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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-05-01 · 9 (5.1932) · p. Seite 202

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
9 (5.1932)
Date
1932-05-01
Page
Seite 202 (sequence 12)
Language
German
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202 Rabbinisdie Lehransialt , Jesdriwa". Die unter Leitung von Herrn Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann stehende ..Jesehiwa" hat auch im vergangenen Schuljahr eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen. Die Anzahl der ordentlichen Hörer, die am gesamten Unterricht in den jüdisdi-talniudisdien Fächern teilnahmen, belief sich auf 74. von denen ungefähr die Hälfte aus Deutschland stammte, während sich die übrigen auf Jugoslawien, Litauen, Oesterreich, Polen, Rumänien, Ungarn und Tschechoslowakei verteilen. Der Unterricht erstreckte sidi auf: Bibel mit Kommentatoren, Hebr. Grammatik, Talmud (kursorisch und statarisch) und Decisoren. Eine Anzahl befähigter Schüler w-.,rde in eigenen Lehrkursen in profanen Fächern unterrichtet und bis zur Ablegung des Abiturientenexamens bezw. bis zur Ablegung der Schlußprüfung an einer Oberrealschule gefördert. Von die.sen bestanden 6 das Abiturientenexamen und 11 die Schlußprüfung an einer Oberrealschule mit gutem Erfolg. Das Semestc-r-Sdiluß-Verhör fand am 27. März im Beisein einer, zahlreichen Zuhörerschaft statt und legte erneut Zeugnis ab für die bedeutenden Fortschritte der Schüler in allen vier Abteilungen. Mit einem warmen Appell des Leiters an die Hörer, die Ziele der Jeschiwa zu fördern, schloß das Semester. — Das Sommersemester beginnt am 8. Mai. Talmnd Thora-Verein (Vereinslokal Synagoge Börneplatz, Büro Theobaldstrafie 6.) Das Somniersemcstcr beginnt am 9. Mai. Der Talmud Thora-Verein hat es sich zur Aufgabe gesetzt, jüdisches Wissen in weitestem Ausmaß unserer Jugend zu vermitteln. Es sind Unterrichtskurse für Knaben. Mädchen, junge Leute und für Erwachsene eingerichtet. Der Unterricht wird planmäßig und individuell nach modernen Methoden von bewährten Lehrkräften kostenlos erteilt. Es ist daher Gewähr vorhanden, daß ganz besonders den Kindern solide und gediegene Kenntnisse der jüdischen Lehre vermittelt werden. Anmeldungen sind an das Büro Theobaldstr. 6 zu richlen. Lehrfächer: Tfillo. Chumisch, Chumisdi mit Raschi, Mischna,. Gemoro. Hebr. Sdireiben. Hebr. Grammatik. — Während der Sefira-Zeit täglidi in den Svnagogen Börneplatz und Hermesweg Schiurim % Std. vor Nacht. Verein Westend-Synagoge Am 2. Pessadiabend veranstaltete der Verein Westend-Synagoge, wie audi in den vorhergehenden Jahren, einen Sederabend. Ungefähr 90 Personen. Erwadisene und Kinder, nahmen an der Feier teil. Herr Rabbiner Dr. Salzberger gab den Seder. Der äußere Rahmen für die Feier war besonders sinnreidi gestaltet. An den Wänden hingen Sederteppiche, die von Herrn Dr. Guggenheim in Offenbadi für diesen Abend zur Verfügung gestellt waren, und Frühlingsblumen zierten den schön gedeckten Tisch. Frohsinn und Freude gaben dem Abend das Gepräge und erfüllten die Gemüter aller Güste. Wie eine große Familie fühlten sidi die Erschienenen und folgten mit tiefem Interesse dem sdiönen, anregenden Vortrag der Haggada durch Herrn Rabbiner Dr. Salzberger, der in meisterhafter Wei<c audi den Kindern den Sinn und die Bedeutung des Abends erklärte. Herr Reditsanwalt Dr. Nathan Rosenthal dankte im Namen aller Anwesenden wählend des Sedermahles dem Verein Westend-Synagoge und vor allem der Vorsitzenden Frau Marie Blodi. die sich um die Ausgestallung und das Gelingen des sdiönen Abends besonders verdient gemadit hatte, und dem .Sedergebenden. Er betonte, wie begrüßenswert es sei. daß durdi diese Veranstaltung audi dieienigen den Sederabend feiern konnten, die hierzu in der Familie keine Gelegenheit haben. Man ging mit dem Wunsche auseinander, audi im nädisten Jahre in gleidier Weis» vereirt sein zu können in einer hoffentldi weniger drückenden, freieren Zeit. D.'St. — B. Synagogen-Konzerte Die interkonfessionelle Frankfurter T o r hilfe will genaue Erforsdiung der wirtsdiaftliehen Lage musiklehrer und der konzertierenden Künstler. Hilfe durdi Arbeitsvermittlung (Engagements und Unterridit) und Unterstützung im'Kampf gegen unlauteren Wettbewerb. Es besteht ein Hilfsfond, zu dessen Gunsten Veranstaltungen geplant