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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-06-01 · 10 (6.1931) · p. Seite 318

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
10 (6.1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 318 (sequence 8)
Language
German
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318 rückläufige Tendenz; denn die Zahl der Juden hat seither in einem geringeren Masse zugenommen als die Zahl der Nichtjuden. Bevölkerungsentwicklung in Frankfurt a. M. / Figur 10000 Mensdien sdiwarz — Juden, grau übrige Bevölkerung Bevölkerungsstand J871 Zunahme 1871—1930 Während heute in Frankfurt dreimal soviel Juden leben wie 1871. ist die Zahl der Nichtjuden in dieser Zeit auf mehr als das Sechsfache gestiegen. Vor 60 Jahren machten die Juden 11% der Gesamtbevölkerung von Frankfurt a. M. aus — heute nicht ganz 514%. Dieser Rückgang erklärt sieh zum grössten Teil dadurch, dass Orte mit nur ganz geringer jüdischer Bevölkerung eingemeindet wurden; infolgedessen ruusste natürlich der prozentuelle Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung herabgedrückt werden. (Es handelt sich um folgende Eingemeindungen: 1877: Bornheim; 1891: Sandhofgelände: 1895: Bockenheim: 1900: Niederrad, Öberrad, Seckbach: 1910: Berkersheim. Bonames, Eckenheim. Eschersheim, Ginnheim, Hausen. Heddernheim, Niederursei. Praunheim. Preungesheim, Rödelheim: 1928: Fechenheim. Griesheim, Höchst, Nied, Sdiwanheim, Sossenheim.) Es darf aber nidit übersehen werden, dass die Verminderung des jüdisdien Anteils audi nodi andere Gründe hat. Wenn wir zeitlich aufeinanderfolgende Volkszählungen aus jenen Jahren betrachten, in weldien die Ergebnisse sidi jeweils auf das gleidie Gebiet bezogen, so finden wir. folgende Zahlen: Jahr Gesamtbevölkerung hiervon Juden in % 1880 136.831 13.856 10.13 1890 lSo.020 17.426 9,68 1900 . 288.989 21.974 7.60 1905 334.978 23.476 7,01 1910 414.576 26.228 6.33 1925 467.520 29.385 6,29 Von 1880 bis 1890 nahm die Zahl dei Niditjuden in Frankfurt a .M. zu um 32%; die Zahl der Juden nur um 26%-; 1900—1905 die Zahl der Niditjuden um 17%; die Zahl der Juden um 7%; 1910—1925 die Zahl der Niditjuden um 15%; die Zahl der Juden um 12%. (Zum Vergleich: 1858—1875 Niditjuden 47%, Juden 107% Zunahme!!) L. & M. Neithold Das Phoftohaus mit ffachnt. Bedienung. Schlllerplatz 7 und Zell 65 Und die Gründe? Hanauer erklärt in einem 1910 erschienenen Aufsatz (Zeitsdirift für Demographie und. Statistik der Juden, 6. Jgg. Nr. 10) die starke Zunahme der Juden in den sediziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts „einerseits bedingt durdi ihre völlige Emanzipation, andererseits durdi die politisdien Umwälzungen, die Einführung der Freizügigkeit und der Gewerbefreiheit, die die ehemals streng abgeschlossene freie Reichsstadt bald zur süddeutsdien Metropole des Handels und Verkehrs werden lässt. Die dadurch gebotenen Erwerbsmöglichkedten lockten viele auswärtige Juden in die alte Handelsstadt." H. fährt dann fort: „In den letzten beiden Jahrzehnten (eigentlidi müsste es heissen: seit 187-5. Verf.) war das Prozentverhältnis der Juden zur diristlichen Bevölkerung ein geringeres und weist eine stetig sinkende Tendenz auf. Das hat mehrere Gründe: einmal vermehrt sich die christlidie Bevölkerung stärker als die jüdisdie, und zwar durch stärkere Einwanderung und durdi eine höhere Geburtsziffer. Die Einwanderung von Juden scheint einen gewissen Sättigungspunkt erreicht zu haben, handelt es sidi doch hier vorzüglidi um begüterte Juden, die meist zur Klasse der Selbständigen gehören, während die diristliche Einwanderung sidi meist aus den Arbeitersdiichten rekrutiert: audi die Einwanderung der Ausländer, der Galizier und Russen lässt infolge der gesetzlidien Erschwerung nach." (Als weiteren Grund des prozentuellen Rückganges der- Frankfurter Juden führt H. die Eingemeindungen an.) Wir schätzen den W a n d e r u n g s ig e wi i n n (Uebersehuss der Zuzüge über die Wegzüge) bei den Juden für die Periode 1901—1910 auf 3000, für die Periode 1911—1925 auf 3300.2) Die entsprechenden Zahlen für die Frankfurter Gesamtbevölkerung waren 1901—1910: 50 000, d. h. 6% waren Juden, 1911—1925: 33 000, d. h. 10% waren Juden. Durchschnitt 1906-07 Durchschnitt 1917-18 Durchschnitt 1929-30 Die Figuren unter den starken Linien bezeichnen den Sterbeübersdiuss. 2) Juden in Frankfurt a. M. 1900: 22000 Juden in Frankfurt a. M. 1910 : 26200 Juden in Frankfurt a. M. 1925: 29400 Zunahme 1901—1910: 4200 Zunahme 1911—1925: 5200 Geburtenüberschuß 1901—1910: 800 Eingemeindung 1910: 450 Geburtendefizit 1911—1925: 150

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