Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 8 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 441 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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261 spräche angegeben. — Kürzlich verstarb einer der hervorragendsten Mediziner der Türkei, Professor Dr. Hajim Naira Elnekave, der Vertreter der Psychiatrie an der Universität Konstantinopel und Leiter des dortigen Pasteur-Institutes. Tschechoslowakei. In der Tschechoslowakei gibt es gegenwärtig 446 jüdische Gemeinden. Russland. In Kiew ist der bekannte russische Rechtsanwalt Dr. Jacob Goldenweiser, der frühere Vorsitzende der Kiewer AnwaJtskanxmer, im Alter von 68 Jahren gestorben. Amerika Los Angeles. Menachem Mendel Dolicki, der bekannte neuhebräische Dichter, einer der ältesten Anhänger der Chibbat Zion- und Haskala-Bewegung, ist im Alter von 75 Jahren verstorben. — New York. Aus einem auf der 22. Jahresversammlung von „HIAS (Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society of America)" erstatteten Bericht geht hervor, dass in der Zeit vom 1. IV. 1927 bis 1. IV. 1930 119 671 Juden aus Osteuropa ausgewandert sind. Von diesen kamen 58 845 in die Vereinigten Staaten, während die übrigen sich nach Süd- und Mittelamerika, Kanada, Südafrika, Australien, Palästina, sowie nach verschiedenen anderen Ländern wandten. — Auf einem Bankett zu Ehren von Professor Einstein wurde für den Palästina-Fonds der „J e - wish Agency" eine Sammlung veranstaltet, die die Summe von 200 000 Dollar ergab. 50 000 Dollar, also ein Viertel dieses Betrages, wurden allein von Felix M. Warburg gespendet. — Buenos Aires. Die Lage der Kolonien der „Jewish Colonisation Association (ICA)" in der argentinischen Provinz Entros Rios kann im allgemeinen als gut bezeichnet werden. Zwar hatten sie im vergangenen Jahre stark unter einer schlechten Ernte und niedrigen Preisen zu leiden, doch wurden durch die Pflege landwirtschaftlicher Nebenzweige, wie Obstbau und Milchwirtschaft, gute Erträge erzielt. So konnte die Mehrzahl der in den Jahren 1920—1929 versuchsweise dort angesiedelten Kolonisten bislang mehr als 2500 Dollar ersparen. Auch die in den Jahren 1929 und 1950 nach Entros Rios gekommenen jüdischen Familien, aus Transsylvanien haben sich gut eingewöhnt und bereits einen grossen Teil des ihnen zugewiesenen Gebietes bepflanzt. Palästina In einem in der jüdischen Zeitung „AI Salaam", veröffentlichten, von 10 hervorragenden mohammedanischen und christlichen Arabern unterzeichneten Aufruf wird im Interesse des wirtschaftlichen Wiederaufbaus der Stadt namentlich zur Bekämpfung der arabischen Preistreiberei und des arabasichen Wuchers die Niederlassung von etwa50 jüdischen Familien und die Eröffnung von mindestens 50 jüdischen Kaufläden in Nazareth gewünscht. — Im Januar dieses Jahres sind 150 Juden in Palästina eingewandert; 42 Juden haben in diesem Monat das Land verlassen. Julius Carlebach Am 21. März verschied im Alter von 7S Jahren Herr Julius Carlebach s. A., eine in unserer Gemeinde allseitig verehrte und beliebte Persönlichkeit. Aus einer angesehenen Mannheimer Familie stammend, bewahrte Julius Carlebach zu allen Zeiten die Traditionen seines Elternhauses, die ihn in inniger Frömmigkeit zu eifrigem Interesse auch an gemeindlichen Arbeiten führten. Wir erinnern uns dankbar seiner Mitarbeit im Ausschuss unserer Gemeinde (1902—1904). Seine ganze Kraft entfaltete er erst, als er im Jahre 1893 unter Führung von Rabbiner Dr. Marcus Horovitz s. A. in Geineinschaft mit Alfred Geiger s. A. die Unterlindau-Synagoge begründete. In vorbildlicher Weise leistete Carlebach Groß- und Kleinarbeit für die Synagoge, deren Blüte sein Lebensziel war, und die er kunstverständig durch Stiftung von Vorhängen und heiligen Geräten verschönte. Seinen unermüdlichen Bemühungen und seinem grossen Optimismus ist die Erweiterung der Unterlindau-Synagoge zu verdanken, in welcher er einen Mittelpunkt jüdischen Gemeindelebens im Westen unserer Stadt fand. Als Vorsitzender der Israelitischen Religionsschule — Nachfolger unseres unvergesslichen Jacob S. Posen s. A. — erkannte Carlebach stets die Bedeutung der Schule für Gegenwart und Zukunft; die Sorgen der Religiousschule waren seine eigenen und mit nie rastender Geduld und Ausdauer leitete er die Arbeiten in Begeisterung und jugendlicher Frische. Vornehme Gesinnung, ideale Lebensauffassung vereinigten sich mit unvergleichlichem Pflichtgefühl und tiefer Bescheidenheit und lassen die Persönlichkeit von Julius Carlebach untej; uns als ein seltenes Vorbild weiterleben, das uns anspornen soll, in seinem Sinn zu streben und die Religionsschule mit ihren Synagogen Unterlindau und Hermesweg zu fördern. Sein Andenken sei und bleibe gesegnet! F. Binjamin Segel Mit einem grossen Teil der jüdischen Oeffentlichkeit trauert auch das „Frankfurter Israelitische Gemeindeblatt" um den heimgegangenen Binjamin Segel. Sein Tod kam überraschend, wenn Segel auch seit Jahren leidend war und seine letzten, kurz vor dem Ende geschriebenen Briefe von Als Frankfurts großes Speziaiaus bieten wir Ihnen Uhren alter Ar! Gold und Silber luwelen f^) Bestecke jTefZfdl besonders preiswert lyT^I"* ,?OH" ZEIL 95 und TONGESGASSE 25-27 HERMANN HENSLER Zeil 62 OPTIK + OPTIK Moderne Kneifer und Brillen in nur bester Ausführung. Sorgfältigste fachmänn. Bedienung. Reparaturen schnell u. billig. miiiiiiiiiüiiiL j^^^L^UiJUlilll^i DMil ]aB. Fuchs, FranKIuri M Oberlindau 17 .-. Telefon 72130 liefert Gartenmöbel in Holz und Eisen. Gartenlauben, Spaliere, Kübel usw. NAUMANN5 KERNSEIFE MIT GARANTIE-STEMPEL E«yrJ!S!»Smr4\ #% ■ i\M ^^^ä^^^^^^^^J ist das beste Waschmittel, für das es keinen Ersatj gibt: Für jeden Pfennig, den Sie das Stüde gute Kernseife mehr zahlen, sparen Sie ebenso- O viel Mark durch Minderuersdileif) der Wäsche. 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