Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-04-01 · 8 (4.1932) · p. Seite 166

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
8 (4.1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 166 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3094266-3094373-3094381--3155-3097920
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

166 Er fragt sie wer sie seien, und Sepphora antwortet: Dies Land, o fremder Mann, heisst L'byen. Von vieler Völker Stämmen wird's bewohnt, Den schwarzen Aethiopen; sie beherrscht Ein einz'ger. Mann als Feldherr und als Fürst; In dieser Stadt jedoch ist Oberster Und richtet die Bewohnerschaft ein Priester: Mein Vater ist's, und diese meine Schwestern. Alsdann berichtet er über die Tränkung des Viehs und kommt auf die Heirat der Sepphora zu sprechen, in dem er Chus und Sepphora im Gesprädi vorführt: Chus: Dennoch musst du, Sepphora, dies mir sagen . . . Sepph.: Vermählt hat mich mein Vater diesem' Fremden. Moses selbst spricht in einem Dialog mit seinem Schwiegervater so: Mir war, als stünde auf dem höchsten Gipfel Des Sinai ein himmelhoher Thron, Auf dem ein Mann von würd'gem Ansehn sass. Er hatte auf dem Haupt ein Diadem, In seiner linken Hand hielt er ein Szepter, Die rechte winkte mich heran. Ich trat Vor seinen Thron. Da gab er mir das Szepter Und Hess statt seiner mich den hohen Thron Besteigen. Auch das Diadem empfing ich. Da sah ich nun das ganze Erdenrund Und was sich unter ihm verborgen hält Und was noch überm Himmel sich befindet, Und viele Sterne fielen mir zu Füssen, Ich aber zählte alle, und sie zogen An mir vorüber wie ein Trupp Soldaten. Doch da ergriff mich Furcht, und ich erwachte. Sein Schwiegervater deutet ihm seinen Traum so: O Fremdling, Gutes hat dir Gott verheissen. Ach, lebt' ich noch, wenn dies einst an dich kommt! So wirst du einen hohen Thron denn stürzen Und selber herrschen und die Menschen führen, Und wenn die ganze Erde vor dir lag Samt dem was unter ihr und überm Himmel, So wirst Du sehn was ist, was war und sein wird. Ueber den brennenden Dornbusdi und die Sendung zu Pharao führt er wieder Moses im Gespräch mit Gott ein. Moses sagt-' Was seh' ich, was verheisst mir dieser Dornbusch? Ein Wunder, Menschenglauben übersteigend: Auf . einmal brennt der Busch von vielem Feuer Und seine Zweige bleiben völlig grün! Was nun? Ich will dem Wunder nähertreten, Dem sehnen, denn unglaublich scheint es mir. Da redet Gott zu ihm: Halt ein, mein lieber Moses, nahe nicht Bevor du deiner Schuhe Band gelöst, Denn heilig ist die Erde, die du trittst, Und aus dem Dornbusch glüht dir Gottes Wort. Sei ohne Furcht, mein Sohn, und höre mich Denn mein Gesiebt zu schau'n ist nicht vergönnt Dem Sterblichen, doch darfst Du meine Worte Vernehmen, die zu sprechen her ich kam. Ich bin der Gott der Männer, die du nennst Als deine Ahnen, Abrahams und Isaaks Und Jakobs auch; ich habe ihrer mich, Und meiner Gnade gegen sie erinnert, Dmm bin hier, mein Israel zu retten. Gesehen hab' ich meiner Knechte Leid: So geh' denn hin und sag' in meinem Namen Zuvörderst sämtlichem Hebräervolk, Alsdann dem König, was ich dir gebiete, Damit mein Volk du aus dem Lande führst. Der Dialog geht weiter und Moses sagt: Ich bin nicht wohlberedt und meine Zunge Diückt schwer sich aus, es stockt der Ton im Mund — Wie sollte ich da vor dem König reden! Gott: Schick' eilends Aaron, deinen Bruder, hin Und sag' ihm alles, was du hier gehört. Er wird dem Pharao verkündigen, Was du von mir erfuhrst und er von dir. Ueber den Stab und die anderen Wunder heisst es so: Gott: Was hast du da in deinen Händen? Sprich! Moses: Den Stab, um