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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-05-01 · 9 (5.1932) · p. Seite 203

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
9 (5.1932)
Date
1932-05-01
Page
Seite 203 (sequence 13)
Language
German
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203 zunutzen, nehmen wir jetzt nicht allein Kinder bis zum 6. Lebensjahre,' sondern Mädchen bis zum 10. Lebensjahre in Pflege. Dieselben werden mit gleicher Sorgfalt betreut wie die anderen Kinder, auch bei ihren Schulaufgaben beaufsichtigt. Auch sind wir bereit, Kinder zum vorübergehenden Aufenthalt aufzunehmen, z. B. wenn die Eltern verreisen müssen, oder in allen anderen Fällen, wo Eltern ihre Kinder zeitweise in zuverlässige Bewahrung unterzubringen wünschen. Wir bitten Interessenten um gefl. Anfragen, die wir bereitwilligst beantworten werden. Mädchenclub Zum ehrenden Andenken von Frau Oppenheimer -Mandel veranstaltete der Mädchenclub eine Trauerfeier, die einen würdigen Verlauf nahm, und die allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ. Im Mittelpunkt der Weihestunde stand eine tiefempfundene Rede von Frau Irene Darmstädter, der Vorsitzenden des Mädchenclubs, die nodi einmal im Namen des Vorstandes die Verdienste der leider so früh Dahingegangenen hervorhob. Frau Oppenheimer-Mandel gehörte 30 Jahre dem Vorstand des Mädchenclubs an und hat mit seltener Liebe und feinem Verständnis die jungen Mitglieder mit Rat und Tat, Hilfe und Trost gestützt. Im Namen der Mitglieder sprachen Frau Eliadis und Fräulein Dankner Worte dankbaren Gedenkens. Die Feier erhielt besondere Weihe durch Rezitationen aus der Bibel von Frau Selma Eisemann- Pappenheimer, instrumentale Darbietungen von Frau Würzburger und Herrn Elberger und Gesangsvorträge des Herrn Bornstein. Jugenddienst Die Zentralstelle Jugenddienst (nachgehende Fürsorge) des Jüdischen Frauenbundes Frankfurt a. M. will allen alleinstehenden Jugendlichen eine beratende Helferin zur Seite stellen. Anfragen und Mitteilungen an die Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Langestr. 3. Jüdische Erziehungsberatungsstelle. Beratung für Eltern und Kinder bei Erziehungs- und Schulschwierigkeiten, Eschersheimer Landstr. 65 (Jugendheim). Die Beratungen sind unentgeltlich und streng vertraulich. Auskunft erteilen: die Leiterin Frau Dr. Alice Schaumberg, Eckenheimer Landstr. 17, sowie die Mitglieder des pädagogisch-psychologischen Ausschusses des israelitischen LehrerveTeins, Mittelschullehrer Julius Flörsheim, Koselstraße 32, und Lehrer Alfred Speyer, Baustraße 5. Um unnötiges längeres Warten in der Sprechstunde zu vermeiden, ist vorherige Anmeldung erwünscht. Jüdische Leihkasse E. V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung befindet sich Eschersheimer Landstr. 65, I. Stock. Geschäftsstunden: Dienstag und Donuerstag, nachmittags von 4—6 Uhr. Mensa academica judaica Die Mensa ist seit 2. Mai 1932 wieder eröffnet: Eschersheimer Landstraße 65. Jüdischer Turnerbund Am 17. April fand unter Leitung des Herrn Dr. J. Frank die Generalversammlung statt. Herr Dr. E. Freimann erstattete den Tätigkeitsbericht, Herr B. Stern den Kassenbericht. Der Turnbetrieb wurde während des abgelaufenen Jahres in 8 Abteilungen mit 7 Lehrkräften durchgeführt. Es fanden außerdem Vorträge, Ausflüge und ein Kinderschauturnen statt, dessen Ueberschuß von RM. 100.