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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-10-01 · 2 (10.1931) · p. Seite 44

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
2 (10.1931)
Date
1931-10-01
Page
Seite 44 (sequence 14)
Language
German
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fükrlidien Bericht über die Staatebeikilfen für den Religionsunterricht, der Verbandsentwurf für ein neues Judengesetz. — Griinsfeld. Die Synagoge in Griinsfeld bei Tauberbisdiofsheim ist abgebrannt. — Hamburg. Bei den Wahlen in das-Parlament des Freistaates Hamburg erhielten die Nationalsozialisten 45 Sitze: die Zahl ihrer Mandate im Jahre 1928 betrug 5. — In Anwesenheit führender Persönlichkeiten des liberalen Judentums, Vertretern des Senats und anderer Behörden, sowie Delegationen zahlreicher jüdischer Verbände wurde -am 30. VIII. der n e u e Tempel des Israelitischen Tempelverbandes eingeweiht. — Königsberg. Kürzlich beging Geheimer* Med,izina;lrat Professor Dr. Hugo Falkenheim, Vorsitzender der Königsberger Synagogengemeinde und Mitglied des Rates des „Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden", seinen 75. Geburtstag. — Liegnitz. Wegen des Ausdrucks „Judenrepublik" wurde der nationalsozialistische Reidistagsabgeordiiete und ehemalige Pfarrer in Borkum, Mündianeyer, zu einer Geldstrafe von 1200 Mark verurteilt. — München. Eine von den Synagogenvereinen ..Linath Hazedek" und ..Agudath Achim" für die ostjüdischen Bewohner der Stadt München errichtete Synagoge wurde eingeweiht. — In diesem Jahr kann Professor Emanuel Kirscbuer auf eine 50jährige Tätigkeit als Kantor der jüdischen Kultusgemeinde München zurückblicken. — Wertheim. Der nationalsozialistische Antrag auf Erlass eines Schächtverbotes wurde abgelehnt. - " Ausland Oesterreich-Ungarn. Budapest. Zum Gedäditnis an die jüdischen Kriegsgefallenen wurde ein Helden-Temp e 1 eingeweiht. — Primärarzt Dr. Samuel L ö w. Sohn des verstorbenen Budapester Predigers Dr. Leopold Low, wurde 85 Jahre alt. — Wien. In diesen Tagen wurde der 100. Geburtstag des jüdischen Erfinders des Automobils, Sieg-fried Marcus, feierlich begangen. — Im Alter von 6S Jahren verstarb die jüdisdie Philanthropin Dr. Henriette Weiss; die Verstorbene hat sidi hauptsädilidi in der Tuberkulosenfürsorge betätigt. Schweiz. Genf. Der Völkerbundsrat stimmte in seiner letzten Sitzung dem Palästina-Beridit der Mandatskommission debattelos zu. — An dem Kongress der europäischen Nationalitäten, der in der Zeit vom 29. bis 51. VIII. abgehalten wurde, nahmen Vertreter von 55 Nationalitäten teil. Präsident Dr. Wilfan wies auf eine Broschüre „Die Nationalitäten in den Staaten Europas" hin, die u. a. auch Beridite über die Lage der jüdisdien Minderheiten in Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und der Tschedioslowakei enthält. — Zürich. Im Jahre 1950 betrüg die Zahl der jüdischen Bevölkerung in der Stadt und den Vororten Zürichs 5897 Personen, während im Jahre 1920 in der Stadt Züridi allein 6662 Juden gezählt wurden. In der Ehestatistik stehen 50 jüdischen Ehen 21 Mischehen .gegenüber. Niederlande. Anlä&slieh des Geburtstages der Königin Wilhelmine von Holland wurde der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Amsterdam, Simon Loopuyt, zum Ritter des Ordens Oranien-Nassau ernannt. — Von den 4 jüdischen Stadträten, die in die Amsterdamer Stadtverordnetenversammlung gewählt wurden, wurde der älteste, S. Rodrigues de Miranda, Vizebürgermeister. Dies ist das erste Mal in Holland, dass ein Jude einen solchen Posten bekleidet. — An der Staatsuniversität zu Utrecht wurde Professor Dr. E. S. O niste in, an der Holländischen Handelsuniversität in Rotterdam Professor Dr. N. J. P o 1 a k zum Rektor ernannt. England. Zur Bewältigung der vielen Glückwunschkarten zum Neujahrsfeste mussten die Londoner Postämter den Dienst an diesen Tagen verstärken. — In