Tier und Mensch damit zu zücht'gen. Gott: Wirf ihn zur Erde, geh dann schnell von dannen, Denn eine Schlange wird daraus entstehn, Ein furchtbar Tier, dir zur Verwunderung. Moses: Sieh, Herr, da liegt er schon. Ach, sei mir gnädig, Welch wildes Tier! Erbarme meiner dich, Mich schaudert, Beben fasst den ganzen Leib. Gott: Fürchte dich nicht, ergreife sie beim Schwanz, Zum Stabe wird sie wieder wie zuvor. Nun steck' die Hand in deines Kleides Bausch Und zieh sie wieder vor — sieh meinen Willen: Sie ist so weiss wie Schnee. Steck' in den Bausch Sie wieder, und sie wird wie ehedem. Ueber die Zeidien spricht Gott so: Mit diesem Stab erregst du alle Leiden. Zuerst wird Blut der Strom statt Wassers führen Und alle Quellen, jeder Wasserlauf. Dann werd' ich Frösche werfen auf das Land Und Ameisen in Menge. Asche dann Soll wie aus einem Ofen auf sie fallen. Mit bösen Schwären brich's an ihnen auf, Moskitoschwärme kommen, viele Pein Aegyptens Söhnen anzutun, es fölgt Die Pest und sterben müssen alle die, So harten Herzens sind. Dann werde ich Den Himmel bitter machen, so dass Hagel Mit Feuer untermischt herniederfällt, Dem Menschen zum Verderben und der Frucht Samt allem Vieh. Dann lass' ich Dunkelheit Drei volle Tage in dem Lande herrschen. Heuschrecken send' ich auch, was essbar ist ' Zu fressen ohne Schonung, selbst die Saat. Zu alledem die Erstgeborenen Werd' ich verderben und dem Uebermut Der bösen Menschen so ein Ende setzen. Der König Pharao wird meiner Worte Nicht eintm Glauben schenken, bis sein Sohn, Sein erstgeborener, tot vor ihm liegt. Dann wird er angstvoll rasch das Volk entlassen. Da sollst du allen den Hebräern sagen: Dies sei des Jahres erster Monat euch; In ihm geleit' ich in ein ander Land Das Volk, wie seinen Vätern ich's verheissen. Und sage allem Volk, zur Vollmondnacht Besagten "Monats soll es seine Türen Mit Blut bestreichen, das vom Passahopfer, Dem in der Nacht zuvor gefeierten, Ihm übrig blieb, damit der Todesengel Das Zeichen sieht und dran vorübergeht. Ihr aber sollt zur Nacht gebratnes Fleisch Zur Speise haben. Und der König wird Voll Eifer das gesamte Volk entsenden. Wenn Ihr zum Auszug nun bereitet seid, So will dem Volk ich eine Hu'd erweisen. Weib wird vom Weibe die Geräte nehmen Und was an Zierat immer trägt der Mensch, Gold, Silber und Gewänder, dass Aegypten Für das. was es getan, auch Busse zahlt. Zieht ihr dann in das eigene Lsnd hinein Nach einer Wanderung von sieben Tagen Vom Abmarsch aus dem Niltal an gerechnet, So sollt ihr alle ebenso viel Tage In jedem Jahre ungesäuert Brot Zur Nahrung nehmen und dem Gotte dienen, Indem ihr ihm das Erstgeborne opfert. Das erste Junge männlichen Geschlechts, Das die Gebärmutter der Mutter öffnet. Und noch einmal lässt er Gott genauer über dieses Fest reden In diesem Monat lass' von den Hebräern Nach Sippen Schafe dir und Rinder, geben, Untadelhaftes Vieh als Zehntbetrag. Das sei bis zu des Monats Vierzehntem Zum Opfer aufbewahrt; dann schlachtet es Wenn's Abend wird und bratet es und esst Das Fleisch mitsamt den Eingeweiden auf. Dann gürtet euch und zi**ht Sandalen an, Nehmt in die Hände auch den Wanderstab, Denn eilig wird der König euch befehlen Das Land zu räumen, jedem gilt der Ruf. Habt ihr das Opfer dargebracht, so nehmt Ein Bündel Ysopblätter in die Hand, Taucht in das Blut es und berührt damit Die Pfosten eurer Türen; dass der Tod An der Hebräer Haus vorübergehe. Dies Fest will ich dem Herrn gefeiert wissen Durch sieben Tage; ungesäuert Brot Gibt ihm den Namen, Sauerteig wird nicht Gegessen, denn von diesen Leiden wird

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.