Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 10 (1931-1932)
- Issue
- 5 (1.1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3094266-3094373-3094378--3072-3097834- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
106 nur dort ersichtlich. Für die Beurteilung der Größen -Verhältnisse können die heutigen Abmessungen von Gebäuden nicht herangezogen werden, doch war auch seinerzeit hier kein Monumentalbau erstellt worden. Selbst für die Fertigstellung der Profile am Portal scheinen die Mittel nicht mehr gereicht zu haben. Der "Wert der vollendeten Dekorationen ist von besonderer Wichtigkeit (vgl. S. 110 f.). Kompositgerät — Thoraw eiser und Kerzenhalter für die Hawdalah — in Heidelberg. (S. 147) Holzschnitzerei von massiger, wenig detaillierter Ausführung 'bei klarer Durchbildung der einzelnen Formteile. Die weisende Hand mit Manschette ist gleichzeitig der Griff des Kerzenhalters, zu dem zwei Zwischenglieder überleiten. Diese, ein hoher rechteckiger Würfel und eine Art Eichel, vermitteln in geschickter Weise und abwechslungsreich zwischen den heterogenen Einzelteilen, das Ganze nicht ohne Monumentalität, dennoch zweifellos nicht vor der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden. Thoraschild in Mainz. (S. 152) In einem reichornamentierten Felde ein schlichter Tagesanzeiger, das Ganze wagerecht betont und in der Mittelsenkrechten kontrastierend hervorgehoben. Der Gesaanteindruck reich, aber unruhig. Die durch Meisterzeichen genau festgelegte Entstehungszeit — 1710 — schwer mit der Ausführung in Einklang zu bringen. Auch sonst gibt diese ausgezeichnete Silberarbeit mancherlei Rätsel auf-, obgleich der Meister und der Entstehungsort, Johann Peter Köhler in Mainz, nachgewiesen sind. Nach der vorliegenden Aufnahme lassen sich die interessanten Einzelheiten nicht näher aufzeigen, die restlose Erklärung dieses in der Formgebung einzelnen Gebildes seiner Art steht noch aus. Grabstein Worms Synagoge Worms ^J-VBi*» Becher i n M a n n h e i m. (S. 168) Solche vergoldeten Treibarbeiten finden sich in verschiedenen Synagogen, z. B. in Frankfurt a. M. und in Berlin; soweit alttestamentarische Szenen für das Bildwerk verwendet wurden, kann mit einem jüdischen Auftrag gerechnet werden. Ohne aber diese Frage übermäßig zu bewerten oder die Gegenfrage nach der zeitlichen Differenz zwischen der Entstehungszeit und der Widmungszeit (Meisterzeichen gegen Inschrift) über das Kalendarische hinaus zu berücksichtigen, soll das Stück selber betrachtet werden. Der Schaft des Bechers, oben für den Lippenansatz ausgebogt und als freie Zone behandelt, steht auf einem Fuß, dessen Behandlung als Standfläche zugleich statische und ästhetische Gesichtspunkte vereint. Das Verhältnis beider Teile zueinander und zum Ganzen tritt hier besonders wohlabgewogen in Erscheinung, der Techniker und der Künstler waren im Meister' gleichmäßig entwickelt, alte Tradition dürfte ihm die Arbeit erleichtert haben. Die freie Fläche des Becherschaftes nicht minder geschickt und auch unter gleichen Bedingungen geschaffen. Drei gerahmte Einzelszenen sind in eine Ornamentik gestellt worden, die den freien Raum füllt, ohne zu verwirren, oben und unten dem Schaft und zugleich der Kräfteverteilung des ganzen Bechers angepaßt. Die ausgezeichnete Aufnahme läßt die Rundung des Bechers gut erkennen, die in dieser Bildszene im Sinne einer seitlichen, also fortlaufenden Orientierung in Erscheinung tritt. Die Arbeit, etwa im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts entstanden, zeigt seitens des Spenders einen Geschmack, der für ein hohes Kunstverständnis Zeugnis ablegt. Standleuchter für Chanukka in Goch. (S. 157) Die Größe des Bronzeleuchters und seine außerordentlichen Abmessungen sind erst verständlich, wenu man ihn auf eine Brüstung stellen würde, wohin er gehört. Aus einem weich gehaltenen Kelch wächst ein kräftiger Schaft, der sich nach oben zu etwas verjüngt, oberer Abschluß durch ein flammenartiges Ornament. Durch Profilierungen getrennt, gehen seitlich von dem Schaft Hände aus, die den Leuchterarmen als Trager dienen. Die Arme ranken sich in eleganten Schwüngen zur oberen Querstange mit den Lichttüllen; der vordere Arm, der den „Schammes" trägt, verwirrt das Bild, auf dem er den rechten Teil überschneidet. Die Gesamtwirkung wird durch den Kontrast zwischen dem Schaft und den Armen erzielt, deren oberes Ende allerdings nicht allzu glücklich gelöst zu sein scheint. Auch die Lichttüllen passen nicht zur Entstehungszeit, die etwa in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu finden wäre. Illuminierte Handschrift: gefertigt in Köln 129 5-/6, jet.zt in Budapest. S. 195) Inhaltliche Bestimmung: Gesetzkodex Mischne-Thora des Maimonides, vollendet 1180. Das Buch der Reinheit wird durch eine Darstellung der Opferung Isaaks bezeichnet, die inhaltlichen Zusammenhänge würden die Grenzen dieser Unterschrift überschreiten, von einem Bild, bzw. einer Illustration kann aber hier schwer die Rede sein. Die Landschaft ist lediglich durch zwei seitlich begrenzende Bäume angegeben, der Berg schließt nach unten zu die Darstellung, deren Himmel fehlt. Der erzählende Teil, eng zusammengedrängt, läßt sich mit einem Blick umfassen, er ist um Abraham gruppiert, den Namensk Fr- Thoraweiser Heidelberg