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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-03-01 · 7 (3.1931) · p. Seite 227

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
7 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 227 (sequence 17)
Language
German
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227 trags „Geist und Blut" eingeleitet, den Leo Baedc in der Gesellschaft für freie Philosophie in Darmstadt gehalten hat, und in dem er eindringlich die Lehre von der schöpferisch gestaltenden Kraft des Geistes begründet. In einem gewissen inneren Zusammenhang hiermit steht der folgende Aufsatz „Rasse und Volkstum im Lichte der Biologie" von Friedrich Merkenschlager, der in rein wissenschaftlicher Weise den Begriff der Rasse und die Biologie der Volkswerdung untersucht und dabei der Geologie eine besondere Rolle zuweist. Er bestreitet das Vorhandensein einer jüdischen Rasse und kommt auf naturwissenschaftlichem Weg zu einer ähnlichen Theorie der „deutschen Synthese", wie der verewigte Herausgeber des „Morgen", Julius Goldstein, sie soziologisch zu begründen versucht hat. Der Essener Organist Hans Samuel behandelt „Die Bedeutung der Orgel in der Synagoge". Dr. Michael Müller-Claudius setzt sich in einem tiefgründigen Aufsatz, auf dessen Fortsetzung man gespannt sein darf, mit der Stellung des Nichtjuden zum Antisemitismus auseinander. Prof. Erich Stern untersucht die Beziehungen zwischen religiöser Entwurzelung und Neurose. Es folgt der erste Teil einer Abhandlung von Gerhard Schacher über „Die wirtschaftliche Lage der jüdischen Minderheiten in Südosteuropa" und eine Probe aus der Jeremias-Uebertragung von Buber. Den Schluss bilden eine Bücherschau von M. Dienemann und kürzere Anzeigen. Das überaus anregende Heft schliesst den 6. Jahrgang in der würdigsten Weise ab und beweist, wie sorgsam die Schöpfung Goldsteins von seinen Nachfolgern betreut wird. Soeben erschien das Februar-Heft der Zeitschrift „Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialgolitik". Es enthält an erster Stelle einen Aufsatz von abbiner Dr. Max Grünwald, Mannheim, über „Jüdische Juijend und Gemeinde" als Beitrag zum Problem jüdisch-soziaer Jugendarbeit. Der Aufsatz gibt ein Referat wieder, das bei der Zusammenkunft der jüdischen Sozialarbeiter in Seesen (Harz) Ende Dezember 1930 lebhaften Widerhall gefunden hat. Ueber diese Seesener Zusammenkunft, die von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstaltet war, berichtet im gleichen Heft Dr. Ollendorff, der den Verhandlungen in Seesen folgend, die gegenwärtigen Probleme der jüdischen Wohlfahrtsarbeit in eindringlicher Weise darlegt. — Mit dem Beruf sauf bau der preussischen Juden beschäftigt sich ein Aufsatz von I. Karolnik; die Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin schildert Dr. Lamm. Schliesslich sei auf die reichhaltige Umschau, mit Abschnitten über Jugendwohlfahrt, Gesundheits- und Erholungsfürsorge, Akademikerfragen, Wanderung, Arbeitsmarkt, Berufsberatung, Bücherschau und Zeitschriftenbibliographie hingewiesen. — Probehefte der Zeitschrift (Jahresabonnement für Organisationen und Mitarbeiter RM. 8.—) können durch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charl. 2, Kantstr. 