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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-06-01 · 10 (6.1932) · p. Seite 220

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
10 (6.1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 220 (sequence 14)
Language
German
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r .v,-^*->e&xi.-Li-.i. l: .r. 220 85. Geburtstag Am 21. Mai beging Herr Salomon Heine m a n n in völliger, körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag. Salomon Heinemann war von 1873 bis 1913 Lehrer am Philanthropin, trat in dem Kriegsjahr 1914 als freiwillige Hilfskraft wieder in den Lehrkörper seiner Schule, ein und erhielt 1917 das Verdienstkreuz für Kriegshilfe. So blieb er noch fast fünf Jahre bis Anfang 1919 der Schule ein treuer Mitarbeiter. Viele unserer älteren Gemeindemitglieder werden sich gewiß des hingebungsvollen Lehrers und warmherzigen Menschen erinnern. Wie er war, ist er geblieben. Noch heute strahlt seine Persönlichkeit Güte und Milde und eine seelische Harmonie aus, die auch schwere Schicksalsschläge nicht haben erschüttern können. Seit einiger Zeit lebt Herr Heinemann mit seiner treuen Lebensgefährtin im Budgeheim. Dem Jubilar und seiner Gattin mögen noch viele gesegnete und sorgenfreie Jahre besehieden sein! P. R. 70. Geburtstag Herr Sanitätsrat Dr. Albert Ettlingcr feierte am 23. Mai seinen 70 Geburtstag. Schon durch die Feststellung, daß unser Jubilar Vorsitzender der Jugendkominission der Gemeinde ist, wird in diesem Fall die biblische Altersgrenze einigermaßen desavouiert. Es wird in der Tat wenig Siebzigjährige geben, denen die Gnade zuteil wurde, daß sie sowohl in der äußeren Erscheinung wie in der Art ihres Wirkens sich die Spannkraft eines auf der Höhe des Lebens stehenden Mannes so augenfällig bewahren konnten. — Am 23. Mai 1862 in Mannheim als Sohn von Max und Sara Ettlinger, beide Geschwisterkinder des berühmten Altonaer Oberrabbiners Jakob Ettlinger, geboren, genoß er im elterlichen Haus und unter der Anleitung seines Großonkels, des Klausrabbiners Löb Ettlinger, eine streng traditionelle Erziehung, die jedoch mit dem Beginn seiner Universitätsstudien freieren Anschauungen Platz machte. Nach Abschluß seiner Lehrjahre, die ihn u. a. als Assistenzarzt an die Seite des berühmten Heidelberger Chirurgen Czemy führten, ließ er sich 1890 als Facharzt in unserer Stadt nieder, mit der er ohnehin durch vielfache verwandtschaftliche Beziehungen verbunden war. Schon zehn Jahre nachher wurde er zum ersten Vorsitzenden der Rettungsgesellschaft vom Roten Kreuz gewählt und hat sich gerade auf dem, Gebiet des Rettungswesens allgemein anerkannte Verdienste erworben. Während des Krieges war er in Mainz als Oberstabsarzt mit der Leitung eines großen Lazaretts betraut. Besonderer Hervorhebung bedarf jedoch an dieser Stelle sein vielseitiges Wirken im Dienst der jüdischen Gemeinschaft. Seit langem tätiges Mitglied des Freisinnigen Vereins für jüdisches Gemeindeleben, wurde er 1921 in den Vorstand der Gemeinde berufen und wirkt daneben im Pflegamt des Krankenhauses, im Schulrat des Philanthropie und im Vorstand der Jüdischen Wohlfahrtspflege und des Hilfsvereins. Ein Charakter von glücklichem Gleichmaß, dem er wohl auch zu einem großen Teil seine beneidenswerte Jugendlichkeit zu danken hat und ein liebenswürdiges, stets um friedlichen Ausgleich bemühtes, allem