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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1931-02-01 · 6 (2.1931) · p. Seite 187

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
6 (2.1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 187 (sequence 9)
Language
German
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Sitzung vom 28. Januar 1931. Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meyer. In "Anwesenheit von 29 Gemeindevertretern und 5 Mitgliedern des Vorstands eröffnet Herr Dr. Richard Merzbach als Spitzenkandidat der Kompromissliste, auf Grund deren die Wahl der Gemeindevertretung erfolgt ist, die Sitzung und damit die neue T a g u n g s p e r i o d e. Die Namen der Gewählten werden verlesen. Es wird mitgeteilt, dass Herr Rechtsanwalt Dr. Arthur Rosenblatt sein Amt niedergelegt hat und an seiner Stelle Herr Kaufmann Benno Kohn in die Gemeindevertretung berufen worden ist. In der nunmehr folgenden Wahl des Büros werden Herr Dr. Richard Merzbach zum Vorsitzenden, die Herren Naphtali Fromm und Jacob L. Goitein zu stellvertretenden Vorsitzenden und die Herren Albert Cohen, Felix Meyer und Heinrich Gerlich zu Schriftführern gewählt, worauf Herr Dr. Merzbach namens sämtlicher Gewählten den Dank für das bekundete Vertrauen ausspricht und den Vorsitz endgültig übernimmt. Es folgt die Wahl in die Wahlvorschlagskommission und die Ersatzwahl für die aus dem Vorstand mit Ende vorigen Jahres turnusmäßig ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder, die Heiren Justizrat Dr. Julius Blau, Dr. Eduard Baerwald, Arthur Forchheiiner. Dr. Simon Fromm, Direktor Eduard Oppenheim. Die Ausgeschiedenen wurden wiedergewählt; anstelle des Herrn Arthur Forchheimer, der eine Wiederwahl abgelehnt hatte, wurde Herr Bankier Emil Oettinger gewählt. Die Wahlen in die Kommissionen und in die übrigen unterstellten Anstalten und Körperschaften erfolgte auf Vorschlag der neu gewählten Wahlvorschlagskominission durch Zuruf. (Ein Verzeichnis sämtlicher Verwaltungskommissiouen der Gemeinde in ihrer neuen Besetzung wird im Gemeindeblatt veröffentlicht werden.) In der Angelegenheit der F r a u e n s c h u l e des P h i - lanthropins hat der Vorstand bisher den Standpunkt vertreten, dass die Frage des Fortbestands, der Frauenschule nicht Gegenstand des inzwischen mit dem Schulrat abgeschlossenen Kompromisses sein könne, zumal der Schulrat im Zusammenhang mit der Schliessung des Kindergartens auch die Schliessung der Frauenschule mit Ende des laufenden Schuljahres angekündigt hatte. Der Vorstand hatte zum nochmaligen Studium der Angelegenheit, nachdem ihm eine Reihe von Eingaben und Anträgen auf Aufrechterhaltung der Frauenschule zugegangen war, eine Sonderkommission mit dem Auftrag eingesetzt, zu prüfen, ob die Behauptung, dar! die Frauenschule einen Zuschuss nicht erfordere, den Tatsachen entspreche; die Kommission war zu dem Ergebnis gelangt, dass tatsächlich ein Zuschuss erforderlich war. Der Vorstand hat, wie der Vorsitzende au Hand des vorliegenden Aktenmaterials berichtet, seinen Beschluss inzwischen etwas modifiziert und die Möglichkeit geschaffen, die Aufrechterhaltung der Frauenschule für das Schuljahr 1931 noch nachträglich in das mit dem Schulrat abgeschlossene Kompromiss einzubeziehen unter der Voraussetzung, dass der Schul rat den Status quo garantiert und irgendwelche Erweiterungspläne von vornherein ausgeschlossen werden. Aus dem Bericht der Sonderkommission wird noch erwähnt, dass der Verein für jüdische Krankenpflegerinnen in seiner Eigenschaft als Fraueusehulheim durch Aufnahme und Verköstigung auswärtiger Schülerinnen einen jährlichen Nutzen erzielt, der bei Auflösung der Schule wegfallen würde. Bei dieser Sachlage hält es der Vorsitzende für richtig, die noch bestehenden geringen Differenzpunkte zu beseitigen und auch den Vorstand von der Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der Frauenschule zu überzeugen. In der Aussprache behandelt zunächst Herr Dr. Eduard Strauss (lib.) die Angelegenheit im Gegensatz zu den finanziellen Erörterungen der Kommission vom rein kulturellen Gesichtspunkt. Er weist auf die besondere Bedeutung der Frauenschule als der einzigen jüdischen Institution dieser Art in ganz Deutschland hin, für deren Aufrechterhaltung die gesamte deutsche Oeffentlichkeit durch das Manifest einer Reihe namhafter Frauen, welches sich bei den Akten befindet, gestimmt habe. Er erwähnt die Tatsache, dass auch die Provinzialschulbehörden die Aufrechterhaltung ausserordentlich begrüssen