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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-01-01 · 5 (1.1932) · p. Seite 112

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
5 (1.1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 112 (sequence 10)
Language
German
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112 Friedhofsgärfnerei. Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es übernimmt die Neubepflanzung der Grabstätten mit Efeu, Sedum, Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jähr weise Pflege. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch die Friedhofsgärtnerei, Eckenheimer Landstraße 258 (Fernspr. Zeppelin 52041 und 52042) oder durch das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37 (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topfpflanzen und Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindlichen Verkaufsstellen zu bedienen. . Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das Verkaufsverbot am Sonntag werden die Friedhofsbesucher gebeten, ihre Blumenbestellungen bis spätestens Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf dem n-euen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße werden laut Gemeindebesch1uß alle gärtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friedhofsamtes der Gemeinde ausgeführt. Sprechstunden der Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 22024, 15—16 Uhr — Dr. Horovitz, Staufenstraße 30, Fernspr. Maingau 77963, 15—16 Uhr (außer Montag) — Dr. Lazarus, Friedrichstraße 29, Fernspr. Maingau 79482, 15—16 Uhr — Dr. Salzberg er. Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920, 15 i6X Uhr — Dr. Seligmann, Böhmerstraße 9 part., Fernspr. 51184, 17—18 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinhart werden. M Jüdische Chronik Sprechstunde für Religionsunterricht. Der Referent für unseren Religionsunterricht, Herr Gemeinderabbiner Dr. Lazarus, ist in allen auf den Religionsunterricht bezüglichen Angelegenheiten werktäglich von 15—16 Uhr in seiner Wohnung, Friedrichstraße 29, zu sprechen. Andere Sprechzeiten können durch Fernruf (Maingau 79482) vereinbart werden. Bibliothek nnd Museum. Infolge des Umbaues des Gemeindehauses müssen die Gemeindebibliothek und das Museum vorübergehend für einige Zeit geschlossen bleiben. Die Wiedereröffnung wird rechtzeitig an dieser Stelle bekanntgegeben. Der Leseraum ist wieder eröffnet und befindet sich bis auf weiteres im Erdgeschoß des Gemeindehauses, Fahrgasse 146. Zuwendungen Dem Museum jüdischer Altertümer - wurden _ folgende Geschenke überwiesen: Von Frau Baronin Edmönd de Rothschild-Paris eine goldene Gedenkmünze; von Herrn Saemy Jap he t-London seine Selbstbiographie „Recolleetions from my business life"; von Herrn Dr. Hirsch- Tabor einige Wimpel aus dem 18. und-19. Jahrhundert; von Herrn Bürodirektor J. Meyer ein Bildnis von Fettmilch und ein politisches Plakat; von Herrn Rosenbaum mehrere alte Dokumente. Sdiluss der amtlidien Anzeigen. Deutschland Berlin. Die judenfeindlichen Ausschreitungen setzen sich leider fort; so drangen vor einigen Tagen Nationalsozialisten in das Schulhaus der „Adas Jisroel" ein und überfielen eine dort tagende Elternversammlung. — Die Berliner Frauengruppen des C. V. haben die Gründung einer „Schule der Frauen" beschlossen, welche die jüdischen Frauen für den Abwehrkampf ertüchtigen und ihre seelische Not lindern will. — Im Rahmen eines vom C. V. veranstalteten Kulturtages fanden am 29. 11. drei größere Kundgebungen statt. — In einer religiösen Weihestunde in der Synagoge in der Prinzregentenstraße sprach der Oberregisseur der Staatstheater, Professor Leopold Jefiner, über das Thema „Religion und Charakter". — Der Direktor der Chewra Kadischa Groß-Berlin, Rabbiner Dr. Samuel Link, wurde neulich 60 Jahre alt, desgleichen der Gelehrte und Bibliophile Lazarus Goldschmidt. — Im Alter von 67 Jahren verschied am 21. 