Radikalismus abholdes Wesen kommen ihm bei der Verwaltung seiner zahlreichen und verantwortungsvollen Ehrenämter in ganz besonderem Maße zustatten. Kein Wunder, daß der verehrte Jubilar sich allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung erfreut. Möge es ihm vergönnt sein, über diese schwere Notzeit hinaus noch lange Jahre an der Seite der Gattin und im Kreise der Kinder und Enkel zu wirken und die Früchte seiner vielfältigen Arbeit ieifen zu sehen! Nachdem bereits im Vormittagsgottesdienst in der Westend- Synagoge durch eine Ansprache des" Herrn Rabb. Dr. Salzberger, einen eigenen Misdieberach und Chorgesang des Jubilars gedacht worden war, fand am 28. Mai abends zu seinen Ehren eine gesellige Veranstaltung des Freisinnigen Vereins für jüdisches Geme'indeleben statt, zu der zahlreiche Cüste erschienen waren. Die Begrüßungsansprache hielt Dr. Fritz Adler, die Festrede Rabb: Dr. Salzberger. Ferner sprachen für den Gemeindevorstand und verschiedene andere Organisationen: Dr. Warinhrunii, Dr. Geiger. Julius Bloch, Stephanie Forchheimer, Direktor Dr. Drieseu. Emil Carl Oppenheimer, Prof. Isaae. Dr. Fritz Oppciihcitner. Dr. Hugo Holtmann. Dr. Erwin Seligmann. Heinrich Cerlich. Architekt Epstein, als Kollegen und Freunde Dr. Lilienfeld und SU. Baer. In seinem Schlußwort gab der Jubilar seiner liefen Dankbarkeit für die Ehrung Ausdruck. — Auch die Rettungsgesellschaft vom Roten Kreuz hatte es sich nicht nehmen lassen, ihren 1. Vorsitzenden zu ehren. Im Rahinen einer kleinen Feier, die am 29. Mai in dem hübsch geschmückten Sitzungsraum stattfand, brachten Vertreter der verschiedenen Verbände des Reftungswesens und anderer Organisationen in kurzen herzlichen Worten ihre Glückwünsche dar; es sprachen: Stadtv. Landgrebe, Stadtmedizinalrat Dr. Oxenius, Dr. Kutz, Bankier Weiß, Geheimrat Schulz, Frau Oberregierungsrat Lüttke, Frau Geheimrat Hagen, Frau Forchheimer, Rabb. Dr. Horovitz und Bürgermeister Graf, Dr. de Bary hatte für die Aerztekammer schriftlich gratuliert. Der 2. Vorsitzende der Rettungsgesellschaft, Herr Kuntz, teilte in seiner Ansprache die Ernennung des Jubilars zum Ehrenvorsitzenden mit. SR. Ettlinger dankte in einem ergriffenen Schlußwort. Am 19 Juni feiert Frau Sophie Ja p h e t geb. Michael. Fichtestraße 8, ihren 70. Geburtstag. Einer der angesehensten Bürger unserer Stadt, Herr Handelsgerichtsrat Edmund Ganz, feierte am 21. Mai seinen 70. Geburtstag und zugleich seine fünfzigjährige Zugehörigkeit zum Rühlschen Gesangverein. Seine Berufung in eine große Anzahl von Ehrenämtern ist der sinnfällige Ausdruck eines über den engen Kreis des eigenen Berufslebens hinausgfeifenden öffentlichen Wirkens. Aus Anlaß seines Doppeljubiläums wurden Herrn Ganz zahlreiche Ehrungen zuteil. Möge dem verehrten Jubilar, den auch unsere Gemeinde mit Stolz den Ihren nennen darf, noch lange Jahre erfolgreichen Wirkens beschieden sein! Buchdruckerei Gebrüder Braun die leistungsfähige Druckerei für höchste Ansprüche bei zeitgemäß niedrigen Preisen tmm^^mm Hanauer Landstr. 157 - Tel. Carolus 47761 Die grösste Auswahl in modernem SCHMUCK tu kleinen Geschenken finden Sie in jeder Preislage im Spezialgeschäft 'a^aa^^e^e Inn Dieter Hof Goethestrasse X4 Kohlen Koks Briketts 6^2jJl£fc/y Kohlenhandeisgesellschafft m. b. H. Spezialität: la Ruhrzechenkoks f. Zentralheizungen Maingau Sammelnummer 78141

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