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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-02-01 · 6 (2.1932) · p. Seite 131

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
6 (2.1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 131 (sequence 13)
Language
German
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131 Elieser Ben Meir, Menschenleid und Sünde? 16 S. Frankfurt a. M. 1930, br. RM. 1.—. — Den Versuch e'm -r Neuausgabe des Buches Hiob in deutscher Uebertragung stellt dieses Heft dar. Der Herausgeber will seine neue Auffassung des Hiobtextes in die Uebersetzung hineinlegen; er ergänzt also die Worte der Uebersetzung, indem er verbindende Worte oder Satzteile einschiebt, die durch veränderten Druck als Einschiebungen kenntlich gemacht sind. Zur Methode selbst sei gesagt, daß doch gerade das Wesen einer guten Uebersetzung darin zu erblicken ist, daß sie den Text mit möglichst geringen Aenderungen wiedergibt, soweit es die Verschiedenheit der beiden Sprachen nur irgend zidäßt. Was darüber hinausgeht, gehört in die Anmerkungen. Aber auch im Text selbst nimmt der Verfasser dieser Uebersetzung Aenderungen vor, die direkt als Fehler, anzusehen sind. Es seien nur zwei Beispiele aus dem ersten Blatt genannt: In V. 5 darf es nicht heißen: „Und als die Tage der Festmähler die Runde zu machen begänne n". da ja die späteren Worte des Satzes richtig wiedergegeben werden durch: „Vielleicht werden meine Söhne .... gelästert haben." Ebenso heißt es auch am Ende vom V. 6 richtig-: „Auch der anklagende Engel war gekommen.'1 Warum übersetzt dann der Verfasser weiter: ..und stand in ihrer Mitte"? — Als Vorrede bringt der Verfasser Psalm 24, in derselben Weise übersetzt. Man vermißt eine Begründung dafür, daß gerade dieser Psalm gewählt wurde — es wären sicherlich sehr viele andere Psalmen ebenso geeignet. Salomon Breuer. Belehrung und j! a h n u n Teil 1. Genesis. XII. 108 Seiten. Fft. a.~ M._1930. br. M. 4.20. Teil II. Exodus. 89 S. Fft. a._ M. 1931, br. M. 5.—. Die Söhne des verstorbenen Rabbiners der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Fft. a. M. geben in zwangloser Folge eine Sammlung von Predigten und Vorträgen ihres Vaters heraus. Die Kraft des Volksredners, der es versteht, durch die Glut seiner Begeisterung auch die Hörer zu erwärmen, wird hier in jedem Satze empfunden. „Belehrung und Mahnung" wird diese Sammlung mit Recht genannt: es ist eine Fülle von Midraschim. die hier in geistvoller Weise zumeist im Dienste des Mussar gedeutet wird. Der Verfasser liebt es, mehrere Midraschstellen. die in keiner Beziehung zueinander zu stehen scheinen, einleitend nebeneinander zu stellen, um dann in beiden einen parallelen Gedanken aufzuweisen, oder zu zeigen, daß der eine Midrasch gedanklich die Fortsetzung des anderen bildet. Diese Methode wendet Br. in kunstvoller Weise an und entwickelt so eine bemerkenswerte Form, im Ende der Rede auf ihren Anfang zurückzukommen. Wer diesen Aufbau seiner Rede nicht kennt, mag geneigt sein, wegen des scheinbaren Vielerlei am Anfang gleich bei Beginn der Lektüre das Buch aus der Hand zu legen. Es ist wohl im Sinne des Verfasseis. wenn auch ausdrücklich darauf hingewiesen wird, daß er — bei aller Originalität der Schriftdeutung — immer auf S. R. Hirsch's Gedankengängen fußt und seine Pentateucherklärung bozw. seine Aufsätze auch immer wieder anführt. Samuel Gr ü nberg. Exegetische Beiträge. IV. Fft. a. M. 1930. 38 S., br. M. 3.—. Die in dieser Sammlung veröffentlichten Deutungen von insgesamt 8 Versen der Heiligen Schrift sind bereits im Jahrbuch der Jüd. Lit. Ges. (Bände XIX und XX) erschienen. Sie zeigen die gründliche Art des Verfassers, der alle wichtigen Erklärungsversuche früherer Exegeten bespricht, um dann — meistens auf dem Wege der Sprachvorgleichung mit den anderen semitischen Sprachen — helles Licht über die zuweilen sehr dunklen Stellen zu breiten. Wie die früheren Hefte bringt auch das jetzt erschienene sehr beachtenswerte Deutungen. 