Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 10 (1931-1932)
- Issue
- 5 (1.1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3094266-3094373-3094378--3076-3097838- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
liehe und industrielle Entwicklung des Landes nicht die günstigsten sind; schließlich findet der jüdische Arbeiter den eingeborenen Araber als Konkurrenten vor, der gewohnt ist, länger, schwerer und vor allem viel, viel billiger zu arbeiten als der Jude (Albert Thomas, der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, schreibt in einem in der Revue „Palestine" erschienenen Artikel, daß der Araber sich mit einem Viertel und selbst einem Sechstel dessen be<rnügt, was der jüdische Arbeiter als Existenzminimum betrachtet). Diesen Hindernissen steht ein Idealismus gegenüber, der, die ungeheuren Schwierigkeiten nicht scheuend, das Land, das durch jahrhundertelange Unkultur vernachlässigt ist, zu einem modernen Gemeinwesen aufbauen will. Die Frage ist nur, ob es den Zionisten gelingen wird, einerseits genügend Kapital ins Land zu bringen, andererseits eine Sozialpolitik zu treiben, die sowohl „den Schutz der Gesundheit und der Kulturstufe der eingewanderten jüdischen Arbeiter wie auch die progressive Steigerung der Lebenshaltunsr der arabischen Arbeiter" sichert. (Albert Thomas in dem bereits zitierten Artikel ..Palästina und die internationale Sozialpolitik"). Augenblicklich leben ungefähr 170—180 000 Juden in Palästina: 1922 waren es nur 8^ 000. doch setzte in den folgenden Jahren eine sehr starke Einwanderung ein. teilweise hervorgerufen durch die Einwaudemngsbeschränkunsren der Vereinigten Staaten. Der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung Palästinas st'eg 1922—26 von 11 auf 17 %. Unter den Jugendlichen (3—ISiähri^en) sollen die Juden nach einer im Statesman Yearbook 1927 veröffentlichten Schätzung sosrar mit 20 % vertreten sein. Es fällt überhaupt der große Anteil junsrer Leute unter den Juden Palästinas auf. Narh dem ..Census of Jewish Labor in Palestine" gab es 192R unter 32 000 beobachteten Arbeitern fast 70 die noch nicht 30 Jahre waren, 1922 waren es sogar 75 %\ Die Geschlechtsverteilung wie auch der Anteil der Kinder ähnelt dem Durchschnitt des Geschlechts- und Altersaufbaues der jüdischen Einwanderung nach den Vereinigten Staaten: doch sei bemerkt, daß in der sogenannten „Arbeiter-Einwanderun?" fOhaluzim) 75 % Männer und nur 25 % Frauen waren (1925'26 unter 13 000 eingewanderten Chaluzim, nach den Ziffern der Allgemeinen Arbeiter-Organisation). Was schließlich die Berufsverteilung anbelangt, ist festzustellen, daß die jüdisch-nalästinensische Einwanderung eine ganz andere Zusammensetzung zeigt als die jüdische Einwanderung nach Amerika. Der verhältnismäßig hohe Prozentsatz landwirtschaftlicher Arbeiter fällt auf, überhaupt das Vorherrschen produktiver Berufe. Der Wanderung nach Palästina geht sehr oft ein Berufswechsel voraus, der allerdings statistisch schwer erfaßt werden kann; wir verweisen immerhin auf die Arbeit von W. Preuß („Census of Jewish Labor in Palestine", Tel- Aviv 1927). _ Die Er>verbsbesehr«nkt«m in der weiblichen Arbeitsvermittlung (Aus einer größeren Arbeit.) Von M. L. Im Jahr 1930 haben sich bei dem Unentgeltlichen Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge für jüdische Frauen und Mädchen in Frankfurt a. M. 13P6 Arbeitsuchende gemeldet, von denen 123 — 9% erwerbsbeschränkt waren. Der Begriff „erwerbsbeschränkt" ist nicht eindeutig zu umschreiben-; hier sollen darunter diejenigen Frauen und Mädchen verstanden sein, für die eine Arbeitsvermittlunaauf Grund ihrer geistisren, körperlichen oder moralischen Eigenschaften mit größten Schwierigkeiten verbunden ist: Mit Gebrechen und Krankheiten Behaftete, Schwachsinnige vom harmlosen Grenzfall bis zur Idiotin, Psvchopathen und schließlich körperlich, sreistig und moralisch zugleich Minderwertige. Der verhältnismäßig hohe Prozentsatz der Erwerbsbeschränkten unter den Gemeldeten ist wahrscheinlich noch zu aiinstig, da bei auswärtigen Bewerberinnen, mit denen nur schriftlich verkehrt wird, eine lückenlose Feststellung der persönlichen Verhälthisse nicht immer möglich ist. Nach Altersstufen verteilen sich die Erwerbsbeschränkten auf die Gesamtzahl der Gemeldeten wie folgt: Altersstufen Insgesamt gemeldet Erwerbsbeschränkt In % Unter 20 Jahren .... Ueber 30 Jahre..... 557 l" 521 289 43 45 35 7,7 °/o 8j6% 12,1% *° **e" t° ltt*$ Das *Of, r**ni ist der Leitgedanke unseres diesjährigen e'n *ft Inventurausverkauf s Nur unsere hochwertigen S t a in fflfq II a]IJ 1ä16 II gelangen mit 10, 20, 30, 50°|0 Rabatt zum Verkauf FUBENDA ECK Roßmarkt 10 inh. Leo Buschhoff Hauptwache Gemeindemitglieder bedient Euch zur Gräberpflege der mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestatteten Friedhofsgärtnerei der Israelitischen Gemeinde. Sie übernimmt die Neubepflanzung von Grabstätten in jeder gewünschten Art, sowie die jahrweise und dauernde Pflege. Lieferung von Kränzen, sowie von T o p fpflanzen und Schnittblumen für alle Gelegenheiten. Bestellungen durch das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde, Zeppelin 52041 oder direkt in der Gärtnerei, Eckenheimerlandstrasse 238. NAUMANN Die Grosse MARKE in Seifen jeder Art. Für Naumann's Kernseife «extrafeine Qualität» gibt es keinen Ersag. Naumann's Feinseifen sind unerreicht in Körper sowie Parfüm und für die Gesundheitspflege direkt vorbildlich. KAUFT NUR FRANKFURTER MAZZEN i hergestellt mif den allerneuesfen, automat. betriebenen Maschinen der hygienisch einwandfreien Mazzenbädcerei d. Isr. Gemeinde, denn diese sind erstklassig und billig da nur la Rohmaterial unter fachmännischer Leitung verarbeitet wird durch den neuen Pächter J. BENJAMIN Inh. v. Flamm's Mazzenfabrik Uffenheim unter Aufsicht der Ritualkommission Bestellungen und Anfragen erbitte vorläufig an L. FLAMM, Eschersheimer Landstrasse 11, Telefon 58076 Tüchtige Vertreter gesucht