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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-12-01 · 4 (12.1931) · p. Seite 84

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
4 (12.1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 84 (sequence 10)
Language
German
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84 Seit IM Jahren finden nunmehr diese Zusammenkünfte statt. Die Eltviller Frauen bilden heute tatsächlich, eine Gemeinschaft, sind glücklich über die Zusammenfassung, die eine Aenderung ihrer Lebensführung bezüglich der Stellung zum Judentum hervorrief. Sie erklären, daß sie diese Abende aus dem Gang des Alltags herausreißen und ihnen Gedankengänge und ein Erlebnis gebracht haben, die sie nicht missen möchten. Die Gastgeberin ist jeweils verpflichtet, über den Verlauf des Abends in ein hierfür bestimmtes Heft kurze Berichte zu geben. Heute sind die Eltviller Frauen wesentlich interessierter an Fragen des Judentums als die Männer. Es sind die Frauen, die auf ihre Männer nicht ohne Erfolg nach dieser Richtung wirken. Es sei noch bemerkt, daß die Männer meistens Viehhändler und Metzger sind, auch einige kleine Kaufleute sind darunter. Vergangenen C h a n u k k a benutzte ich zur Veranstaltung einer besonderen Feier, zu der ich die Kinder, vor allem als Aufführende heranzog. Die Feier wurde von fast allen Juden des Rheingau besucht. Es war das erstemal, daß eine religiöse Feier in diesem Kreise gehalten wurde. Mein Gedanke, die Erwachsenen über die Kinder gefühlsmäßig dem Judentum näher zu bringen, sollte seine Bestätigung erfahren. Zwei Tatsachen schälten sich heraus: der jüdische Frauenverein des Rheingau erfuhr eine Veränderung. Es finden jetzt vierteljährlich Zusammenkünfte statt. Das Interesse an allen möglichen jüdischen Fragen ist gewachsen. Auch im übrigen Rheingau, nicht allein in Eltville, wirkt nun die Frauen-Chewra. Bei jeder Zusammenkunft findet ein Vortrag statt. Träger dieser Umwälzung war bezeichnenderweise die Eltviller Frauengruppe. Vor allem sollte jedoch etwas für den Rheingau ganz Neues in Erscheinung treten: die jüdischen jungen Mädchen gingen auf meine Anregung eines Zusammenschlusses freudig ein. Hier dürfte etwas ganz Wesentliches vor sich gehen. Diese jungen Mädchen hatten untereinander überhaupt keine Fühlung, sofern nicht verwandtschaftliche Beziehungen vorlagen. Es ist hier zu berücksichtigen, daß in den einzelnen kleinen Orten jeweils nur wenig jüdische Mädchen wohnen. Diese waren daher ausschließlich auf den Verkehr mit christlichen Freundinnen angewiesen und den jüdischen Fragen fast völlig entfremdet. Hier ist die Wandlung eine radikale, denn dieser junge Kreis nimmt mit Begeisterung Besitz von einem Gebiet, das er bislang nie betreten hatte. Man darf wohl in diesem Falle von der Bildung einer Zelle sprechen, die zukunftverheißend ist. Es findet alle vier Wochen eine Zusammenkunft statt, abwechselnd bei jedem Mitglied der Gemeinschaft. Es wurde nach einer Einführung durch mich mit dem Lesen von Dubnows: Geschichte des jüdischen Volkes begonnen, wozu Er läuterungen gegeben werden. Jede führt ein Notizbuch, die Gastgeberin hat jeweils über den vergangenen Abend ein kurzes Referat zu halten. Auch hier gibt es keine Aemter, nur gleiche Pflichten. Es wird ein vierteljährlicher Beitrag von . Mk. 1.— erhoben. Gemeinsame Wanderungen sollen den Zusammenschluß unterstützen. Und tatsächlich hat sich dieser in so vervorragender Weise vollzogen, daß 'diese sich fast fremden jungen Mädchen sich heute sämtlich duzen und sich als untrennbare Gemeinschaft fühlen. Inzwischen hat der Zusammenschluß, selbst ohne mein Zutun, über den Rheingaukreis hinausgegriffen durch die Begeisterung der jungen Mädchen. Es dürfte vielleicht von Interesse sein, daß auch die schulpflichtige Jugend im Eltviller Bezirk zu gemeinsamen Ausflügen zusammengefaßt werden konnte und auch viel Interesse bekundet für den Jugendgottesdienst, der zeitweilig von meinem Mann abgehalten wird. So wird es möglich, diese jungen Menschenkinder schon früh aktiv für die Gedanken des Judentums zu gewinnen- Erna Stern (Kiedrich). Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands Kultussteuer. L Die Kultussteuer der nur Lohnsteuerpflichtigen für das zweite Halbjahr ist in der Woche vom 25. Oktober bis 1. November fällig geworden und an die auf den Veranlagungen bezeichneten Finanzkassen zu entrichten. n. Die Sprechzeit der Steuerverwaltung der Gemeinde ist jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag von 814 bis 12% Uhr vormittags. Wenn es einem Steuerpflichtigen nicht möglich ist. während dieser Stunden vorzusprechen, so kann eine andere. Sprechzeit im Einzelfall vereinbart werden. Tel. 27544. Anmeldung von Trauungen. Jede Trauung muß, wenn sie von einem Gemeinderabbiner vollzogen werden soll, mindestens zwei Wochen vor dem Termin im Gern eindeburo, Fahrgasse 146, Zimmer 37, unter Vorlegungder standesamtlichen Papiere und unter Angabe der Zeit und des Ortes der Feier angemeldet werden. Anmeldung von Barmizwa-Knaben. Die Anmeldung für den Bannizwa-Untemcht geschieht für die Gemeindesynagogen im Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37. Die Anmeldung soll mindestens fünf Monate vor der Feier erfolgen: bei geringen Vorkenntnissen ist ihre Anmeldung schon 6 Monate vorher ratsam. Gedächtnislichter. Zum Andenken an Verstorbene können in den Gemeindesynagogen Gedächtnislichter gebrannt werden. Die im Voraus zahlbaren Gebühren betragen: für ein Licht am Jahrzeitstag Rm. 1.— für ein Licht w ä h r e n d des Trauerjahrs (11 Monate und am ersten Jahrzeitstag) Rm. 75.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag RM. 100.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag einschliesslich V e rrichtung des Kaddisehgebets Rm. 200.—. _ Bekanntmachungen des Friedhofsamtes. Meldung von Sterbefällen. Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofsamtes (Fernspr. Zeppelin Sammelnummer 52041) erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Friedhofsgärtnerei. Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es übernimmt die Neubepflanzung der Grabstätten mit Efeu, Sedum, Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jahrweise Pflege. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch die Friedhofsgärtnerei, Eckenheimer Landstr. 238 (Fernspr. Zeppelin 52041 und 52042) oder durch das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37, (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt. Die Gememdemitgileder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topfpflanzen und Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindlichen Verkaufsstellen zu bedienen. Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das Verkaufsverbot am Sonntag werden die Friedhofsbesucher gebeten, ihre Blumenbestellungen bis spätestes Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf dem neuen Friedhof an der Eckenheimer Landstrasse werden laut Gemeindebeschluss alle gärtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friedhofsamts der Gemeinde ausgeführt. Sprechstunden der Gemeinderabbiner. Rabbiner Dr. Hof fmann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 22024, 15—16 Uhr Rabbiner Dr. Ho r o v i t z, Staufenstr. 30, Fernspr. Maingau 77 963, 15—16 Uhr (außer Montag) Rabbiner Dr. Lazarus, Friedrichstr. 29 Fernspr. Maingau 79 482, 15—16 Uhr Rabbiner Dr. Salzberger, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920, 15V*—I6V2 Uhr. Rabbiner Dr. Seligmann, Böhmerstr. 9 part. Fernspr. 51184, 17—18 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden

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