— der jüdischen Notstandsküche überwiesen wurde. Eine Aussprache und Ersatzwahlen zum Vorstand beschlossen die Versammlung. Jüdischer Arbeiter-Sport-Klub „JASK" Während der Osterfeiertage veranstaltete der Verein ein Treffen mit der ersten Fußballmannschaft des Jüdischen Arbeiter-Turn- und Sportvereins „Jüdat" Leipzig. Am Karfreitag wurden die auswärtigen Sportler in einer sehr stark besuchten Versammlung begrüßt. Am Ostersonntag und -montag fanden die Wettspiele statt. Gymnastik-Vorführung Die bekannte Gymnastiklehrerin Frau Lotte Stern-Marcusy gab am 1. Mai im Hochschen Konservatorium eine Einführung in ihre Methode (Loheland) und demonstrierte eine Vorführungsstunde, besonders mit den Kleinen. Die Anwesenden, groß und klein, folgten interessiert und applaudierten erfreut. Zionistische Schtilergruppe Die Arbeit des Winterhalbjahres wurde am 2. April mit einer Abschiedsfeier für die aussdieidenden Mitglieder geschlossen. Während des Winters waren in der Hauptsache zwei Problemkreise behandelt worden: die Stellung des jungen Juden in seiner Umwelt und der Zionismus in seiner Beziehung zu den innerjüdischen Richtungen; außerdem hatte eine Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Dr. M. Plessner stattgefunden. Im Sommerhalbjahr wird die Erörterung religiöser Fragen und eine Auseinandersetzung des Zionismus mit den modernen Zeitströmungen im Vordergrund der Arbeit stehen. Anmeldungen an: David Steinlauf, Hölderlinstrafie 16. Jubiläum der Bne Briß-Logen Am 20. März waren 50 Jahre verflossen, seit die erste Loge des Unabhängigen Ordens Bne Briss in Deutschland, die Deutsche Reichs-Loge in Berlin, gegründet wurde. Sie verdankt ihr Entstehen der Initiative dreier Freimaurer: Julius Fenchel, Moritz Jablonski und David Wolff, die wegen der immer mehr anschwellenden judenfeindlichen Bewegung in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts aus diesem Orden austraten. Schnell entstanden weitere Logen, und im Jahre 1928 umfaßte der deutsche Distrikt 103 Logen mit mehr als 15 000 Mitgliedern. Große Verdienste erwarb er sich besonders auf dem Gebiete des jüdischen Wohlfahrtswesens, das noch heute eine der Haupttätigkeiten des Ordens in Deutschland bildet; auch die mannigfachen Erfolge bei der Bekämpfung des Mädchenhandels sind vor allem seiner Initiative zu verdanken. In der Fürsorge für jüdische Arme und der Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen hat er von jeher eine seiner wichtigsten Aufgaben erblickt. Weitere Betätigungsgebiete der deutschen Logen sind die Waisenfürsorge und die Schaffung einer jüdischen Jugendliteratur. Daneben unterstützen die deutschen Logen in hohem Maße die jüdische Wissenschaft und widmen den sozialen Problemen der Kriegs- und Nachkriegszeit ihr tätiges Interesse. Hilfsverein der deutschen Juden Die Jahresversammlung fand am 31. März statt. Anläßlich des 80. Geburtstages des Vizepräsidenten Herrn Generalkonsul Eugen Landau soll auf Anregung von Hern Dr. James Simon ein Eugen - Landau- Fond s errichtet werden. Für den James-Simon-Fonds wurden Um. 1S2 000.