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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-03-01 · 7 (3.1931) · p. Seite 225

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
7 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 225 (sequence 15)
Language
German
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225 geführt und mit ihnen innig vertraut. Den noch nicht Neunzehnjährigen berief der uns allen unvergessliche Rabbiner Dr. M. Horovitz an die damals erst wenige Jahre bestehende israelitische Religionsschule, an der er bis in die letzten Lebensjahre segensreich wirkte. Generationen von Schülern und Schülerinnen hat er mit jüdischem Wissen bekannt gemacht und ihnen in idealer Weise ein jüdisches Leben vorgelebt. Den Kleinen wie den Grossen war er ein gütiger, hochgeschätzter Lehrer und seinen Kollegen an der Schule ein aufrichtiger und treuer freund. Restlos weiter lernend und lehrend vertiefte er sein Wissen in den verschiedensten Zweigen der jüdischen Religionswissenschaft. Daher erweiterte sich auch der Kreis derer, die aus seinem, des Talmid Chochom Munde, gern Belehrung empfingen, und gereifte Männer und auch t rauen lauschten seinen interessanten Vorträgen. Seit dem Jahre 1886 fungierte Simon Unna zugleich als Vorbeter an der Synagoge der israelitischen Männer - und Frauenkrankenkasse (Kippestube). Dort _ schuf er sich eine kleine, ihm treue Gemeinde, die in Verehrung zu ihm aufschaute. Seine lieblich-weiche, helltönende Stimme wirkte auf die Mitbetenden wohltuend und beruhigend, erhebend und oft hinreissend. Fühlte doch ein jeder Synagogenbesucher, dass dort ein Mann stand, der in wahrer ungekünstelter Frömmigkeit, ausgestaltet mit gründlichem Verstehen der Gebete, Dank und Preis, Klage und Bitte zum Allgütigen emporsandte. Insbesondere waren es die Jomim Nauruim, an denen er als echter Scheliach Zibbur seine Gemeinde durch die Innigkeit seines gesauglichen Vortrages fesselte und in ihrem Herzen tiefste nachhaltige Empfindungen auslöste. JNur skizzenhaft können wir in diesen Blättern die ganze Bedeutung von Simon Unna schildern. Aber nicht unbesprodien dürfen wir ein Gebiet lassen, auf dem Simon Unna sich einen iNameu schuf, von dein allerdings nur ein verhältnismässig kleiner Kreis Kenntnis hat. Es ist die literarische Betätigung des unermüdlich Schaffenden, die uns die Herausgabe und Erhaltung einer Anzahl wertvoller Werke und Schriften schenkte. Vor allem sind da die Werke zu nennen, die der Forschung auf historischem, besonders genealogischem Gebiet der altfrankfurter jüdischen Familien unentbehrlich sind. An der Spitze steht das Gedeukbuch der Frankfurter Juden nach Aufzcidinung der Beerdigungsbrüderschaft, 1. Teil 1624—80, das auf 537 Seiten von S. Unna bearbeitet und ins Deutsche übersetzt wurde. Ferner (handschriftlich) ein" Auszug aus dem Memo r buch der Gemeinde etwa mit dem Jahre 1630 beginnend und (handschriftlich) ein Hebammen buch aus den Jahren 1741)—1784 mit Aufzeichnung von über 4000 Geburten jüdischer Kinder [das hebräische Original ist im Geiueindearchiv nicht auffindbar]. In diesem Zusammenhang ist noch hinzuweisen auf die Mitarbeit des Verstorbenen an der Herausgabe der „Inschriften des alten Friedhofes der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M." in deren Vorwort der damalige Herausgeber Rabb. Dr. M. Horovitz u. a. auch die „anerkennenswerte" Leistung von Simon Unna hervorhebt. An der Sammlung und Ordnung des Gemein dearchivs hat Simon Unna sehr früh mitgearbeitet und ein Register hierzu angefertigt, auf Grund dessen gewisse historische Arbeiten erst ermöglicht wurden. Ebenso wirkte er fördernd bei der Schaffung des Stammbuches der Frankfurter Juden von A. Dietz durch Erschliessung der jüdischen Quellen. Die 270 Seiten umfassende gedruckte Katalogisierung der Bibliothek der israelitischen Rcligionsschule ist hauptsächlich dem unermüdlichen Fleiss von Simon Unna zu danken, und aus eben dieser Bibliothek heraus veröffentlichte er in den Jahrbüchern der jüdisch-literarischen Gesellschaft 1918 und 1929 interessante Briefe von Grätz an R. Kirchheim und einen Briefwechsel zwischen S. J. Rapoport und R. Kirchheini. Noch zu erwähnen ist als Früchte seiner unterrichtlichen Tätigkeit die Herausgabe einer kurzgefassten hebräischen Grammatik in drei Autlagen. Als gewissenhafter Baal- Kore brachte er vor zwei Jahren ein kleines aber sehr wertvolles Schriftchen heraus über „Vorschriften betr. die Fehler, die eine Thorarolle unbrauchbar machen und eine Unterbrechung der Vorlesung verlangen". Und in seiner Eigenschaft als Baal-Kore war Simon Unna wie kaum ein zweiter berufen, nach dem Tod von Eduard Feist, dessen Niederschrift über die vom allgemeinen Herkommen abweichende in Frankfurt aber gebrauch liehe Einteilung der einzelnen Abschnitte in den sabbatlichen und feiertäglichen Thoravorlesungen und der sich anschliessenden Haftarot unter dem Namen Sefer sichron Chanoch herauszugeben. SEIT DIE QUALITÄTSMARKE Warum sollen wir regelmäßig Messmer-Tee trinken ... 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