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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-05-01 · 9 (5.1931) · p. Seite 289

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
9 (5.1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 289 (sequence 11)
Language
German
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289 vergiessen! — dass dieses alles nur für Kinder geschrieben ist. Weiter! ,J)u sollst nicht stehlen!" — Und arm. solche Dinge zu gebieten, stieg Gott vom Himmel herab? Wer nimmt denn, wer stiehlt denn Sachen, die andern gehören? Ein kleines Kind weiss doch, dass Stehlen verboten ist. leb denke, dass es überhaupt keine Diebe auf der Welt gibt, dass es unmöglich ist, Sachen zu stehlen, die anderen gehören. Meine Gedanken, mein Empfinden, meine Seele wird man mir doch nicht stehlen. Weiter! „Du sollst nicht ausschweif. . ." Raheis Gesicht wurde rot. Verärgert wandte sie sich zu mir: —• Wie schämt sich die Thora nicht, solch grobe und hässliche Dinge zu schreiben? Ich hatte keine Antwort. Pause. Hahel reichte mir ein Bündel Feldblumen und unterbrach das Schweigen mit einer Frage. — Liebst Du Blumen? — Ich lachte zur Antwort. — Warum lachst Du denn? fragte mich Rahel. Wie soll ich denn nicht lachen, wenn Du an mich eine so merkwürdige Frage stellst, wie kann man denn Blumen lieben, haben sie denn eine Seele, belebt sie denn ein Atem? . — Aber mich liebst Du doch. Ich habe doch sicher eine Seele. Da schaute ich zum ersten Mal in Raheis Augen — und sieh — sie glänzten mehr als die Sterne, und es entriss sich mir die Frage: — Und Du, liebst Du mich, auch in mir wohnt eine Menschenseele. .— Von ganzem Herzen. Da fühlte ich mit allen Fasern meines Herzens, dass sich auch mir etwas offenbarte, in einem lebendigen Bilde, nicht in Träumen, sondern im Wachen. Ich hörte eine Stimme aus den Blumen zu mir sprechen, aus den Augen Rah eis, aus den Sternen des Himmels. Ich fühlte, dass sich meine Augen öffneten und sahen, was sie bis dahin nicht gesehen hatten: nicht der Gott der Liebe ist blind, sondern der Gott des Hasses und der Rache. . . (Deutsch von B. Messerer) Biblische Anekdoten Von S. Rothschild (Worms). „In unserer schweren Zeit kann man nichts Besseres tun, als herzlich lachen. Wer uns dazu verhilft, der sei gesegnet", so schrieb vor einiger Zeit ein hervorragender Literarhistoriker bei Besprechung einer humoristischen Novell«. Von diesem Gesichtspunkt ausgehend, mödite ich als Sei-r tenstück zu den in der Februarnummer veröffentlichten Biblischen Rätseln eine Anzahl heiterer Autworten von früheren Schülerinnen und Schülern aus dem Religionsunterrichte hier mitteilen. In einer unteren Mädchenklasse erzählte ich die Geschichte vou Jakob. Als eine Schülerin von den vier Frauen Jakobs hörte und nach einer kurzen Erklärung auf eine später zu erzählende Geschichte von Salomo, der mehr als 50 Frauen hatte, hingewiesen wurde, sagte sie ganz erregt: „Aber woher hat den Salomo das Geld genommen, das die vielen Frauen gebraucht haben? * * Ich habe das Buch Ruth behandelt und fragte am Schlüsse: „Warum gefällt Euch die Ruth so gut?" Schülerin: „Weil sie so fleissig Aehren aufgelesen hat." Eine andere Schülerin: „Weil sie so gut gegen ihre Schwiegermutter war . . ." Eine dritte Schülerin: „Die Schwiegermütter sind aber nicht gut." „Wieso weisst du das?" „Wenn die Kinder heiraten, muss die Schwiegermutter aus dem Hause, sonst gibts > Streit." Jetzt setzte ich ein und machte den Kindern klar, 'dass bei der Schwiegermutter Irrtümer bestehen, wie bei der Stiefmutter. Während meiner Erklärung läutete es zum Schluss der Stunde. Ich fragte also kurz: „Was können wir aus dem Buche Ruth lernen? Ein Kind antwortet: „Die Liebe zur Schwiegermutter." * Bei Besprechung des Sabbat gebotes : „Du sollst an diesem Tage keine Arbeit verrichten, weder du, noch dein Sohn", fragte ich: „Warum sind hier alle Personen im Hause genannt, nur die Frau nicht?" Schüler: „Die schaffen doch nichts." * Lehrer: „ Was hat N o a getan, als er aus der Arche . net gmg? Schüler schweigt. Lehrer: „Was hättest du getan, wenn du durch die Arche gerettet und nachher aus der Arche gegangen wärest?" Schüler: Ich wäre nochmals zurückgegangen, um zu sehen, ob ich nichts zurückgelassen habe." * Bei Wiederholung der Geschichte von der Arche Lehrer: Was hat sich Noa erbaut, um nicht zu ertrinken? Schüler: „Ein Automobil." * Lehrer: „Wie nannte man die Nachkommen von Jakob?" Schüler: „Die Jakobiner". * Lehrer: „Weisst du auch, warum Moses im Binsenkörbchen so geweint hat?" Schüler: „Er wird den Schnuller verloren haben." * Der Lehrer spricht von der Allgegenwart Gottes und sagt den Kindern, dass Gott überall ist. Schüler: „In unserem Keller ist der liebe Gott bestimmt nicht, der ist bis oben ganz voll Kartoffeln." Hausfrauen Euer gutes Geld verwendet Ihr sparsamer, wenn Ihr stets die echte Franck - Kaffeewürze kauft Dir erhaltet sie fortan unier dem neuen gesetzlich geschützten Markennamen Mühlen Franck. Die gute Kaffeewürze Mühlen Franck a ja ist verfeinerter tww^^^r Aecht Franck. r~7 Mühlen Franck IZO würzt/ kräftigt, verbilligt Jedes 4 Kaffeegetränk.

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