11 Jacob: A u g e u in A u g e. VI u. 144 S. Berlin 1929; derselbe: Die Biblis c he S i n t f 1 u t e r z ä h 1 u n g. 13 S., br. M. 0.45. Berlin 1930. — Ein großes Verdienst um die Anerkennung der Einheit der biblischen Berichte in der wissenschaftlichen Welt hat sich der Verf. dieser beiden Schriften erworben. Die Arbeit „Auge um Auge".— ursprünglich die Niederschrift eines Vortrages, den J. im Jahre 1928 anläßlich der Altestamentlertagung in Bonn gehalten hat — ist zu einer ansehnlichen .Schritt erweitert. Von der Bibel ausgehend, verfolgt der Verfasser die Idee des Satzes durch die ganze jüdische Literatur und kommt zu dem Ergebnis, daß die talmudische und midraschische Auslegung, die mit Abwehr noch nichts zu tun hatten, in dem Text der H. Schrift begründet sind. In den späteren Kapiteln zeigt er dann noch, in welcher Form das jus talionis in die Rechtssysteme der andern Völker übergegangen ist, bei den Griechen und Römern, im christlichen Mittelalter usw. Das letzte Kapitel ist der Bergpredigt gewidmet, von der die falsche Theorie eines alttestamentlichen Talionprinzips ausgeht. — In der an 2. Stelle genannten Arbeit — ein Vortrag auf dem Internationalen Orientalistenkongreß in Oxford 1928 — weist der Verfasser die Einheit des biblischen SintÜtitberichtes nach und zeigt, daß jede Quellenscheidung willkürlich ist und vor ernster Kritik nicht standhält. Beide Schriften reihen sich würdig den früheren Arbeiten des Verfassers an. Festschrift für Jacob R o s e n h e i in. Frankfurt a. M. 1931. KS2 und 464 S.. geb. M. 12.50. — Dom Führer des orthodoxen Judentums bringt eine Schar von Freunden und Verehrern eine Doppell'estschrift (hebr. und deutsch) zur Vollendung seines 60. Lebensjahres dar. Der Führerstellung des Gefeierten entspricht es, wenn einige Mitarbeiter Themen aus dem Gebiete der Politik überhaupt und der jüdischen Politik im besonderen gewählt haben. Daneben sind einzelne sehr wertvolle Arbeiten, rein wissenschaftlichen Charakters, von denen man sich freuen muß. daß sie bei solcher Gelegenheit veröffentlicht werden konnten und nicht durch die Ungunst unserer Zeit der wissenschaftlichen Welt vorenthalten geblieben sind. Aus der Fülle des Materials — jeder einzelne Artikel würde eine besondere Würdigung verdienen — sei nur auf den Aufsatz von Maximilian Landau hingewiesen: ..Jacob Rosenheim und sein Werk", in dem die Persönlichkeit Rosenheim* in den Hintergrund getreten ist gegenüber der Darstellung der Agudas Jisroel. Hier muß allerdings betont werden, daß es wohl eine zu starke Idealisierung ist, mit der Ziel und Bedeutung der A. J. dargestellt sind. Bei allem Scharfsinn und Weitblick des Jubilars darf doch bezweifelt ' werden, ob er mit Gründung der A. J. so weittragende Pläne verband, wie sie ihm hier zugeschoben werden. Im hebräischen Teil der Festschrift dürfen die halachischen Beiträge von Oberrabbiner Spitzer-Hamburg und Rabbiner Josef J. .Horovitz- Frankfurt a. M. besonderes Interesse beanspruchen. Sinnigerf Wirischattsberomnos^ flJevisioDs-GeselWt m.b.H. Frankfurt a. M., Bleichstr. 55, Tal. 25239 Aufsichtsratsvorsitzender: Leopold Merzbach Geschäftsführer: Carl Weil, beeid Bücherrevisor Oeffantlich bestellt von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau Revisionen, Steuer- und Wirtschaftsberatung A fbau und Organisation von Buchhaltungen, Aufstellung von Steuer- und Handelsbilanzen asenbieiche nurnuFTJ ^rzurjlidiauch alsFleckenent: fernungsmittel Kohlen Koks Briketts Bockenheimer Landstraße 19 Q&*J**ldy ^dBHHHHaBHfliflHE* Kohienhandetsgesellschaft m. b, H. Spezialität: la Ruhrzechenkoks ff. Zentralheizungen Naingau Sammelnummer 78141

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