Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 9 (1930-1931)
- Issue
- 1-2 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 16 (sequence 18)
- Language
- German
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16 Wichtige Bücher Der Frankfurter Kantor Sammlung der traditionellen Frankfurter synagogalen Gesänge von FABIAN OGÜTSCH, weil. Oberkantoir der Synagoge am Börneplatz. Geordnet und eingeleitet von J. B. Levy, herausgegeben vom Vorstand der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. J. Kauffmann Verlag. — Preis RM. 20.—. Das vorliegende Werk des unvergessenen Frankfurter Oberkantors ist die erste vollständige und musikwissenschaftlidi durchgearbeitete Sammlung der alten Frankfurter Synagogengesänge, von unschätzbarem Wert für die Geschichte und die gegenwärtige Gestaltung des Gottesdienstes in unseren Synagogen. J. Kracauer, Geschichte der Juden in Frankfurt a. M. Bd. I, Von der ältesten Geschichte bis zum Fettmilch-Auf stand, brosch. RM. 10.—. Bd. II (Bis 1824), brosch. RM. 12.50). J. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M. „Mit diesem Meisterwerk haben wir jetzt die Geschichte der Juden in Frankfurt Niemand wird es aus der Hand legen, ohne im Innersten bereichert zu sein." (Prof. Goldstein im „Morgen"). Nachrufe auf Rabbiner N. A. Nobel brosch. RM. 1.—. Die 46 Seiten umfassende Sammlung enthält sämtliche beim Trauergottesdienst und bei der Gedächtnisfeier gehaltenen Ansprachen, ferner Nachrufe von Jacob S. Posen, Prof. J. Heinemann, Dr. F. Goitein und Franz Rosenzweig. Für jeden Verehrer Nobels eine wertvolle Erinnerung. Franz Rosenzw eig. Eine Gedenkschrift ,70 Seiten, mit 3 Bildnissen. Preis RM. 3.—. In der Bayrischen Israelitischen Gemeindezeitung schreibt Dr. Ludwig Feuchtwanger: „Dieses schmale Bänddien gehört zu den wertvollsten Jüdischen Veröffentlichungen der letzten Jahre und übertrifft an Stoffülle und Eindrücken umfangreiche Bücher." Literaturblalt der Frankfurter Zeitung (-ek): „Die Stunden, die einer mit dieser Schrift verbringt, werden nicht verloren sein. Er lernt neben dem Denker und Schaff er einen wahrhaft grossen Menschen kennenjund die Zeugnisse, die über ihn reden, geben Erschütterung und Erhebung zugleich". Itzig Strul, der Deserteur Von Liviu Rebreanu Vorbemerkung. Während des Krieges gingen Gerüchte um, dass in der rumänischen Armee antisemitische Offiziere sich der jüdischen Soldaten dadurch zu entledigen suchten, dass sie sie umbringen Hessen und sie dann als Deserteure verunglimpften. Liviu Rebreanu, ein junger rumänischer Dichter, Niditjude, hat diese Vorfälle zum Vorwurf seiner Novelle: Itzig Strul, der Deserteur, genommen. Rebreanu, der heute Theaterdirektor in Bukarest ist, gehört zu den her-, vorragenden Erscheinungen der in Deutschland noch wenig bekannten jungen rumänischen Literatur. W""-' - , ..._..»-. „Komm Itzig." „Ich komme schon, Herr Unteroffizier." Sie gingen, der Unteroffizier voran, der Soldat folgte. Ihr Weg führte sie durch einen verlassenen Schützengraben, in dem sich der Schnee über Erdklumpen, die von Geschossen durchwühlt waren, wölbte. Sie gingen sachte, nur den tiefen, eingefrorenen Spuren einer früheren Patrouille folgend; Kopf und Rücken gebückt, um sich nicht den Augen . des Feindes, die von links herüberspähten, oder den Kugeln, j die von Zeit zu Zeit gleich Peitschenschlägen knallten, gegen den düsteren Himmel, auszusetzen. Immer schwerer ächzend, schliesslich in Schweiss gebadet. Zuerst rechts abbiegend, dann wieder geradeaus. Auf einmal befanden sie sich am Rande eines Waldes, dessen; ineinander verschlungene, dunkle Tannen an einem schrägen Abhang emporkletterten. Nach einigen weiteren Schritten blieb der Unteroffizier so plötzlich stehen, dass der Soldat Itzig Strul, der ihm wie ein treuer Schatten folgte, fast mit ihm zusammengestossen wäre. „Wir wollen ein wenig versdinaufen", stiess der Unteroffizier hervor, ohne Itzig dabei anzusehen. „Ruhen wir aus, Herr Unteroffizier," murmelte der Soldat. Er Hess sein Gewehr in den Schnee gleiten und wischte den Schweiss mit dem Aermel ab. Sein zu kleines Käppi hatte er in den Nacken geschoben. Weisse Dämpfe stiegen ihm aus Nase und Mund und formten sich in der erstarrten Luft zu Nebel, der sich rasch verlor. Der Unteroffizier schwieg, in Gedanken versunken. Auch er wollte sich den Schweiss von den Schläfen wischen, überlegte es sich aber auf halbem Wege und schob mit der erhobenen Hand die Mütze tief über die Augen, wobei er unentschlossene Blicke auf seinen Untergebenen warf. Itzig fühlte diese Blicke und drehte sich fragend um. Aber der Unteroffizier wich ihm erschrocken aus, indem er so tat, als ob er den bereits von ihnen zurückgelegten Weg abschätzte. „Heut ist er recht schlecht gelaunt", dachte Itzig. Träge befestigte er, etwas abgekühlt, sein Gewehr wieder über der Schulter. Wie zwei schwarze Punkte sahen ihre Schatten auf der weiten, weissen Decke des Hügels aus. Die Brustwehr des Schützengrabens schlängelte sich wie eine graue Schlange, Ä*Gfffr£lM r^nAR^ TA P £ T £ N ■ * . tel. cs L I N 0 L £ U tel. >0 L I N 0 L £ U M 2514-1 D£ K O R AT IONSS T O f f£ 1 di le Kupferbedachung der neuen Friedhofgebäude ausgeführt von IALLWiBKI KN©ßir A.© Älteste und größte Spezialfabrik für Metallbedachung jeglicher Art, wie Kupfer, Tecuta, Aluminium, Zink