sind. So das Synagogen-Konzert am Montag, den 25. IV. 1952, in der W e s t e n d - S v n a g o g e. Prominente Künstler wie Else Gentner-Fisdier (Sopran). Rosi Hahn (Alt), Leo Magido (Tenor), Benno Ziegler (Bariton), die Oberkantoren S. Sdieuermann und Naumow, Fleisdimann (Bariton). Adolf Rebner (Violine). Domkapellmeister K. Hartmann und Siegfried Würzburger (Orgel) und der Chor der Westend- Svnagoge unter Leitung von Frank Rothsdiild "wirkten bei dem audi moderne Werke berücksichtigenden Programm mit. Man hörte wertvolle neuere Kompositionen von Ravel. Bloch, Schalit und Geiger-Kullmann. Für die niusikaliseh-künstlerisdie Leitung zeichnete Studienrat Frank Rothschild. Ihm gelang es im Verein mit den Künstlern, daß das Konzert bei den siditlich dankbaren Zuhörern einen starken Eindruck hinterließ. Im Interesse der guten Sache ist zu hoffen, daß dem künstlerischen ein ebensolcher materieller Erfolg entsprach. —dt. tler-Selbst- Aud) in der Hauptsynagoge fand zu Gunsten der Frankfurter Tonkünstler-Selbsthilfe am 2. Mai ein Konzert statt. Das reichhaltige Procramm bestand in der Hauptsache aus alten gottesdiensthehen Gesangen, die in der Vertonung bekannter Komponisten und bewährter Meister des Chasonus geboten wurden. In tiefer Ergriffenheit lauschte man den Klängen des herrlidien Kaddisdi aus dem Mussafgebet für die hohen Feiertage, das Oberkantor Nathan Saretzki, unterstützt von dem unter Leitung von Arthur Holde stehenden Chor, zu Gehör brachte. Einen kleinen Einblick in das Sdiaffen des bedeutendsten unter den jüdisdien Dichtern des Mittelalters Jehuda Halevi, verschaffte die Sopranistin Alice Bogold, die mit ihrer svmpathisdien Stimme die erste Strophe des Hvmnus „Job sdiimdio" nach einer traditionellen Melodie sang. Als Violinist großen Forniats zeigte sidi Hugo Kolberg, der ein Adagio von Johann Sebastian Badi und. von dem Organisten der Hauptsynagoge, Herrn Rudolf Sdiudit, auf der Orgel begleitet, das Bravourstück „La Folia" von Corelli spielte. Der Abend wurde besdilossen durdi den Vortrag zweier Psalmen in der Vertonung des tsdiediisdien Komponisten Antou Dvorak. Dr. B. Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Jugend. Königswarterstrafie 26 Unterhaltung, Fortbildung, Verpflegung. Täglidi nadimittags geöffnet. Auskunft bei dem Heimleiter: Philipp Rochwerg, Rüekertstr. 59, Tel. 45434. Jüdische Arbeitsvermittlung Männlich. Kaufmännische Sprechstunde: Dienstag und Donnerstag von 9—11 Uhr vorm., Esdiersheimer Landstraße 65, 1. Stock. Sprechstunde für Handwerker und Ungelernte: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9—11 Uhr, Langestraße 30, pt. Berufsberatung: Dienstag von 6—ViS Uhr abends, außerdem nach Voranmeldung. Langestraße 50, pt. Lehrstellenvermittlung nadi Frankfurt und auswärts. Freiwillige Arbeitsdienstpilieht: Sprechstunden: wie oben. Rechtsberatung in arbeitsrechtlichen Fragen: Sprechstunden: wie oben. Schreibstubenaufträge werden jederzeit Langestraße 30 pt. entgegengenommen und bestens ausgeführt. Gesucht werden: Handwerkliche Lehrstellen per sofort. Bei allen offenen Daner- und Aushilfsstellen Rufnummer: Hansa 26162 und Hansa 28248. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V., Langeslraße 50 pt. Weiblich. Gemeldet sind: tüchtiges Personal für Büro, Lager und Verkauf, gelernte und ungelernte Arbeiterinnen; gut empfohlenes Hauspersonal auch für größere Betriebe. Wir suchen besonders dringend Lehrstellen in Samstags geschlossenen Betrieben!" Unentgeltlicher Arbeitsnachweis der Weiblidien Fürsorge für jüdische Frauen u. Mäddien, Langestr. 3, Hansa 25462. Jüdische Frauen! Gemeinsdiaftsgeist tut not! Werdet Mitglied eurer Organisationen: Ortsgruppe des Jüdisdien Frauenbundes, Langestr. 3 Weibliche Fürsorge E. V., Langestrafle 3, Tel. 25462 Kinderhaus der Weiblidien Fürsorge Im verflossenen Jahre verpflegten wir 75 Kinder mit 12 086 Pflegetagen. Die Einnahmen au Mitgliedsbeiträgen betrugen 2505 Rm. (im Vorjahre 2809 Rm.), die eingegangenen Spenden 2145 Rm. (i.V. 8560 Rm.). Diese Ziffern beweisen. M'ie die Versdilediterung der allgemeinen Wirtsdiaftslage auch unsere Institution trifft und wie schwer uns die Aufrediterhaltung unserer Arbeit wird. Um unsere Einriditungen besser aus- (^Jruhjakrs- £}Cleid oline ^ffandarbeti! So verlangt es die neuttc Mode! 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