Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 3 (11.1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- Seite 70 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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70 Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands Mäddien-Einsegnung. Audi in diesem jüdisdien Jahr sollen zum Wodienfeste Mäddien-Einsegnungsfeiern stattfinden. In Frage hierfür kommen Mädchen im Alter von 14—16 Jahren. Die Feier und der Vorbereitungsunterridit sind unentgeltlich. Eltern, deren Töditer daran teilzunehmen wünsdien, werden gebeten, dieselben alsbald bei einem der liberalen Gemeinderabbiner anzumelden. Anmeldung von Trauungen. Jede Trauung muss, wenn sie von einem Gemeinderabbiner vollzogen werden soll, mindestens zwei Wochen vor dem Termin im Gemeindebüro, Fahrgasse 146. Zimmer 57, unter Vorlegung der standesamtlichen Papiere und unter Angabe der Zeit und des Ortes der Feier angemeldet werden. Anmeldung von Barmizwa-Knaben. Die Anmeldung für den Barmizwa-Unterricht geschieht für die Gemeindesynagogen im Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37. Die Anmeldung soll mindestens fünf Monate vor der Feier erfolgen; bei geringen Vorkenntnissen ist ihre Anmeldung schon 6 Monate vorher ratsam. Für die Synagoge Unterlindau ist lediglich die Inanspruchnahme des Herrn Gemeinderabbiners auf dem Gemeindebüro anzumelden. Bekanntmachungen des Friedhofsamtes. Meldung von Sterbefallen. Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhof samtes (Fernspr. Zeppelin Sammelnummer 52041) erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt )nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Friedhofsgärtnerei. Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es übernimmt die Neubepflanzung der Grabstätten mit Efeu, Sedum, Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jahrweise Pflege. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch die Friedhofsgärtnerei, Eckenheimer Landstr. 238 (Fernspr. Zeppelin 52041 und 52042) oder durch das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37, (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt Die Gemeindemitglieder werden gebeten, sich "bei Bedarf an Topfpflanzen und Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindlichen Verkaufsstellen zu bedienen. Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das Verkaufsverbot am. Sonntag werden die Friedhofsbesucher srebeten, ihre Blumenbestellungen bis spätestens Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf dem neuen Friedhof an der Eckenheimer Landstrasse werden laut Gemeindebeschluss alle gärtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friedhofsamts der Gemeinde ausgeführt. Sprechstunden der Gemeinderabbiner. Rabbiner Dr. Hoffmann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 22024, 15—16 Uhr Rabbiner Dr. H o r o v i t z, Staufenstr. 30, Fernspr. Maingau 77 963, 15—16 Uhr (außer Mittwoch) Rabbiner Dr. Lazarus, Cronberger Str. 30, Fernspr. Maingau 79 482, 15—f6 Uhr Rabbiner Dr. S a 1 z b e r g e r, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56 920, 16—17 Uhr. Rabbiner Dr. Seligmann, Friedrichstr. 29, Fernspr. Maingau 71124, 17—18 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Gemeindebibliothek (Börnestraße 54). Bücher ausleihe: Montag bis Donnerstag 12—13, 16—17 Uhr, Freitag 12—13 und Sonntag 9—10 Uhr. Lesezeiten: Dienstag und Donnerstag 19—21 Uhr, Samstag und Sonntag 10.30—13, Samstag 15.30—18 Uhr. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, von den reichen und vielseitigen Beständen der Bibliothek, vor allem auf dem Gebiet der neuesten populärwissenschaftlichen und Unterhaltungsliteratur, regen Gebrauch zu machen. Auch Bücherspenden sind erwünscht. Museum jüd. Altertümer, Fahrgasse 146. Gesellschaft zur Erforschung jüd. Kunstdenkraäler E. V. Besuchszeiten: Sonntags vorm. 10—1 Uhr und Werktags nachm. 5—4 Uhr. Die Kultabteilung des Museums jüdischer Altertümer ist völlig neu aufgestellt und durch eine Reihe neuer Gegenstände erweitert. Die neue Ausstellung kann nunmehr besichtigt werden. Für größere Gruppen, Vereine und Schulen empfiehlt sich die Besichtigung möglichst außerhalb der offiziellen Oeffnungszeiten nach vorheriger telephonischer oder persönlicher Anmeldung. Eine Anzahl Postkarten mit Abbildungen von besonders interessanten Stücken im Museum sind jetzt neu herausgekommen und beim Pförtner zum Verkauf ausgelegt. Preis für 1 Karte 10 Pfg., für die Serie mit 6 Karten 50 Pfg. Zuwendungen. Herr S. Willy Hess hat dem Museum jüdischer Altertümer mehrere Autographen zugewendet. — Von Fräulein Bertha Pappenheim wurden dem Museum zwei Federzeidinungen vtm Glicenstein und ein Ueberhandtuch für den Seder aus dem Jahre 1787 geschenkt. — Ausserdem erhielt das Museum nodi Zuwendungen von den Herren Isak Laut mann (Nürnberg), Ferdinand Frank und Bürodirektor I. Meyer. — Von Herrn Hermann Wronker wurden zwei alte Thorawimpeln überwiesen. Schluss der amtlichen Anzeigen. An die Leser! In jeder Nummer des Gemeindeblatts sind viele leistungsfähige Firmen mit Anzeigen ihrer Erzeugnisse verzeichnet. Unsere Gemeindemitglieder bitten wir, das Gemeindeblatt dadurch zu fördern, daß sie bei Einkäufen, bei Vergebung von Arbeiten und dergleichen unsere Inserenten berücksichtigen und hierbei auf die Anzeigen in unserem Blatt Bezug nehmen. Aus den Gemeinden Deutsdiland. Berlin. Es fanden in letzter Zeit folgende Tagungen statt: der erste Weltkongress für das arbeitende Palästina, die Jahreskonferenz für den Schutz der Gesundheit der Juden (OSE), Weltkonferenz des „Hecha- 1 uz", Delegiertenversammlung des Deutschen Misrachi. — Im Rabbiner-Seminar wurde das 115. Studiensemester mit einer akademischen Feier eröffnet, bei der Rektor Dr. Wohlgemuth eine Vorlesung über die Religionsphilosophie Max Sdielers in jüdischer Beleuchtung hielt. — Mit der Aufführung von Shakespeares. „Was Ihr wollt" in der Bearbeitung des berühmten hebräischen Dichters Saul Tschernidiowsky und von Gutzkow's „Uriel Acosta" errangen die Sdiauspieler des hebräischen Theaters „Habimah" einen unbestrittenen Erfolg. — Am 15. Oktober, dem Tag der Reichstagseröffnung, kam es im Innern der Stadt zu Ausschreitungen. Durch Steinwürfe wurden zahlreiche Schaufenster jüdischer Firmen zerstört, ein Teil der Demonstranten konnte verhaftet werden. — Durch Aufstellung einer Einheitsliste soll bei den Wahlen zur Repräsentantenversammlung der Jüdisdien Gemeinde und zum Preussischen Landesverband jüdischer Gemeinden ein Wahlkampf vermieden werden. — Die Wählerliste zu den am 50. November stattfindenden Repräsentantenwahlen enthält rund 136 000 Namen. — Die Repräsentantenversammlung bewilligte den durch Brand in B o r - sc ha (Rumänien) Geschädigten eine Beihilfe. — Die jüdische Gemeinde von Oranienburg wurde von der Berliner Gemeinde einverleibt. —<- Am 16. IX. wurde die von