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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-04-01 · 8 (4.1931) · p. Seite 439

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
8 (4.1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 439 (sequence 17)
Language
German
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259 nungsjahres im Wege der Vermögensbesteuerung noch auszugleichen. Der Berichterstatter erwähnt im Anschluss hieran, dass inzwischen eingegangenen Nachrichten zufolge der Beitrag zum Landesverband eine Erhöhung erfahren werde und schon aus diesem Grunde der Vorbehalt einer Aenderung der Besteuerung notwendig erscheine. Die Gemeindevertretung beschliesst hierauf einhellig Zustimmung zum Vorstandsbeschluss. Es folgt eine Reihe von Delegierungen bezw. Ersatzwahlen, nnd zwar des Herrn Rechtsanwalt Julius Simon als Vertreter des Herrn Naftali Fromm in den Rat des Preussischen Landesverbands, des Herrn Adolf Dorfzaun in 'die Ritualkommission (Wiederwahl nach turnusmässigem- Ausscheiden), des Herrn Julius Werner in den Schulrat des Philanthropins (vom Schulrat gewählt), in die Kommission der Erörterung von Wirtschaftsfragen wurden die Herren Dr. Arnsberg, Isi Clemens Kahn, Dr. Mankiewicz und Dr. Schönberg entsandt. In die liberale Kultuskommission wird ansteile des ausgeschiedenen Herrn Dr. Galliner Herr Albert Cohen gewählt. Auf Antrag des Schulrats des Philanthropins hat «ich der Vorstand damit einverstanden erklärt, dass ein Antrag auf Anerkennung der höheren Lehranstalt des Philanthropins als „Grosse Doppelanstalt" mit der Massgabe gestellt wird, dass hierdurch eine finanzielle Belastung nicht entsteht und die mit der Anerkennung verbundene ruhegehaltsfähige Besoldungszulage für einen Oberstudienrat aus den vorgesehenen Etatmitteln der Schule aufgebracht wird. Der Vorstand bringt ferner zum Ausdruck, daß durch diese Anerkennung seine Rechtsvorbehalte hinsichtlich der Oberstufe des Philanthropins und seine Stellungnahme zu einem etwaigen Abbau des Schulwerks in keiner Weise präjudiziert werden. Die Gemeindevertretung erteilt ihre Zustimmung. Zur Erörterung der Frage, ob das Schulwerk des Philanthropins in seinem gegenwärtigen Umfang aufrecht erhalten werden kann, soll eine gemischte Kommission eingesetzt werden, welche ihre Entscheidung möglichst frühzeitig zu treffen hat. Die Kommission soll das Recht der Zuwahl haben. Der Ausschuss für jüdische Bevölkerungspolitik hat laut Sdi reiben vom 15. Februar 1931 die Annahme einer ihm zu Anfang des Rechnungsjahres bewilligten Subvention mit der Begründung abgelehnt, dass er nicht in der Lage sei, bevölkerungsstatistische Studien irgendwelcher Art zu betreiben. Für die Mazzenversorgung Minderbemittelter wird ein Kredit von RM 3000.— zur Verfügung gestellt. Schliesslich wird die Einladung des jüdischen Lehrgutes Rodges zu der am 15. März d. J. stattgehabten Einweihung seines neuen Lehrgutes in Geringshof in Hattenhof, Kreis Fulda, mit den besten Wünschen für das neue Unternehmen bekanntgegeben. Hieran schloss sich eine nichtöffentliche Sitzung an. Deutschland Augsburg. Der bekannte Orientalist und frühere Oberbibliothekar an der Universitäts- und Landesbibliothek in Strassburg, Professor Dr. Samuel Landauer, wurde 85 Jahre alt. — Berlin. Nach der Zählung vom 30. September 1930 hat die Berliner jüdische Gemeinde etwa 174büO Mitglieder und verfügt über 14 Synagogen und 36 Rabbiner. Die Mitgliederzahl der Gemeinde „A da s s J i s r o e 1" wird auf ungefähr 1000 geschätzt. Am 16. Juni 1925 wohnten in Berlin 172 672 Juden. In den Monaten Juli bis Dezember 1930 machte sich in der Berliner jüdischen Gemeinde ein starker Rückgang der Geburten bemerkbar. — Auch der Erzbischof von Paderborn sowie die Bischöfe von Berlin, Fulda und Hildesheim sehen, ebenso wie die bayerischen, rheinischen und schlesischen Bischöfe im Nationalsozialismus eine Verletzung der Ideen der katholischen Kirche. — Unter den Danziger Schneidermeistern, die nach Berlin gekommen waren, um dem Reichspräsidenten von Hindenburg das Diplom seiner Ehrenmitgliedschaft dieser Vereinigung zu überbringen, befand sich auch ein Jude. — In Mannheim, Rostock, Schweidnitz und Ulm hat der Magistrat von Nationalsozialisten eingebrachte Anträge auf Erlass eines Schächtverbotes abgelehnt; in Bremen und Danzig wurde ein solcher Antrag von den Antragstellern zurückgezogen. — Zur Bekämpfung der judenfeindlichen Ausschreitungen hat der „Centraiverein" eine neue Aktion eingeleitet. — Der Landesverband Gross-Berlin des „C e n t r a 1 v e r e i n s" hat Kurse eingerichtet, in denen die jüdische Jugend mit dem geistigen Rüstzeug für die Abwehr antisemitischer Angriffe vertraut gemacht wird. 3» f Ä »?M V4 $um &lci$en unb ÄUnpüIeu bei SSältfe ©eifij. 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