würde und geht auf die Eigenart und den Wert dieses einjährigen, für die Ausbildung sowohl vom beruflichen als auch vom Standpunkt der .Hausfrau und Mutter ausserordentlich wichtigen Lehrkursus mit seinen verschiedenen Berechtigungen ein. Er betont ferner die weitere Bedeutung der Frauenschule, dass auswärtige Schülerinnen in die nicht genug zju würdigende Beeinflussung einer jüdischen Atmosphäre gezogen werden. Das von der Kommission festgestellte geringe Defizii der Frauenschule berechtige nicht zum Abbau. Dieser könnte nur in der allerdringendsten Not gefordert werden. Selbst wenn man sich auf allen Gebieten der durch die gegenwärtige Wirtschaftslage gebotenen Einschränkung fügen müsse, dürfe man nicht damit beginnen, auf dem Gebiet der geistigen und kulturellen Arbeit zu sparen. Die Gemeindevertretung möge sich deshalb den Standpunkt des Vorstands nicht zu eigen machen und die Fortführung der Frauenschule beschliessen. Herr Rechtsanwalt Simon erklärt sich namens der Fraktion der Jüdischen Volkspartei für die Aufrechterhaltung der Frauenschule, indem er namentlich die Ausführungen des Herrn Dr. Strauss über die Tatsache jüdischer Beeinflussung unterstreicht und dem Wunsch nach erheblicher Verstärkung dieses Einflusses sowohl im gesamten Schulwerk des Philanthropins als auch in der Frauenschule Ausdruck gibt. Aber auch aus allgemeinen und nicht zuletzt finanziellen Gesichtspunkten müsse diese Krönung eines einheitlichen und geschlossenen jüdischen Schulwerks erhalten werden, da der Wegfall der damit verbundenen jüdisch kulturellen und materiellen Werte bezw. die bei Wegfall möglicherweise erforderliche Erhöhung der Subvention des Schwesternvereins durch die evtl. zu erzielende Ersparnis nicht aufgewogen werde. Auch würde der Charakter des Philanthropins durch den Wegfall der Frauenschule deshalb erheblich gefährdet, weil alsdann die Besucherinnen des Lyzeums genötigt wären, eine Abschlussprüfung zu machen, ein Umstand, der viele Eltern abhalten würde, ihre Töchter weiterhin dem Philanthropin zuzuführen. Redner gibt schliesslich dem Wunsch nach endgültiger Befriedung aller an der Schule interessierten Kreise Ausdruck und hofft, dass in absehbarer Zeit auch die mit der Umgestaltung der Schulordnung und des Schulrats zusammenhängenden Fragen in diesem Sinn ihre Erledigung finden werden. Die Fraktion der jüdischen Volkspartei werde unentwegt für die Erhaltung des gesamten Schulwerks eintreten. Sie verlange aber auch, dass die beteiligten Instanzen aus diesem Verhalten hinsichtlich der angedeuteten Wünsche ihre Konsequenzen ziehen. Herr Felix M eyer teilt die einstimmige Stellungnahme der konservativen Fraktion für die Aufrechterhaltung der Frauenschule mit. Der finanzielle Gesichtspunkt von dem aus ein Abbau gefordert werden könne, sei nach den Feststellungen der Kommission derart unerheblich, dass er den Abbau nicht rechtfertige. Eine wesentliche Ersparnis werde dadurch nicht erzielt. Erfreulich sei an der Debatte die Einhelligkeit, mit der sämtliche Parteien die Aufrechterhaltung der Frauenschule wünschten, er bedauere aber, dass nur über die Frauenschule gesprochen und nicht das ganze Problem der Schule behandelt werden könne. Zu begrüssen sei der Abschltiss des Kompromisses zwischen Vorstand und Schulrat, wodurch wenigstens für das nächste Schuljahr die in Elteinkreisen herrschende Beunruhigung verschwinde. Der Vorstand möge das einstimmige Votum der Gemeindevertretung beachten und sich diesem anschliessen. Frau Forchheimer (lib.) stellt als Ergebnis der Debatte mit Befriedigung fest, dass nicht nur die Frauen sich für Erhal- ■lllllllllllllllllllllllllililillllllllllllllllH | Man spricht es so leicht hin, [ s daß dieser oder jener Bekannte unerwartet rasch an j H den Folgen der Arterienverkalkung gestorben ist und \ g bedauert, ihn nicht rechtzeitig auf die Anzeichen der \ H Arteriosklerose aufmerksam gemacht zu haben. H Knoblauch, ein von altersher geschätztes Mittel ist j g heute in Verbindung mit Viscum album, Equisetum \ H arvense und Crataeg. oxyac. in I woölsctackendsr Trockenlorm zu baüen.fnamlicn I DISARTERON j s Beseitigen Sie frühzeitig SchwindelanfäUe, alizu hohen \ g Blutdruck, Magen- und Darmstörungen, Atemnot und i H häufigen Kopfschmerz mit diesem g erprobten und ärztlich begutach- H teten Präparat. Die Kur soll 3 - H 4 Wochen konsequent dcrchge- 1 führt werden. - DISARTERON H ist nur in Apotheken erhältlich, §§ die Original dose zu RMk. 4.25. 1 GALACTINA G. M. B. H. 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