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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-08-01 · 12 (8.1932) · p. Seite 261

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
12 (8.1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 261 (sequence 14)
Language
German
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261 Unsere Vereinigung ist in tiefste Trauer versetzt; wir haben den unsagbar schweren Verlust eines unserer Besten zu beklagen. Rabbiner Dr. Arnold Lazarus ist nicht mehr. Unfaßbar der Gedanke, daß der Mimd für immer geschlossen sein soll, der noch vor unserer letzten Sitzung warmempfundene Worte des Dankes zu uns sprach. Kaum auszudenken, daß der Mann nie mehr in unserer Mitte weilen soll, der in wärmster Anteilnahme, trotz Krankheit und Schmerzen, im Geiste bei uns war und sich unmittelbar nach unserer letzten Sitzung nach dem Verlauf der Beratungen erkundigte. Woher nehme ich Worte, um unserer Erschütterung und unserem Schmerze Ausdruck zu verleihen, woher Worte, um zu sagen, was wir an ihm besessen und was wir an ihm verloren haben? „Denn er war unser." Nicht nur als Referent des Religionsunterrichts der Israel. Gemeinde stand er uns nahe. Er war ein Führer in unseren Reihen, ein Vorkämpfer und rühriger Mitarbeiter, der Zeit und Kraft, Herz und Verstand uns opferte und sich immer willig in den Dienst der Allgemeinheit stellte. Nie versagte er sich uns, auf jeden Ruf an ihn kam die Antwort: icJi bin bereit. Als einst R. Elieser erkrankte, besuchte ihn R. Jochanan bar Nappacha, der nicht nur durch hervorragende Gelehrsamkeit, sondern auch durch große Schönheit ausgezeichnet war. Er sah R. Elieser weinen, fragte ihn nach der Ursache seines Kummers und äußerte tröstend einige Vermutungen darüber Da erwiderte R. Elieser: Ich weine über deine Schönheit, die in der Erde vergehen soll. — Eine solche Empfindung bemächtigte sich auch unser, als wir noch am Schmerzenslager von Dr. Lazarus um sein Leben bangten, um wieviel mehr als wir ihn zur letzten Ruhe geleiteten: Der Mensch, der uns geradezu als die Verkörperung der Schönheit und Kraft erschien, wurde mitten in der vollen Lebensarbeit in der Blüte der Jahre jäh dahingerafft. Doch weit mehr als den schönen, kultivierten äußeren Menschen beklagen wir den Verlust der schönen, reinen -Seele, die in ihm wohnte. Wie klarem Quellwasser blickte man seiner Seele auf den Grund und erfreute sich an der Fülle des Wahren, Guten und Schönen, die .sich offenbarte. Durch sein offenes, wal; es und gerades Wesen, seine unbedingte Zuverlässigkeit, seii;.? edle Gesinnung, seine Charakterstärke war er ein leuchtendes Vorbild nicht nur für die Jugend — auch für uns Lehrer. Für das, was er als wahr und gut erkannt hatte, trat er mit mannhafter Festigkeit ein, mochte er selbst ein Opfer seiner Ueberzeugung werden. „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!" Wie oft hatte man das Gefühl, als sei dies einer der Leitsätze seines Lebens. In der Macht seiner Persönlichkeit wurzelte das große Vertrauen und die Verehrung, die Avir alle ihm entgegenbrachten. Durch seine intensive geistige Mitarbeit wurde er eine unserer stärksten Säulen. In seiner amtlichen Tätigkeit als Referent des jüdischen Religionsunterrichts und aus eignem Willensantrieb hat er unermüdlich an der äußeren Organisation und der inneren Hebung des jüdischen Religionsunterrichts gearbeitet und dieses Ziel vornehmlich in enger Verbindung mit unserer Vereinigung zu erreichen gesucht. In zahlreichen formvollendeten, gedankenreichen, seinen Geist atmenden Referaten hat er uns besonders in .eines der Hauptgebiete seines Interesses, in die neueste pädagogische und psychologische Literatur eingeführt. Keiner hat mehr als er den Mangel an guten jüdischen pädagogischen Werken empfunden, um so wärmer setzte er sich für jede produktive Leistung ein, besonders, wenn sie aus unserem eignen Kreise kam. Er erwies sich uns in unserem Schaffen als unvergleichlicher Förderer durch Wort, Schrift und Tat, Wie er nach pädagogischem Neuland Ausschau hielt, zeigte uns noch vor kurzem das Thema, das er als Preisarbeit stellte: „Auswirkung der Jungschen Tiefenpsychologie im jüdischen Religionsunterricht." Unendlich viel haben wir a-lle ihm zu verdanken, die Gesamtheit Avie jedes einzelne Mitglied; denn keiner ging ohne Rat und Beistand von ihm fort. Wie können wir ihm unsere Dankesschuld abtragen? „Liebe und Treue sollen dich nie ver- (Xßfanift den Wate mh SaMOH-ScMüß' :L tl§ äMfr YIEYI i Renate Wolf neben dem Goethehaus Kunstgewerbe - Wolle - Garne | llllllll Handarbelten MUHL Gr. Hirsch« "X graben 19 1 haus I le - Garne I in llllllll I I1I1II1II1IIII1II1II1I1II1I1III1II11III1II1II1IIH Sie Polster-Möbel kaufen, besichtigen Sie das Riesenlager der Spezial-Werkstätte HERMANN SCHLOSS Breitegasse 29, Ecke Zell, Tel/29734 Uebernahme von Reparaturen Ehe Sparen leicht gemacht, denn alle Hemmungen fallen fort, wenn Sie unsere Dieselbe wird volli Sparuhr benutzen, kommen =ko(fenlosabgegeben. Nur systematisches Sparen bringt auf die Dauer ■ Erfolg Verlangen Sie unverbindliches Angebot durch » Gisela Deutsche Lebens» u. Aussfeuers Versicherungs A.=G. München Filialdirektion Frankfurt a. M. Biebergasse 8" Telefon 23293 VERTRETERINNEN) werden noch eingestellt

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