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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-11-01 · 3 (11.1930) · p. Seite 67

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
3 (11.1930)
Date
1930-11-01
Page
Seite 67 (sequence 13)
Language
German
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Schule (unter die Aufsicht des Staates und mehr noch als der auch für die jüdische Schule massgebende staatliche Lehrplan die harte Notwendigkeit, den Schüler während seiner Schulzeit für das Leben reif und für den Beruf fähig zu machen, ihn so zu.erziehen, dass er den Kämpfen des Lebens gewachsen ist. Man hört zwar vielfach den Vorwurf, die jüdische Schule führe ihre Jugend in ein neues Ghetto. Die so reden, sind der Ansicht, dass der jüdische Schüler gerade in der allgemeinen Schule, in der er mit Kindern der verschiedensten Bevölkerungsschichten zusammenkommt, besser für das Leben vorbereitet 'verde, dass er, wenn er auch an der einen Schule weniger, an mancher anderen Schule bedauerlicher Weise mehr als Jude zu leiden habe, hierdurch doch immerhin für den Kampf des Lebens gestählt werde. Diese Auffassung ist aber leider eine bittere Theorie. Es ist nicht Sache des Kindes, sich an Kränkungen und Bitternissen zu stählen. Das für die körperliche Erziehung sehr gesunde Prinzip der Abhärtung gilt nicht in gleicher Weise für die seelische Entwicklung des Kindes. In der jüdischen Schule findet das jüdische Kind die ihm angemessene Umgebung, den Boden, auf dem es sich entfalten und gedeihen kann. Hier wird ihm sicher sein Recht auf ungestörte Entwicklung, auf Heiterkeit und Freude, Sorglosigkeit und Lebenslust, und es ist sicher, jdass das durch die jüdische Schule gegangene, in ihr gekragfgte und gefestigte Kind, von einem natürlichen SelbsiEgeiühl erfüllt, auch sicher und fest im Leben stehen und bestehen wird. In welche Schule schicke ich mein Kind? Versuch einer Schullaufbahnberatung von J. Flörsheim. Eine Schullaufbahnberatung erscheint in der heutigen Zeit ebenso notwendig wie eine Berufsberatung. Wir sind im November und die Elternschaft steht vor der ernsten Frage der Einschulung ihrer sechs- und zehnjährigen Kinder. Da unsere schulpflichtig gewordene Jugend durchweg die 4jährige Grundschule besuchen muss (besonders begabte Kinder können auch eine Klasse überspringen), soll heute nur die Frage: welche Schulart wähle ich für mein Kind nach erfüllter Grundschulpflicht, erörtert werden. In Betracht kommt zunächst der vierjährige Weiterbesuch der Volksschule. Diese hat die Aufgabe, dem Kinde jenes Mass von allgemeiner Bildung zu vermitteln, das der Staat von seinen Bürgern als Mindestmass verlangt. An zweiter Stelle steht die sechsstufige Mittelschule. Sie behält ihre Schüler zwei Jahre länger und kann sich infolgedessen höhere Unterrichtsziele stecken als die Volksschule. Die höher e Schule ist neunstufig, ihr Ziel ist die Hochschulreife. Jede dieser drei Schularten kann ihre Bildungsideale verwirklichen, wenn der Schüler die oberste Klasse mit Erfolg absolviert. Leider werden bei der Schulwahl seitens der Eltern schwere Fehler begangen. Massgebend sollte die Veranlagung und Befähigung des Kindes sein, aber wie sieht es in der Wirklichkeit aus? Ausschlaggebend ist für die meisten Eltern der Gesichtspunkt ihrer sogenannten sozialen Stellung. Die höhere Schule gilt als die „bessere" Schule. Die Kinder der „besseren" Familien müssen sie besuchen; gleichgültig ob sie dafür geeignet sind oder nicht. Der Gedanke, das Kind um des Kindes willen in die für es geeignete Schule zu schicken, erscheint den meisten Familien aus Standesrücksichten untragbar. Die Folgen sind für die nicht gut begabten Kinder traurig. Sie können dem wissenschaftlichen Unterricht der höheren Schule nicht folgen. Schlechte Zensuren erscheinen ganz naturgemäss im Zeugnis. Die Nichtversetzung droht, und nun muss der Nachhilfeunterricht eintreten. Er kostet dem Kinde seine unentbehrliche Freizeit und eleu Eltern Sorgen und unnötige Ausgaben. Kind, Eltern und Lehrer tragen schwer an dieser Bürde. Am meisten aber zu bedauern ist das Kind, dessen Schulzeit eine Qualzeit werden muss. Fragen wir uns nun, welche Aussichten ein für die höhere Schule ungeeignetes Kind für seine Zukunft hat. Zahlen mögen beweisen: Trotz Geburtenrückgang sind in Sind Sie krank? so lassen Sie sofort den <Urin untersuchen in der öngetäpotbeke FRANKFURT AM MAIN Gr. Frledbergerslr. 44 Ecke Vilbelergasse Durch genaue Urinuntersuchung In unserem modern eingerichteten Laboratorium wird dem Arzt die Behandlung erleichtert. Auf teleph. Anruf wird der zur Untersuchung bestimmte Urin abgeholt. Hansa 223S7 P ianos allererste Marken Steinway s*8 Blüthner Ibach Schiedmayer» Pionoiorieiäürik und viele andere. Günstige Teilzablangsbsd. Katalog kostenfrei. Nold&Sohn Stiftstrasse 39. BRUNELL DERbesteSCHUH DES KINDES iQBK! SALZHAUS 1 ZEIL 62 PH O Gr R\E SS beliebteste Staubsauget ■fast geräuschloser.\Qang / höchste <4i& Saugkraft- Mauz & Pfeiffer, Stuttgart-Botnang Zu haben in allen einschlägigen Geschäften J. 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