— gezeichnet. Den Finanzbericht erstattete der Schatzmeister, Herr Direktor M. Joachimssohn, den Tätigkeitsbericht Herr Dr. M. Wischnitzer. Die Auswanderung im Jahre 1951 ist stark zurückgegangen. Im Berichtsjahre wurden etwa 28 400 Durdiwanderer betreut. Bildungs¬ und Wohlfahrtsinstitutiouen inj Polen und Rumänien wurden durch den Hilfsverein unterstützt. Ueber die Zusammenarbeit mit ausländischen jüdischen Hilfsorganisationen wurde berichtet. Rabbiner Dr. Sali Levi- Mainz schilderte in seinem ansdiließenden Vortrag seine Erlebnisse an der Ostfront in den Jahren 1914—1918 und die damalige Hilfsaktion in der Kriegszone. Erwerbslosenfürsorge — Fürsorgeerziehung Die Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gefährdetenfürsorge" hat sich vor kurzem unter Vorsitz von Frau Paula Ollendorff eingehend mit der Frage_ der jüdischen Fürsorgeerziehung und der Arbeit für die erwerbslose jüdische Jugend befaßt. Der Leiter des jüdischen Jugend- und Lehrheims Wolzig, Dr. Hans Lubinski, berichtete über den Stand der männlichen Fürsorgeerziehung. Als nadigehende Fürsorge für die aus der Fürsorgeerziehungsanstalt Entlassenen wurde das Jugendwohnheim in Berlin geschaffen, an das kürzlich eine Jugendberatungsstelle für ambulante heilpädagogische Behandlung angegliedert wurde. Hannah Karminski berichtete über die weibliche Fürsorgeerziehung. Infolge der Schließung des Fürsorgerziehungsheims in Cöpenick werden die in Betracht kommenden Mädchen jetzt dem Heim des Jüdisdien Frauenbundes in Neu-Isenburg überwiesen. Die Schaffung eines Uebergangsheims für Mädchen wurde mit Nachdruck gefordert. Frau Bertha Falkenberg und Dr. Georg Lubinski berichteten über die Maßnahmen für die erwerbslose weibliche und männliche Jugend. Im Anschluß hieran wurden die neuerdings veröffentlichten Notprogramme der Jugendwohlfahrt besprochen. Anstelle des ausgeschiedenen Herrn SR. Dr. Seeligsohn wurde Herr Landgerichtsrat Dr. Lilienthal zum Mitvorsitzenden gewählt. Hilfe für Karpatho-Rußlnnd Die jüdischen Glaubensgenossen in Karpatho-Rufiland leiden, wie einem Aufruf zu entnehmen ist, bittere Not. Ein von allen jüdischen Organisationen gebildetes Hilfskomitee bittet um Stenden an die Adresse des Komitees: Mukacero, Komenskeho udice 14 (Tschechoslowakei). Erholungsheim für israelitische Frauen Baden-Baden E. V. Am 29. März fand die Mitgliederversammlung und Verwaltungsausschuß-Sitzung statt. Es wurde von einem guten Kurerfolg bei sämtlichen Pfleglingen Derichtet. Die neuerbaute Liegehalle konnte in Betrieb genommen werden. Der diesjährige Verpflegungssatz für vier Wochen wurde auf Rm. 95.— festgesetzt. Aufnahmemeldungen an Frau R. Cohn, Frankfurt a. M., Friedberger Anlage 14. öpavfam____ friffig--------- 9£Xt)0m)tf0tt'* 6cfcttfttttj»ttoer für alle 9Däfche unb Abfeifarbeiten. noctj immer fcasSefte! Pafct fdstttttv 24#fcttttt3f Zum8&aßtmuMuäpu&n dertöthefo. Selj"iX"Mei Kurhospital Kolberg Das Jüdische Kurhospital im Ostseebad Kolberg wird am 9. Mai unter neuer Leitung eröffnet. Von Mai—September (mit Ausnahme der Juliferien, in denen nur Kinder bis zum 14. Jahre aufgenommen werden) werden vier- und sechswöchige Kuren für Kinder und Erwachsene zu einem Pauschalpreis, der mit Rücksicht auf die heutige Wirtschaftslage bedeutend herabgesetzt ist, durchgeführt. In dem Preis sind die Kosten für Solbäder, ärztliche Betreuung und Medikamente eingesdilossen. Auskünfte und Prospekte durch Fri. Anna Roinm, Berlin-Wilmersdorf, Kahlstraße 29. Fahrten zu den Kriegergräbern Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Volksbundes Deutsdie Kriegsgräberfürsorge veranstaltet auch in diesem Jahre in den Monaten Mai. Juni und Juli 4- und ötägige Omnibus-Fahrten zu den Kriegergräbern um Verdun, in der Champagne, Nordfrankreich und Plaudern. Angehörige der Gefallenen und sonstige Interessenten erfahren Näheres durch das Sekretariat der Kriegsgräberfürsorge, Frankfurt a. M., Münzgasse 3.

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