig neuen Gebeten und Gesängen, sich an Herz und Seele rühren zu lassen und Einkehr zu halten durch die eindringlichen Worte der Rabbiner, wenn... ja, wenn! — und nun komme ich zu dem Grund meines Briefes — wenn man dazu käme, die Gebete und Gesänge, die Predigt in sich aufzunehmen, ja sie nur hören zu können, aber dazu kommt es meist nicht. Manche der anwesenden Damen haben es nämlich meist sehr eilig: sie kommen viel zu spät, sie gehen viel zu früh, und zwischendurch ist ein ständiges Kommen und Gehen. Meine verehrten Damen: Haben Sie in einem Gotteshaus der anderen Konfessionen ein gleiches Benehmen gesehen? Sollten wir wirklich so wenig Achtung vor unserem Gott haben, daß wir die ihm zugedachte Zeit nicht einmal durchhalten können. Was Sie in keinem Theater, keinem Konzert, keinem Kino tun würden, tun Sie in Ihrem Gotteshaus, Sie stören die Andacht durch ihre Unruhe. Die Türhüter sind machtlos, und kein Protest nützt etwas. Glauben Sie mir, an diesem Tage, während des Gottesdienstes und während der Seelenfeier, die unseren Abgeschiedenen gilt, und solche haben wir letzten Endes wohl alle zu beklagen, interessiert sich kein Mensch für Ihre neue Herbstgarderobe, guckt keine neidische Freundin auf das neue Mützchen; das Avollen wir gern und häufig bewundern, aber zu anderer Stunde, an anderen Orten. Ihre ganzen kleinlichen und kleinen Angelegenheiten und Dinge interessieren im Gotteshaus, keinen Menschen, also behalten Sie sie für sich, und wenn Sie nicht das Bedürfnis haben zu beten, dann stören Sie die nicht, die andächtig sein wollen, dann bleiben Sie gef."!'igst draußen! Daß die Synagoge kein Kindergarten ist, scheinen auch die wenigsten Mütter zu wissen ... Eine, die andächtig sein wollte. Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands Kultussteuer 1. Verwaltung der Kultussteuer Die Sprechzeit der Steuerverwaltung der Gemeinde ist jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag von 814 h'.i. 1214 Uhr vormittags. Wenn es einem Steuerpflichtigen nicht möglich ist, während dieser Stunden vorzusprechen, so kann eine andere Sprechzeit im Einzelfall vereinbart werden. (Fernspr. 27544.) — Bei allen schriftlichen oder mündlichen Anträgen in Angelegenheiten der Kultussteuer sind im Interesse der beschleunigten Bearbeitung sämtliche einschlägigen Steuerpapiere, insbesondere die Steuerbescheide, vorzulegen. 2. Kultussteuer der Lohnsteuerpflichtigen Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung in No. 10 des Gemeindeblattes vom Juni ds. Js. wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Steuer für das 1. Halbjahr 1932 längst fällig gewesen ist. Seitens der Finanzkassen ist bereits mit der Beitreibung begonnen. Es empfiehlt sich, zur Vermeidung von Kosten und Weiterungen die fällig gewesene Rate nunmehr unverzüglich zu begleichen. Gleichzeitig wird daran erinnert, daß die Steuer für das 2. Halbjahr in der Woche vom 25. Oktober bis 1. November ds. Js. fällig und an die auf den Veranlagungen bezeichneten Finanzkassen zu entrichten war. Bei Einzahlung durch die Post ist die angegebene Steuernummer zu vermerken; zur Bequemlichkeit der Steuerpflichtigen wurden den Veranlagungen Zahlkarten beigefügt. Bekanntmachungen des Friedhofsamtes Grabsteine Auf unseren Friedhöfen, insbesondere auf den Friedhöfen an der Rat-Beil-!Straße und in Bockenheim, befinden sich eine Anzahl Grabsteine, die nicht mehr standsicher sind, so daß sie umzustürzen drohen. Die Verfügungsberechtigten sind haftpflichtig >un.d werden aufgefordert, die iStandsfcherheit der Denksteine einer Nachprüfung zu unterziehen und die erforderlichen Maßnahmen schnellstens in die Wege zu leiten. Soweit dieser Aufforderung nicht entsprochen wird, müssen die nicht standfesten Grabsteine durch das Friedhofsamt umgelegt werden. Meldang von Sterbefällen Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofsamtes (Fernspr.