Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 3 (11.1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- Seite 66 (sequence 12)
- Language
- German
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Geheimrat von Itzstein, zur Begutaditung zugegangen, der über die Persönlichkeit jedes Einzelnen der militärpflichtigen Gesuchsteller eingehend berichtete. Nr. 10 des Berichtes betraf den Militärpflichtigen Mayer Buchsbaum, über den Itzstein nichts Rühmlidies zu melden hatte. Der Grossherzog hat am 12. Mai 1811 zu dieser Eingabe folgendes verfügt: „Da keiner von diesen Supplikanten das Alter hat, so kann auch noch keiner dispensiert werden; sobald dieselben das Alter erreicht haben, so können sie sich bei ihrem Kommissarius, Herrn Geheimen Rat von Itzstein melden, so wird auf diesen Bericht der Loosschein erfolgen. Der lOte unter diesen Supplikanten ist der Buchsbaum, bei welchem noch viele wilde Sprossen sind, der recht beschnitten werden muss, dass er ein ordentlicher Baum wird, hierin ist zu wünschen, dass ihn das Militärloos trifft, damit er Ordnung und Subordination lernt: demselben werde idi sobald keinen Dispensationsschein erteilen, welches ihm zu seiner künftigen Besserung zu eröffnen ist. Aschaffenburg, den 12. Mai 1811. Carl." (Mitgeteilt von I. M.J Aussprache. Vom Sinn der jüdischen Schule Von Direktor Dr. Jonas (Hamburg). (Die nachstellenden Ausführungen entnehmen wir dem Gemeindeblali der DeuUch-l6raelilischen Gemeinde zu Hamburg vom 17. Oktober 1930. Schrift!.) In einigen Wochen werden sich viele Eltern zu entscheiden haben, in welche Schule sie ihre schulpflichtig werdenden Kinder schicken wollen. Diese Entscheidung ist nach äusseren und inneren Gründen zu treffen. Schon mehrmals sind vor der breiteren Oeffentlichkeit Aufgabe und Ziel der jüdischen Schule dargestellt worden. Die jüdische Schule erspart den Kindern den Besuch einer Religionsschule, da in ihr der jüdische Unterricht gleichzeitig und gleichwertig neben die Fächer der allgemeinen Bildung tritt, die in der jüdischen Schule genau so gepflegt wird wie in den Staatsschulen. Dazu kommt, dass das gesamte religiöse Erleben, für das der Religionsunterricht die notwendige Vorbereitung und Weihe schaffen soll, sich an einer jüdischen Schule viel intensiver und tätiger gestalten kann, als dies in einem Sonderunterricht möglich ist. Die gemeinsame Feier jüdischer Feste weckt in dem Kinde das Gefühl der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft und stärkt das religiöse Erleben. Ein Grundirrtum, der bei der jüdischen Erziehung so verhängnisvoll wirkt, ist die Vorstellung vom bezieliungslosen Nebeneinander der allgemeinen und der jüdischen Bildung. Es ist nicht richtig, zu sagen, mein Kind kann und soll die Weltkultur genau wie jedes andere Kind in sid) aufnehmen -und in das Judentum in besonderem Unterricht eingeführt werden; denn das bedeutet eine Hintansetzung, d. h. eine geringere Bewertung des jüdischen Erbgutes, das dem Kinde vermittelt werden soll. Erst die gleichzeitige und einheitliche Vermittlung beider Ideenwelten schafft die einheitliche Erziehung und bildet den einheitlichen Charakter. Der Wille zum jüdischen Leben die Verantwortung unserer Jugend gegenüber hat weite Kreise von neuem für die jüdische Schule interessiert. Man erblickt in ihr mit Recht das einzige Mittel, eine Verbindung des jüdischen mit dem allgemeinen Kulturbewusstsein zu vollziehen. Die jüdische Schule gibt eine ausreichende Kenntnis der jüdischen Literatur sowie des Geistes und Inhalts der jüdischen Ueberlieferung und befähigt das Kind, durch frühzeitges Erlernen der hebräischen Sprache am Gottesdienst teilzunehmen und unsere religiösen Urkunden im Urtext zu lesen und zu verstehen. Dass aber die allgemeine Bildung, die Einführung des jüdischen Schülers in die ihn rangehende Geistes- und Kulturwelt und seine Erziehung zum Staatsbürger in der jüdischen Schule ebenso gewissenhaft erfolgt und ebenso zuverlässig wie in den staatlichen Schulen, dafür bürgt mehr noch als die selbstverständliche Unterstellung der jüdischen Kanalu. Wasserbau-Gesellschaft1 Bergerstr. 6 m. b. H. Bergerstr. 6 sorgt für Instandhaltung der Kanal- und Wasserleitungs-Anlagen. Carolus 43537/381 EIN WILLE Anpassung an die Wirtschaftslage EIN WEG Die niedrigen Preise unseres Sonder-Angebotes Madien Sie bald von den außergewöhnlichen Vorteilen Gebrauch. Einige Kompotteller, weiß Porzellan lOPfg. 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