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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-09-01 · 1-2 (9.1930) · p. Seite 22

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
1-2 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German
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22 j I Aus der Geschichte der Gemeinde ft,: (i^?>i^^T: Friedhofsgebet auf einem Stein aus dem Jahr 1421, ursprünglich auf dem Friedhof am Börneplatz, jetzt im Kaddisdiraum des Friedhofs an der Rai Beil-Sirasse. Frankfurt und Furtado. Von den Vereinigungen, die „zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Frankfurt für Emanzipation und Aufklärung kämpften, ist die 1805 gegründete „Neue jüdische Gesellschaft" fast in Vergessenheit geraten. Sie zählte mehrere hundert Mitglieder, ihr Zweck war, wie ein Bericht in der zeitgenössischen „Sulamith" meldet: „Vorurteile und Aberglauben bekämpfen, Tugend und Rechtschaffenheit ausüben, die wahren Verdienste belohnen, den Mann mit ersten Kenntnissen schätzen und das wahre Wohl ihrer Glaubensgenossen fördern." Das erste, wodurch die Gesellschaft ihre Ziele kundgab, war ein an Abraham Furtado, den Präsidenten der von Napoleon I. einberufenen grossen israelitischen NotabeLnversammlung zu Paris im November 1806 übersandter Brief nebst Adresse, in welchen die Gesellschaft ihre dankbaren Empfindungen und ihre innige Teilnahme an dem Glücke, das den französischen Juden bevorstand, zum Ausdruck brachte. Der Brief hatte folgenden Wortlaut: Herr Präsident! - Wen wir bis jetzt gezögert haben, Ihnen für die Wohltaten, die Sie unsern Mitbrüdern von ganz Europa zu leisten bemüht sind, ornsern schuldigen Dank abzustatten, so war die Ursache nicht, dass wir nicht früher unsere Schuldigkeit gefühlt haben, sondern bloss, dass die Gesellschaft, die sich zum Wohl unserer Glaubensbrüder bildete, nur erst seit zwei Monaten zu Stande gekommen ist. Die Erniedrigung, in welcher wir seit 18 Jahrhunderten leben, hat uns für alle politischen Begebenheiten unempfindlich gemacht, und da war niemals an dem Glücke der übrigen Nationen Teil nehmen durften, so waren wir auch nie auf dasjenige aufmerksam, was sich auf Erden zugetragen hat. Seit fünfzehn Jahren hat uns die französische Nation die Menschen- und Bürgerrechte, welche die Grundsätze barbarischer Jahrhunderte uns geraubt hatten, wieder gegeben. Napoleon der Grosse ist es, der durch seinen Grossmut und Seelengrösse unser religiöses und politisches Glück fest und dauerhaft zu machen sucht, und seit dieser Zeit fangen wir wieder zu fühlen an, dass wir dem menschlichen Geschlechte angehören, und wir bemühen ains nun, der Wohltat dieses erhabenen und unsterblichen Kaisers uns ganz würdig zu machen. Aufgemuntert durch das Beispiel unserer französischen Glaubensbrüder und in der Absicht, zum Glücke unserer Mitbrüdei so viel als möglich beizutragen, haben wir allhier eine Gesellschaft formiert, von welcher wir Unterzeichneten die Ehre haben Vorsteher zu sein. Das erste, welches unsere Aufmerksamkeit erregt hatte, war die ehrwürdige Gesellschaft, deren Präsident Sie sind, und wir hielten es für unsere Pflicht, Ihnen in beigefügter Adresse erkennen zu geben, wie sehr wir Ihnen für das künftige Glück unserer Glaubensbrüder verbanden sind. "Nehmen Sie, Herr Präsident, unsern schuldigen Dank gefälligst hin, für die mühsame Arbeit, deren Sie und Ihre Versammlung sich unterziehen, und seien Sie überzeugt, dass von den heilsamen Folgen Ihrer Bemühungen das Glück aller unserer Glaubenbrüder auf dem festen Lande abhängt. Da wir jetzt Untertanen eines weisen, aufgeklärten und gelehrten Fürsten sind, so zweifeln wir nicht, dass wir nicht bald an den glücklichen Resultaten Ihrer Bemühungen Teil nehmen werden. Wenn Sie uns erlauben, dass wir uns nötigen Falls an Sie wenden dürfen, so bitten wir, uns einer Antwort zu würdigen, und den Brief an Unterzeichnete zu adressieren. Empfangen Sie unsere gehorsamste Ergebenheit und erlauben Sie, dass wir uns mit Hochachtung nennen dürfen. Frankfurt a. M., den 25, Nov. 1806. Ihre gehorsamste Diener Jakob Stern. Dr. Oppenheim. Isaak Hildesheim. Daniel Ullmann. David Cassel. A. W. Schnapper. S. Flaschin. (Mitgeteilt von L. Horwitz, Kassel). m uun m. Diese hervorragende koschere Pflanzenblltfer (veg. Margarine) fleischig und milchig verwendbar, sollte in keinem jüdischem Haushalt fehlen. Beaufsichtigt und zugelassen: Von der Ritualkommission d. Israel. Gemeinde Frankfurt-M. Vertrieb und Lager: H. & A- Ettinger, Frankfurt-M, LANGESTRASSE 31 v FERNSPR. HANSA 24565 Einhorn-Apotheke Rathenauplatz 1 Fernsprecher: Sammel-Nr. 23347 Spezial-Laboratorium fUr Harnanalysen. Diätetische Spezial-Abteilung. Brote, Mehle, Konfitüren, Fruchtsäfte für Diabetiker in grosser Auswahl. Verlangen Sie Spezialliste. Ueberallhin prompter kostenloser Versand. Gründlicher Klavierunterricht an Anfänger und Vorgeschrittene Lilly Bamberger staatl. anerkannte Musiklehrerin Mittelweg 25» Telefon 55381 triefe.-.!--- . W-^jj»-^».;r.-J~att^»yi^**ir't1, ■ C£«hLäää=<S5as^i»^ &ßS43WK~J^*as*3i

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