der. englischen Presse werden die nationalsozialistischen Ausschreitungen in Berlin auf das schärfste verurteilt, wobei namentlich auf das Verhalten der deutschen Bürger, die den Angegriffenen nicht zu Hilfe eilten, hingewiesen wird. — Lord R e a d i n g ist Aussenminister, Sir Herbert Samuel Innenminister im neuen englischen Kabinett; Unterstaatssekretär für Luftfahrtwesen wurde Sir Philipp Saissoon. — Chadiam Dr. Moses Gaster, Oberrabbiner der spanisch-portugiesischen Gemeinde in London, wurde 75 Jahre alt. Lettland. Die letzte Volkszählung in Lettland ergab, dass der Anteil der Juden am Handel um 10%, derjenige an der Industrie um 2% gesunken ist. Auch die Zahl der jüdischen Angestellten und der Juden, welche freie Berufe ausüben, geht zurück. — Die lettische Regierung ermöglichte 255 jüdisdien Teilnehmern an den Freiheitskriegen, sidi auf dem Lande anzusiedeln. — Während des Taschlidi-Gebetes am ersten Tag des Rosch ha-Schana-Festes kam es in Riga zu antisemitischen Ausschreitungen. Litauen. Der litamische Innenminister erklärte, dass die Regierung nicht beabsichtige, die jüdischen Ausländer und Staatenlosen am 1. Januar 1932 auszuweisen. Im Zuzusammenhang mit polizeilichen Massnahmen war in letzter Zeit ein derartiges Gerücht entstanden. Polen. Warschau. In Polen erhalten etwa 70.000 jüdische Kinder keinen Sdiulunterridit. — Wilna. An der Universität wurde ein Lektorat für Hebräisdi eingeriditet. — Die historische Synagoge des Gaon von Wilna, ist teilweise abgebrannt. — Rowno. Im Alter von 80 Jahren verstarb der Rabbiner der jüdisdien Gemeinde Rowno, Meir Peczenik, der älteste Rabbiner Polens Und Spross einer angesehenen rabbinisdien Familie. Russland. Moskau. Unter den Führern des neu gegründeten Getreidetrusts für die 9 Sowjetrepubliken befinden sidi 5 Juden. — Die von der jüdischen Sektion des Bundes der Gottlosen gegen die hohen jüdisdien Feiertage organisierte Kampagne ist wirkungslos verlaufen, die Synagogen waren überfüllt, es mussten mehr Gottesdienste wie -früher abgehalten werden. Die antireligiösen Kundgebungen in den Fabriken waren von nicht ganz 5000 Personen, also von einem verhältnismässig kleinen Teil der Bevölkerung, besucht. Im übrigen zeigen sich besonders die armen jüdischen Landbewohner der antireligiösen Propaganda schwer zugänglich, die meisten jüdischen Bauern arbeiten selbst in der Erntezeit am Sabbat und an den Feier lagen üidit. Jugoslavien. Die neue Verfassung des Königreichs Jugoslavien gewährt den Juden volle Gleichbcrediiigu.ng und enthält wichtige Bestimmungen zur Förderung des interkonfessionellen Friedens. Tschechoslowakei. Kaschau. Vor kurzem wurde das jüdisdie Laiideslehrlings- und Waisenheiui für die Slowakei eröffnet. — Prag. Mit der Vertretung der Deutsch- Demoknatiischen Partei imtschechoslowakischen Abgeordnetenhaus wurde der jüdische Publizist Dr. Franz Bacher betraut. — Der frühere Korporal Karl Horak, der 1919 mit Hilfe von Untergebenen sieben jüdische junge Leute erschossen und beraubt hat, wurde vom Schwurgericht freigesprodicn. Rumänien. Die meisten jüdischen G emei n d e n Rumänien« befinden sich infolge der Wii'tschaftskrise und der damit verbundenen A'erarmung der jüdischen Bevölkerung in grosser Not. — 204 jüdische Gemeinden Rumäniens haben gegen die geplante Kalenderreforrii protestiert. (Fortsetzung auf Seite 45) D u rchsch rei be-Bücher Feine Druckarh@if en Süddeutsche Geschäftsbücher-Fabrik HERMANN GRÜNBAUM Mainzer Landstr. 59 (neben dem Neuen Theater) / Tel. 31283 Das Fachgeschäft für Haus und Küche + Glas und Porzellan Schillersfrasse 16, Gr. Eschenheimerstrafye 29 Für alle Wäsche 99 F G U f I O " Die kluge Hausfrau macht es so! SCHONE DEINE WASCHE DURCH 'CUI^IC -> DIE HAUSHALTSEIFE v H'lf 8 Ö%" F E TT Gr E* HA LT , Vereinigte SeifenfabrikenIBinder ,&*Ketels AG. Hamburg - Berlin - Stuttgart

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