158, unentgeltlich bezogen werden. Die in der vorstehenden Bätherschaa besprochenen Werke sowie alle wichtigen Neuerscheinungen finden Sie stets in der Jos. Strauß'schen Buchhandlung Bieber gösse 13 Frankfurt a. M. Fernsprecher Hansa 26313 , Rabbinische Lehranstalt „Jeschiwa". Das SöÜnmersemester an der Rabbinischen Lehranstalt beginnt am Freitag den 17. April (Rosch Chaudesch Jjar). Anmeldungen für alle vier Abteilungen (Vorbereitungsklasse, Unter-, Mitteloind Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Der Unterricht erstreckt sich auf: Bibel, Hebr. Grammatik, Talmud mit Kommentaren und Schulchan Aruch. Den Schülern wird eventl. Gelegenheit geboten, sich in profanen Fächern unter fachgemässer Leitung fortzubilden. Für den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse und der Unterstufe werden schulentlassene Knaben und Jünglinge aufgenommen, die schon einige Kenntnisse in Mischna und Talmud besitzen. Anmeldungen sind zu richten an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt Frankfurt a. M., Theobaldstrasse 6, welches zu jeder näheren Auskunft bereit ist. Liberale Aufbauarbeit. Ueber dieses Thema veranstaltete der Freisinnige Verein für jüdisches Gemeindeleben in Frankfurt a. M. am 29. Januar 1931 im Empfangssaal der Westendsynagoge einen Ausspracheabend, der eine lebhafte Beteiligung aufwies. Rabbiner Dr. Lazarus umriss im einleitenden Referat die Grundlagen, auf denen heute jüdische Arbeit aufzubauen ist: wir leben in einer Zeit, in der der religiöse Gedanke von Politik und Wirtschaft in den Hintergrund gedrängt ist, in der der gesellschaftliche Grundstein der Religionsgemeinschaft, die Familie, ins Wanken geraten ist. Wir leben in einer Grossgeineinde, deren Mitglieder für den Einzelnen unübersehbar geworden sind, im westeuropäischen Judentum, das im Gegensatz zu dem des Ostens im Wesentlichen Ideengemeinschaft, nicht Lebensgemeinschaft ist. Innerhalb dieser Gemeinschaft zeigt sich zweierlei: der Gedanke einer Volksgemeinde wird von ihrer Mehrheit entschieden abgelehnt, wie das Berliner Wahlresultat zeigte — der Charakter als Religionsgemeinde ist ihre Wesengrundlage. Innerhalb der religiösen Richtungen ist der liberale Anteil in stetigem Anwachsen. Diese Lage verpflichtet den Liberalismus zu jüdischer Aktivierung. Das Judentum ist Gemeinschaftsreligion und wendet sich zugleich an das Individuum, in seinen Gotteshäusern findet man sich zusammen zum Gebet und zum Lernen. Wir haben erreicht, dass heute fast 100% aller jüdischen Schüler unserer Gemeinde am jüdischen Religionsunterricht teilnehmen, aber nur ein Teil von ihnen tritt in die jüdischen Jugendgemeinschaften ein und ein noch kleinerer Teil von diesen nimnrt später am jüdischen Gemeindeleben teil. Die Zahl dieser zu vervielfachen ist die Aufgabe, an der zu arbeiten wir uns zum Ziel setzen. Wie diese Arbeit auszusehen hat, das war der Inhalt einer äusserst fruchtbaren Diskussion unter Leitung des Vorsitzenden San.-Rat. Dr. Ettlinger, an der sich die Herren Bluth, Artur Astheimer, Dr. Hugo Hoffmann, Erwin Baer, Rabbiner Dr. Seliginann, Alex Jakobsohn, Zahnarzt Dr. Alfred Strauss, Dr. Josef Scherer und R. A. Dr. Richard Merzbach beteiligten. Die Versammlung wählte eine kleine Kommission, die die Auswertung der reichen Anregungen in Angriff nehmen soll. Sie soll ihre Aufgabe möglichst schnell vornehmen, da bei dem grossen Interesse, das die angeschnittenen Einzelfragen erweckten, die Versammlung wünsdite, Euer gutes Geld verwendet Ihr sparsamer, wenn Ihr stets die echte Franck - Kaffeewürze kauft Ihr erhaltet sie fortan unter dem neuen gesetzlich geschützten. Markennamen Mühlen Franck. Die gute Kaffeewürze Mühlen Franck a a ist verfeinerter wma^^J Aecht Franck. v7 Mühlen Franck würzt/ kräftigt/ verbilligt

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