12. der Vertreter der sozialen Hygiene an der Berliner Universität, Professor Alfred L e w a n d o w s k i, ein Sohn des Komponisten Louis Lewandowski. — Breslau. Die Höhere Jüdische Schule wurde vom Preußischen Ministerium für Volksbildung als Reform-Realgymnasium anerkannt. — Darmstadt. Nach dem Vorbild Preußens hat nun auch die hessische Regierung eine Verfügung erlassen, nach der die Ablehnung jüdischer Richter unzulässig ist. — Frankfurt a. M. Das Schöffengericht verurteilte den Nationalsozialisten Martin Reinhard aus Waldbrunn bei Würzburg, der vor einiger Zeit aus der Synagoge kommende Leute bedroht und überfallen hatte, wegen Körperverletzung zu 5 Wochen Gefängnis. — In ihrer letzten Sitzung lehnte die Stadtverordnetenversammlung einen nationalsozialistischen Antrag, die Preußische Regierung um Erlaß eines Schächtverbotes zu ersuchen, ab. — Gleiwitz. Die Kultussteuer wurde auf 19 Prozent der Einkommensfeuer und 60 Prozent der Ver-> mögenssteuer festgesetzt. — Gotha. Am 21. 12. wurde der bekannte Numismatiknr Prof. Behrend Pick 70 Jahre alt.— Groß-Gerau. In Anwesenheit von _ Vertretern jüdischer und nichtjüdischer Organisationen und Vereine, sowie von Delegierten der Stadt und des Kreises wurde ein zum Andenken an 44 im Weltkriege gefallene jüdische Soldaten der Gemeinde Groß-Gerau errichtetes Ehrenmal eingeweiht. — Hamburg. In der Kunsthalle wurde vor einiger Zeit eine Büste des verstorbenen Kunsthistorikers Professor Aby Warburg enthüllt. — München. Der freigewordene Posten des zweiten Rabbiners wurde Herrn Dr. Robert Geis (Frankfurt a. M.) übertragen. — Stuttgart. In Gegenwart von Vertretern der Regierung, der Kommune, der evangelischen und katholischen Kirche sowie einer Anzahl jüdischer und nichtjüdischer Organisationen und Vereine wurde die Feier des 100jährigen Bestehens des Württembergischen Oberrats begangen. — In der Tagung der israelitischen Landes- Versammlung Württembergs wurde der Etat beraten, in welchem Ausgaben in Höhe von 423 675.45 M. Einnahmen in Höhe von 214 834,75 M. gegenüberstehen, so daß ein Zuschuß von 208 858,70 M. durch Steuern zu de.rken ist. Es wurde beschlossen, 3.9 Prozent Landesumlage von der Einkommensteuer und von der dreifachen Vermögenssteuer zu erheben. An den württembergischen Hochschulen beläuft sich im Sommerhalbjahr 1931 die Zahl der jüdischen Studierenden in Tübingen auf 0,5%, Stuttgart 1,1%, Hohenheim 0. Europa. Aasland Oesterreich. Die Familie des verstorbenen Dichters Arthur Schnitzler spendete 300 Schilling für jüdische Arme und 100 Schilling für das jüdische Hospital. Niederlande. Amsterdam. Die neueste Statistik ergibt für das Ende des Jahres 1950 eine jüdische Bevölkerung in Amsterdam von 62 443 Seelen; im Laufe von 1930 wurden 773 jüdische Kinder geboren, 368 Ehen geschlossen und 18 Ehen getrennt; 1899 Kinder besuchten die jüdischen Religionsschulen. — Delft. Als erste Frau in Holland erwarb eine jüdische Studentin . der Universität Leiden, Frl. P. Ehrenfest, Titel und Würde eines Doktors der Mathematik. Belgien. Im Alter von 42 Jahren verstarb der jüdische Dichter Leo Mann, einer der bedeutendsten Vertreter der modernen flämischen Literatur. Er hat eine Sammlung lyrischer Gedichte und einige Dramen in flämischer Sprache verfaßt. Frankreich. Wegen der zunehmenden Arbeitslosigkeit in Frankreich wird vor einer weiteren Einwanderung von Juden nach (Fortsetzung auf Seite 113) ^Kanal-u.Wasserbau-Gesellschaft Bergerstr. 6 m. b. H. Bergerstr. 6 V" sorgt für Instandhaltung der Kanal- und Wassermg leitungs-Anlagen. Carolus 43537/38^r £| Unser diesjähriger j| INVENTUR-AUSVERKAUF hat Montag, den 4. Januar 1932 begonnen S.ZEIMANN A.G. ^B^^^aMBHHHBBHHHMHHBM"* Zeil 67—69 Nur eine Treppe Zeil 67—69 A e 11 e ste:Textjl-Etage Deutschlands

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