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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-09-01 · 1 (9.1931) · p. Seite 18

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
1 (9.1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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Rudolf Hallo. Geschichte der Familie Hallo. 170 (mit Nachfahrenlisten, Ahnentafeln, Bildtafeln). Privatdruck, Kassel 1930. — Seit den klassischen Biographien David Kaufmanns ist wahrscheinlich, keine Arbeit genealogischer Art erschienen, die auf so hohen wissenschaftlichen Rang Anspruch erheben könnte, wie dieses Buch, mit dem sein Verfasser, der bereits mit -der Darstellung jüdischer Kunstdenkmäler -rühmlich hervorgetreten ist, beweist, dass auch er sein Handwerk verstellt. Die Bedeutung des Buches liegt nicht nur iun Genealogischen, für das der Verfasser mit Bienenfleiss alles Erreichbare zusammengetragen hat, sondern es ist zu einer wichtigen Geschichtsquelle, vor allem auch für die Berliner Gemeinde, geworden. Die zentrale Bedeutung, die der Familie im Bereich der jüdischen Sittenlehre zukommt, erweist sieh auch auf dem Gebiet der Geschichte einzelner Familien. Ist es schon bezeichnend, dass die jüdischen Bürgerfamilien ihre Vorfahren liäufig sehr viel weiter zurückverfolgen können, als dies bei Nichtjuden der Fall ist, wo bei der drittletzten Generation zumeist die Spur sich verläuft, so greifen die von R. Hallo vorgelegten Bilder aus dem Leben einer deutschen Hofjuden- und Handwerkerfamilie auch über den Durchschnitt jüdischer Familienkunde weit hinaus. Zeitlich umfasst die Darstellung' mehr als drei Jahrhunderte, geographisch werden wir von Prag, einem der wichtigsten Ausgangs- und Mittelpunkte jüdischer Genealogie, über Venedig nach Glogau und Stendal und dann nach Berlin geführt, wo um die Mitte des 17. Jahrhunderts ein Urahn der Familie Hallo, Israel Aron Ha'inmerschlag, eine führende Rolle als Armeelieferant des Grossen Kurfürsten und zugleich als „Begründer der Gemeinde" spielte. Von da führt der Weg über Halle, auf das der Familienname zurückgeht, im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts nach Kassel, wo dann die Nachkommen der vornehmen Hoffaktoren seit 1816 als ehrsame Maler und Lackierer bis in die Gegenwart wirken. In diesen hier nur im Umriss angedeuteten Rahmen ist eine fast verwirrende Fülle archivaTischen und literarischen Quellenmaterials eingespannt, ohne dass aber über der Menge der Einzelheiten der Blickpunkt sich verschiebt. Bei aller wissenschaftlichen Genauigkeit ist die Sprache belebt und bei Gelegenheit auch familiär, was bei der Nähe des Verfassers zu seinem Stoff nicht weiter verwunderlich ist. Das Buch ist stellenweise von starker innerer Spannung erfüllt und wird für die Geschichte einer ganzen Reihe einzelner Familien und Gemeinden, aber auch für die Gesamtgeschichte der deutschen Juden viel neue Fäden aufweisen. R. Wa c h s m u tili, Die Gründung der Unive rs i t ä t Frankfurt a. M. Verlag Englert & Schlosser, 260 S. geb. RM 7.50. — Der -durch seine zahlreichen Publikationen zur Frankfurter Geistesgeschichte rühmlich bekannte Verlag hat mit der Veröffentlichung dieser im Auftrag des Senats der Universität herausgegebenen Darstellung der Allgemeinheit einen wertvollen Dienst erwiesen. Zur Entstehungsgeschichte der Universität lagen wichtige Vorarbeiten vor von Franz Adickes und Ludwig Heilbruiiin, die beide an der Gründung in hervorragendem Masse beteiligt waren, jedoch fehlte es bisher an einer erschöpfenden und aktenmässigen Darstellung. Es ist heute, wo die Universität bereits fest mit der Stadt verwurzelt ist, besonders reizvoll, ihre allmähliche Entwicklung zu verfolgen. Zu einer Reihe wissenschaftlicher