-Sammelnummer Zepp. 52041) erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Friedhofsgärtnerei Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlägen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es Ubernimmt die Neubepflanzung der Grabstätt e-n mit Efeu, Seduni. Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jahrweise Pflege. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch Hie Friedhofsgärtnerei, Eckenheimer Landstraße 238 (Fernspr. Zeppelin 52041 und 52042) oder durch das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer " (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topfpflanzen* und Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindlichen Verkaufsstellen zu bedienen. Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das Yerkaufsverbot am Sonntag werden die Friedhofsbesucher gebeten, ihre Blumenbestellungen bis spätestens Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf dem neuen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße werden laut Gemeindebeschluß alle gärtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friednofsamtes der Gemeinde ausgeführt. Oeffnungszeiten der Friedhöfe Die Friedhöfe an der Rat Beil-Straße und an der Eckenheimer Landstraße sind in der Zeit vom 1. November 1932 bis 15. Februar 1933 von llÄ bis 17 Uhr geöffnet. — Freitags wird eine Stunde vor Beginn des Sabbats geschlossen. Samstags und an den jüdischen Feiertagen sind die Friedhöfe geschlossen. Gedächtnislichter Zum Andenken an Verstorbene können in den Gemeindesynagogen Gedächtnislichter gebrannt werden. Die im Voraus zahlbaren Gcbüh ren betragen: für ein Licht am Jahrzeitstag Rm. 1.— für ein Licht während des Trauerjahres (II Monate und tun ersteu Jahrzeitstag) Rm. 75.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag Rm. 100.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag einschließlich Verrichtung des Kaddischgebets Rm. 200.— Sprechstunden der Gemeinderabbiner Dr. Hoff mann. Börneplatz 16, Fernspr.. Hansa 22024, 15—16 Uhr — Dr. Horovitz, Staufenstraße 30, Fernspr. Maingau 77963, 15—16 Uhr (außer Montag) — Dr. Salzb e r g e r, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920, 15V'i—16i--i Uhr — Dr. Seligmann, Böhmerstraße 9 part., Fernspr. 51184, 17—18 Uhr — Rabb. Kand. Dr. V o g e 1 s t e i n, Altkönigstraße 10a bei Richter, Fernspr. Maingau 74018, 9.15—10.15 Uhr (außer Mittwoch). Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Bibliothek nnd Mnsenm Infolge des Umbaues des Gemeindehauses müssen die Gemeindebibliothek und das Museum vorübergehend für einige Zeit geschlossen bleiben. Die Wiedereröffnung wird rechtzeitig an dieser Stelle bekanntgegeben. Der L e s c r a u m ist wieder eröffnet und befindet sich bis auf weiteres im Erdgeschoß des Gemeindehauses, Börnestraße 54. Fundsache Beim Jubiläumsgottesdienst in der Frauensynagoge der Synagoge am Börneplatz wurde eine Brosche gefunden. Abzuholen gegen Ausweis im Gemeindebürö, Fahrgasse 146, Kasse. Zuwendungen Die Synagoge am Börneplatz erhielt folgende Zuwendungen: Von Herrn Joseph Hecht und Kindern ein Thoramäntelchen mit silbernem Gerät (entworfen und ausgeführt von L. Wolpert) für die Neumondstage; von .den Herren Moses Mai, Hermann Rothschild und Paul N. Stern den für das laufende Jahr erforderlichen Wein. Die Gemeindebibliothek erhielt Zuwendungen von den Herren Gemeinderabbiner Dr. Jakob Horovitz und Henry Rothschild, das Museum von Herrn Bürodirektor I. Meyer. Sdiluss der amtlichen Anzeigen. Wichtig für Stoff Händler! Ihre Stoffe zum Wiederverkauf beziehen Sie am besten undbinigsterum A> Frankel. Franklart a. M., Siillstr.7?;neePpe. Preis abgeben Stets Eingang von Partieposten, die wir unter Die 0vt** „frankodyn- Radio-Empfänger ist dal in poliert. Nußbaumgehäuse mit Röhren M. 145«— mit eingeb. volldynam. Lautsprecher <«o#% in elegant. Holzgehäuse mit Röhren M. loö»— EHRENFELD ZEIL 104 neben Hauptpost

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