Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 11 (7.1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 350 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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abzulehnen sei -die Betrauung Jugendlicher mit gottesdienstliehen Funktionen. Propaganda für den Jugendgottesdienst wunde nicht für schön, aber für notwendig gefunden. Gerügt wurde, dass auch ältere Kinder häufig nur an den Festen zum Gottesdienst kommen, an denen Geschenke verteilt werden. Ueber die Indifferenz vieler Elternhäuser wurde taktvoll aber deutlich' Klage geführt. Einstimmig wurde die Wiederholung von Jugendveranstaltungen gewünscht, die aber in Zukunft ganz spezielle Gegenstände mit unmittelbar vor dem Jugendgottesdienst abzuhalten. In der Versammlung am 26. März über „Jüdische Gemeinde und Jug e n d" waren 60 bis 70 Teilnehmer anwesend. Das Referat von Dr. Franz Wolf befasste sich vorwiegend mit dem Religionsunterricht. Die Diskussion zeigte, dass die bündische Jugend den eigentlichen Gemeindefragen wenig Interesse ' entgegenbringt. Dem soll durdi einen Führerschulungskurs abgeholfen werden. Bei der Veranstaltung am 5. Mai waren etwa 150 Zuhörer erschienen. Rabbiner Dr. Seligmann sprach über den Religionsunterricht, der über die Tatsache des Hiueingeborenseins in die Religionsgemeinschaft hinaus dahin führen müsse, dass die Religion zum massgebenden Faktor im Leben werde. Der klassische Niederschlag alles religiösen Empfindens sei die Bibel. Der hebräische Unterricht müsse soweit führen, dass die Kinder dem Gottesdienst folgen können. Vor allem komme es darauf an, dass der Religionsunterricht nicht langweilig werde. Frauenbund und Lehrerschaft. Anlässlich des Deutschen Lehrertages hatte der Jüdische Frauenbund die hiesigen und hier weilenden auswärtigen jüdisdien Lehrer und Lehrerinnen zu einem Aus sprachenachmittag am Pfingstmontag eingeladen. Frau Dr. Nassauer eröffnete die Sitzung mit freundlichen Worten. Herr Rabbiner Dr. Lazarus begrüsste die Versammlung im Namen der Gemeinde und wünschte den Verhandlungen guten Erfolg. Frl. Dr. Fuchs überbrachte die Grüsse des Frankfurter Lehrervereins. Die Ausspradie sollte nadi drei Gesichtspunkten stattfinden: Erziehung und Unterricht, Fürsorge für Schulentlassene, Erwachsenenfortbildung. Manwar allgemein mit dieser Einteilung einverstanden, sodass gleich in die Verhandlungen eingetreten wurde. Die Frage Erziehung und Unterricht führte sogleidi auf ein Gebiet, über weldies die Landlehrerschaft bereditigt Klage führte. Die religiöse und geistige Not der jüdisdien Familien in kleinen Plätzen ohne Lehrer und Kultusbeamte ist gross. Die Sdiuljugend wächst zum Teil ohne Religionsunterridit auf. Zwar hat der Hess. Logenverband versucht zu helfen. Die Geldmittel versagen leider "auch hier. Die jüdische Lehrerschaft glaubt, dass hier nur noch etwas zu retten ist, wenn die grossen Verbände gemeinsam mit Logen und Lehrerschaft ans Werk gehen. Natürlich fehlt es audi bei den Landgemeinden oft an Interesse und sehr oft audi an gutem Willen. Die Wirtsdiaftsnot absorbiert alle Kräfte. Audi über einzelne Provinzialrabbiner konnte man bittere Klagen hören; einzelne Herren kümmern sich nidit um die Kleingemeinden und sehen das ganze Jahr nidit nach ihnen, trotz des Zeitalters der Autos. Mit Befriedigung hörte manvon einem Lehrer aus dem Fuldaer Bezirk, dass dort kein jüdisches Kind'ohne Religionsunterricht aufwächst. Von Herrn Schaumberg, dem Vorsitzenden des jüdisdien Lehrervereins Bezirk Kassel hörte man, dass von den 250 öffentlichen jüdischen Lehrerstellen Hessens nodi 42 im Bezirk bestehen. Die Erhaltung dieser Sdiulen rmiss als ein Hauptziel aller jüdischen Organisationen gelten. Die jüdischen Schulen sind die Keimzelle des jüdisdien Lebens. Die Frauen müssen helfen, für die jüdisdie Schule bei den Müttern draussen zu werben. Audi in der Provinz sind es leider gerade die grössten Gemeinden: Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern, die ohne jüdisdie Volksschule sind. Wesentlich in der Aussprache erscheint der Gedanke: Wir können uns den Luxus einer Zersplitterung der helfenden Kräfte nicht leisten. Soll geholfen werden, und es muss Hilfe kommen, dann müssen Verbände und Vereine zusammenwirken, auch die Grossgemeinden, die ja ihren Zuwachs dem Lande verdanken, müssen mithelfen. Trotz schlechter Zeit mehr jüdisdien Opfersinn, war die Forderung. Recht interessante Einblicke ergab auch die Frage A n - tisemitismus und Schule. Ob Konfessionsschule ob Simultanschule weniger Angriffsflächen bieten, wurde nicht entschieden. Jede Schulgattung fand ihre Befürworter. Die Frage der schulentlassenen Landjugend — Berufswahl — jüdische Dienstboten wurde gestreift. Die Zeit drängte, man wollte zur Feier in die Paulskirche, und so schloss man die angeregte Aussprache, ohne zu Ende .gekommen zu sein. Das Protokoll der angeregten Sitzung soll den Verbänden zugehen. Dr. Höxter dankte dem Frauenbund im Namen der Lehrerschaft für seine Gastfreundsdiaft. J. Flörsheim. Hebraica-Ausstellung. Anlässlidi der Jahrestagung der Soncino-Gesellschaft veranstaltete die Stadtbibliothek unter Leitung des Herrn Prof. Dr. Freimann eine Hebraica-Ausstellung, in der sie an ausgewählten Stücken aus eigenen Beständen und an einigen hervorragenden Werken aus Frankfurter Privatbesitz die Entwicklung und die Möglichkeiten der hebräischen Buchillustration zu zei- (Forlsetzang auf Seite 351) Sonder-Maß-Angebot Denken Sie nach! Gibt es einen kürzeren Weg unseren zufriedenen Kundenkreis zu vergrößern? Nein! DerEifolg der letzten Tage hat es uns gezeigt. Nur einige Tage noch fertigen wir je nach Wahl an 1 1 Fohlen-Mantel Bisam - Mantel Kr"" schwarz oder braun mit Zugabe erstklassigen Materials, Kragen und g%f%^ _ Seidenfutter nach Wunsch, nach Maß gearbeitet yflR m |1 für nur...............tuu' Nur wir geben Ihnen die Möglichkeit, einen Pelzmantel nach HaO mit garantiertem Sitz billiger zu erwerbe*, als einen fertigen Mäntel der gleichen Qualität. Arhtlinn! Aufbewahrung u. 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