Gesellschaften, in denen seit einem Jahrhundert die geistig schaffenden, vor allem die naturwissenschaftlich interessierten Kreise der Stadt ihren Mittelpunkt fanden, trat auf Grund von Anregungen Leopold Sonnemanns und Wilhelm Mertons zunächst die Akademie für Sozial- und 'Handelswissenschaften, die 1901 ihre Arorlesungen begann. Die von Adickes mit unermüdlicher Tatkraft betriebene Ausgestaltung der Akademie zur Universität trat jedodi in das Stadium .der Verwirklichung erst durch zahlreiche und zum Teil sehr bedeutende Stiftungen, von denen an dieser Stelle nur die folgenden erwähnt seien: Georg und Franziska Speyer, Otto und Ida Braunfels, Wilhelm Bonn, Theodor Stern, Ludwig Edinger, Leo Gans, Henry Budge, Freifrau Mathilde von Rothschild und Freiherr von Goldsehmidt-Rothschikl. Im Jahr 1912 konnte der Stiftungsvertrag geschlossen werden, und vom 10. Juni 1914 Ast der Erlass über die Errichtung der Universität datiert. Die Einweihung sollte im Oktober erfolgen, doch mussten wegen der kriegerischen Ereignisse — wie seinerzeit 1810 bei Eröffnung der Berliner Universität — alle Feierlichkeiten unterbleiben. Am 16. Oktober 1914 fand 'die erste Immatrikulation statt. Frankfurter Bürgersinn hatte der Vaterstadt eine „Hochburg des Geistes", wie Adickes sie nannte, geschenkt, die in der Folge rasch aufblühen sollte. Auch die Frankfurter Juden, von jeher besonders eng mit der Stadt und ihren gemeinnützigen Schöpfungen verbunden, 'dürfen mit Recht auf den hervorragenden Anteil stolz sein, den Angehörige ihrer Gemeinschaft an der Entstehung und Weiter.führung des grossen Werkes haben. Für die neuere Stadtgeschichte ist Wachsmuths ausgezeichnete und mit allen wichtigen Dokumenten versehene, dazu vom Verlag vorbildlich herausgegebene Darstellung ein besonders bedeutender Beitrag. Der Morgen. 7. Jahrg. .5. Heft, August 1931. — Aus dem wiederum sehr reichhaltigen und vielseitigen Inhalt seien hervorgehoben: Hermann Funke, „Die grosse Krise. Das Geschlecht ohne Gott", eine Untersuchung der Religionskrise unserer Zeit; Claude G. Montefiore, eine Auseinandersetzung über Judentum und Weltreligion mit einem Nachwort von Leo Baeek; I. Mattuck, „Was eint Juden und Christen"; aufschlussreiche Tagebuchblätter des grossen Malers Jozef Israels und ein schönes, von Leopold Merzbach übertragenes Gedicht von Bialik; daran schliessen sich kleinere Beiträge, von denen auf „Der Prozess Jesu im Lichte der neusten Forschungen" von Walter v. Hauff und die Rezension eines französischen Antisemitikums von Joseph Roth hingewiesen sei. Jüdische Familienforschun g. Jahrg. VII Heft 26 Juni 1931. In dem neuen Heft setzt E.Wolff seine Anleitung zur Führung eines Familienarcliivs fort. S. Sachs-Hamburg liefert einen für die Geschichte der s c h 1 e s i s c h e n tlf#\| | E DCI (EIBA I Das Eleganteste, Geschmackvollste WULLE DCI ABIfMS dei in-und ausländischen Wollstoff- Industrie erwartet Sie bei Seipa! Eine Ereignis, das an Bedeutung der sensationellen Eröffnung des Seiden-Paradieses u. der Revolutionierung des Frankfurter Seidenmarktes nicht nachsteht! Was das heisst, wird jedem klar, der die Leistung des Seiden-Paradies kennt. Seipa heute mehr denn je im Brennpunkt des Interesses, begeistert anerkannt von der denkenden Frankfurterin, geht jetzt bahnbrechend in die zweite Kurve seines einzig dastehenden Erfolges! Die kleinen Seipa-Preise, der exklusive Seipa-Geschmack, die unerhörte Seipa-Auswahl machen zu einem Begriff, der aus dem Gedächtnis der Frankfurterin nicht mehr zu löschen sein wird. WOLLE BEI SEIPA! WOLLE BEI SEIPA SEIPA ERWARTET SIEI v^lft« ftW**^1*^ M^JVr*' VIOLIN'UNTERRICHT ERNA SCHNERB staatlich anerkannt METHODE REBNER Schwanensfr. 9 Tel. 44478

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