Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 6 (2.1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 194 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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mtmmfi iwi^^=2S?35c=Ä 194 starke politische und literarische Begabung erkennen lassen und sich häufig genug über die vom Tag gestellte Aufgabe hinausheben, so etwa in den Auseinandersetzungen mit Martin Buber und Franz Rosenzweig oder in dem menschlich schönen Nachruf auf N. A. JMobel. Isaac Breuer, Programm oder Testament. J. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M. 1929, 88 S. brosch. RM 3.— Eine Zusammenfassung von Aufsätzen aus den Jahren 1917—1928. Als Vertreter des sogenannten „Austrittsgedankens" versucht der Verfasser die wahre Position der Trennuiigsorthodoxie, die er für gefährdet hält, herauszuarbeiten und wendet sich gegen Abschwächungen und Kompromisse. Die streitbaren, zuweilen ironischen Ausführungen sind in mancher Hinsicht aufschlussreich. M. Steinhardt, Jüdische Zeit- und Streitfragen. J. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M. 1930, 111 S. brosch. RM 5.50. — Der bekannte Lehrerführer hat eine Anzahl seiner Aufsätze und Reden veröffentlicht In populärer Form sind verschiedene Gegenwartsfragen von einer warmherzigen jüdischen Einstellung aus behandelt, u. a. mit besonderer Sadikenntnis die Angelegenheiten der Lehrerbildung und des Religionsunterrichts. Max Blatt, Eine Schicksalsfrage des jüdischen Volkes. Verlag M. A. Wahrmann, Frankfurt a. M. 1929, 28 S. RM. 0.80. — Von allgemeinen soziologischen Betrachtungen ausgehend, würdigt Verfasser die Verbindung der Gegensätze innerhalb des jüdischen Volkes durch den Zionismus und mahnt zu einer Ueberbrückung der zwischen der zionistischen Weltorganisation und der orthodoxen „Agudas Jisroel" bestehenden Streitpunkte. Die Beweisführung wird durch historische Parallelen gestützt und in einer Reihe von Thesen zusammengefasst. Ludwig Holländer, D e u t s c h - j ü d i s c he Probleme der Gegenwart. Philo-Verlag, Berlin 1929, 32 S. brosch. RM 1.30. — Wiedergabe eines auf der Hauptversammlung des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens im Februar 1928 gehaltenen Vortrags, der sich mit dem Thema „Abwehrverein oder Gesinnüngsverein" auseinandersetzt, um sich für die letztere Seite der Alternative zu entscheiden. Die Gedankengänge münden in die von Eugen Fuchs geforderte Synthese des jüdischen Deutschen und des deutschen Juden. Als eine eingehende und autoritative Darlegung der Stellungnahme des C.-V. zu den Problemen des deutsehen Judentums, u. a. auch zum Palästinawerk, ist die Veröffentlichung dieses Vortrags sehr verdienstvoll. Hygiene und Judentum. Eine Sammelschrift. Verl. Jac. Sternlicht, Dresden 1930. 121 S Geb. RM 5.— Das von Hans Goslar sehr treffend eingeleitete Werk gibt in knappen, auf wissenschaftlichen Ballast bewusst verzichtenden Abhandlungen einen Ueberblick über die hygienischen Vorschriften des Judentums, wobei der Begriii" „Hygiene" im weitesten Sinn gefasst ist. Die Hauptabschnitte sind: Das Religionsgesetz als Grundlage; die Ausstrahlungen des Gesetzes; das talmudische Schrifttum als Quelle der Hygienevorschriften; aus grosser Vergangenheit; im Wandel der Zeiten; praktische Hygienearbeit. — Zukunftsaufgaben. Unter diese Obertitel ist eine grosse Reihe von Einzeldarstellungen eingereiht. Neben historischen und dogmatischen Gegenständen sind auch so aktuelle Fragen, wie die bevölkerungspolitische Lage der deutschen Juden (Prof. Hanauer), die Sehächtvorschriften (Dr. Kallner), Zedaka und Sozialversicherung (Dr. Baum) und das neue Palästina behandelt. Alle Arbeiten rühren von Fachkennern her und ermöglichen einen guten ersten Ueberblick über die einzelnen Teilgebiete. Das kleine, sorgfältig ausgestattete und mit guten Bildern versehene Kompendium ist vor allem auch als Bereicherung der apologetischen Literatur zu begrüssen. Nathan Asch, Liebe in Chartres. Rütten & Loening, Frankfurt a. M. 1930, 226 S. brosch. RM. 3.—. Nathan Asch — wenn wir nicht irren, ein Sohn des berühmten Sdialom Asch — hat mit seinem auch an dieser Stelle gewürdigten Roman „Als die Firma verkrachte" seine Erzählergabe bereits bewiesen. Sein neues Buch — gut übersetzt und hübsch gedruckt — zeigt ihn nicht mehr wie dort als den geschickten Schilderer hastigen Amerikanertums, sondern hier ergeht er sich talentvoll auf den gemächlicheren, aber auch gefährlicheren Pfaden des psychologischen Romans. Es ist f reilidi eher ein zum Roman ausgeweiteter Novellenstoff. Die zwei jungen Leute aus Amerika, die sich in Chartres vor den gotischen Fenstern der Kathedrale treffen, kriegen sich nicht erst am Schluss des Buches, wie in der guten alten Zeit. Das Ziel ist bereits auf S. 89 erreidit („Komm ins Bett" sagte sie, „Da ist's wärmer"), und von da ab löst sidi die lose Bindung unaufhaltsam. „Was Chartres erforderte, war Geduld". Da aber weder Geduld nodi Liebe zwisdien den Beiden war, musste das mystische Blau der gotisdien Fonster, das symbolhaft die Gesdiichte begleitet, langsam verblassen. Sander Male-Tee ["*v/JI' gegen Harnsäure und Ihre Folgen! Paket Mk. —.45, 1.20 £ei. uesch. 2.—, 3-20 mild u. bekömmlich als tägliches Hausgetränk „Die wirkungsvollste Edelware' Einhorn-Apotheke Rathenauplatz 1 Fernsprecher: Sammel-Nr. 23347 Spezial-Laboratorium für Harnanalysen. Diätetische Spezialabteilung. Brote, Mehle, Konfitüren, Fruchtsäfte für Diabetiker in grosser Auswahl. Verlangen Sie Speziellste. Ueberallhin prompter kostenloser Versand. 120 "TO Diese hervorragende koschere Pflanzenbutter (veg. Margarine) fleischig und milchig verwendbar, sollte in keinem jüdischen Haushalf fehlen. Beaufsichfigf und zugelassen: Von der Ritualkommission d. Israel. Gemeinde Frankfurt-M. Vertrieb und Lager: H, & A, Ettinger, Frankfurt-M, LANGESTRASSE 31 v FERNSPR. 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