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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-12-01 · 4 (12.1931) · p. Seite 85

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
4 (12.1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 85 (sequence 11)
Language
German
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85 Sprechstunde für Religionsunterricht. Der Referent für unseren Religionsunterricht. Herr Gemeinderabbiner Dr. Lazarus, ist in allen auf den Religionsunterricht bezüglichen Angelegenheiten werktäglich von 15—16 Uhr in seiner Wohnung, Fried riehst rasse 29, zu sprechen. Andere Sprechzeiten können durch Fernruf (Maingau 79482) vereinbart werden. Bibliothek nnd Museum. Tnfolge -de« Umbaus des Gemeindehauses müssen die Gemeinclebibliothek und das Museum vorübergehend für einige Zeit geschlossen bleiben. Die Wiedereröffnung wird rechtzeitig an dieser Stelle bekanntgegeben. Der I. eseraum ist wieder eröffnet und befindet sich bis auf Weiteres im Erdgesehoss des Gemeindehauses, Fahrgässe 146. Totenehrung. Die Stadt Frankfurt ließ am Totensonntag auf dem Ehrenfeld des Friedhofs an der Rat-Beil-Straße einen Kranz niederlegen. Zuwendung. Herr Prof. Dr. Martin Buber hat der Gemeindebibliothek eine größere Sammlung von Werken aus der neueren jüdischen Literatur gespendet. Sdiluss der amtlichen Anzeigen. TEPPICHE GARDINEN LINOLEUM nur im neuen Beachten Sie die sehenswerten Schaufenster mit Qualitätswaren zu sensationell niedrigen Preisen BRUMtilK L i e b f r a u e n s t r- 1-3 Ana <Icp Gemeiiulevertrctunjr Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meyer. Sitzung vom 4. November t931. In Anwesenheit von 31 Mitgliedern der Gemeindevertretung und 7 Mitgliedern des Vorstandes eröffnet der Vorsitzende, Herr Dr. Richard Merzbach, die Sitzung und begrüßt die nach längerer Erkrankung wieder erschienenen Herren Fromm und Dr. Geiger. Zunächst werden einige Wahlen vorgenommen, und zwar, in den Vorstand an Stelle des verstorbenen Herrn Fritz Sondheimer für den Rest seiner Amtsdauer Herr Hugo Hecht: in die Religionsunterrichtskommission: Oberstudiendirektor Dr. Otto Driesen und Privatdozent Prof. Dr. Fritz Heinemann; in den Vorstand der Ignatz- und Anha- Sichel-Stiftung: Herr Jacob Tmm. — Die Krankenhausrechnung für das Rechnungsjahr 1929/30 wird genehmigt. Mehrere Vorlagen des Vorstandes betreffen die Durchführung von Notstandsmaßnahmen auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge. Im einzelnen handelt es sich um die Beratungen der Wirtschaftskommission und die von den Referenten dieser Kommission aufgestellten Leitsätze, um die Ueberlassung von Räumen in der Liegenschaft Eschersheimer Landstraße 65 an die Jüdische Leihkasse, an den Verein Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden, um die Zusammensetzung und das Arbeitsgebiet der Kommission für soziale Fürsorge, einen Bericht über die Entwicklung der Notstandsküchen und die Errichtung einer Toynbeehalle und schließlich um die Auszahlung von Teilsubventionen an die Anstalten der geschlossenen, halboffenen und offenen Wohlfahrtspflege, sowie an die Jugendorganisationen für das zweite Halbjahr des laufenden Rechnungsjahres. Die hierzu ergangenen Vorstandsbeschlüsse werden verlesen. Außerdem liegt eine namens der Fraktion der jüdischen Volkspartei von Herrn Rechtsanwalt Simon eingebrachte Anfrage vor, was geschehen sei, um der großen Not innerhalb der Frankfurter Juden in den nächsten Monaten zu steuern und was der Vorstand unternommen habe, um eine Senkung der Lebensmittelpreise für die rituell lebende Bevölkerung zu erreichen. Der Vorstand ist zur sofortigen Beantwortung der Anfrage bereit, und Herr Julius Bio ch berichtet in längeren Ausführungen über die Durchführung der verschiedenen Notstandsaktionen. Bei den in diesem Jahr um 25% gekürzten Mitteln des Subventionsetats galt es, sich auf die Befriedigung der dringendsten Not zu beschränken und zu versuchen, die allerprunitivsten Bedürfnisse der Notleidenden zu stillen. Unter der Devise „Kampf dem Hunger", ist kurz nach den Feiertagen in dem Uebäude des alten Krankenhauses, Königswarteratraße 20, eine Notstandsküche errichtet worden, welche zurzeit täglich ruud 4UÜ Portionen warmes Essen ausgibt, von denen 3UU im Krankenhaus Uagernstraße und IIA) in der Jüdischen Haushaltungsschule zubereitet werden. Die Portion wird zum Preis von 1U Pfg. an Bedürftige abgegeben. Die Finanzierung der Einrichtung wird in der Weise durchgeführt, daß Mitglieder mit einem Mindestbeitrag von 3U Pfg. mouatlich in allen Kreisen der Frankiurter jüdischen Bevölkerung geworben werden. Dabei hat sich in dankenswerter Weise die Jugend zur Mitarbeit bereiterklärt und ihre Bereitschaft auch' in. die Tat umgesetzt, selbst die Schuljugend hat in ihren Klassen kräftig geworben. Wenn auch auf diese Weise die Verbundenheit aller Kreise in der gegenseitigen Hilfe für die Bedürftigen festgestellt werden konnte, so ist immerhin bei der wachsenden Not der Finanzbedarf für diese Einrichtung nur für einen Monat sichergestellt. An Naturalien sind darüber hinaus von einei Seite 2UÜ0 Zentner Kartoffeln und von einer anderen Seite 250 Zentner Kohlen gespendet worden, wofür besonderer Dank gebührt. Es wird Sorge getragen werden, daß auch in . diesem Winter kein Bedürftiger friert. Ein Mangel besteht darin, daß es nicht möglich ist, den erforderlichen Bedarf an Kleidern, Wäsche und Schuhen im Wege einer eigenen Sammlung zu beschaffen, und es wird an alle diejenigen, die in der Lage süid, überflüssige Kleidungsstücke abzugeben, die Aufforderung gerichtet, von sich aus solche Stücke an die Jüdische Wohlfahrtspflege zu überweisen. Die Organisation einer Kleidersammlung ist deshalb nicht möglich, weil die „Frankfurter

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