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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-09-01 · 1-2 (9.1930) · p. Seite 12

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
1-2 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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12 „Barsam", des Reiserbündels der Perser, den diese bei bestimmten Gebeten in der linken Hand hielten, bildeten die Zweige des Granatbaums. Mit diesen Gebräudien ist wohl auch das Gebot im 2. B. M. 28, 33 u. 34 verwandt, das besagt, am Saume des hohepriesterlichen Gewandes seien Granatäpfel, purpurblau, purpurrot und karanesinfarbig anzubringen. „Eine Schelle von Gold und einen Granatapfel, eine Schelle von Gold und einen Granatapfel an die Säume des Oberkleides ringsum." Neben den Trauben und den Granatäpfeln fanden die Kundschafter auch schon Feigen (fenim) in Palästina vor. Auch hier haben wir es, wie diese Stelle beweist, mit einer uralten Kulturpflanze zu tun, die in Asien und zwar speziell in Vorderasien beheimatet ist. Noch heute findet man wilde Feigen an den Ufern des nördlichen Euphrats (Th. Kotschy). Ist es da ein Zufall, dass auch schon l)eim Sündenfall im 1. B. M. 5, 7 vom Feigenbaum die Rede ist, der im Paradiese gewachsen sein soll? Ferner zeigt auch die Erwähnung des Feigenbaums zusammen mit dem Weinstock und dem Oelbaum in jenem alten Midrasch zu Noach, ,dass der Feigenbaum sowie der Weinstock und der Oelbaum ein altes Kulturgut der Semiten Vorderasiens ist. Bereschit rabba 31 steht nämlich: „Rabbi Lewi sagt: Er (gemeint ist Noach) nahm mit sich (ergänze: in die Arche) Weinreben zu Pflanzen. Zweige zu Feigen und Reiser zu Olivenbäumen." So scheint also Vorderasien nicht nur die Heimat der wilden Feige, sondern auch der Feigenkultur gewesen zu sein, zwei Dinge, die nicht immer zusammenfallen. Von den Feigen als Heilmittel hören wir 2. Kön. 20, 7. Es ist vom König Hiskijah die Rede, der sterbenskrank war; der Prophet Jeschajah besucht ihn und verordnet, dass man ihm einen Feigenkuchen (aus getrockneten Feigen) auf die Entzündung lege. Man tat es, und der König wurde gesund. Es dürfte sich um eine Furunkulose gehandelt haben, bei der auch Plinius als Heilmittel Feigen angibt. Auch der Oelbaum (Olea enropaea) war zur Zeit, als unsere Vorfahren in Palästina einzogen, dort schon vorhanden, wie aus der Verheissung im 5. B. M. 8, 8 hervorgeht. Dass hier der kultivierte und nicht der wilde Oelbaum gemeint ist, wird durch eine Stelle im Buche Jehosdma (Kap. 24, 13) bewiesen, wo von den Weinbergen und den Oelbäumen Palästinas gesprochen wird, deren Ertrag die Juden zwar gemessen würden, die sie aber nicht gepflanzt hätten. Dieselbe Kulturpflanzendreiheit Oelbaum, Feige, Weinstock liegegnet uns auch in jenem wunderbaren Gleichnis, das Jotham den Männern von Sichern erzählt (Richler Kap. 9, 8 ff.): „Es gingen die Bäume, einen König über sich zu salben und sie sprachen zum Oelbaum: Herrsche über uns. Er sprach zu ihnen: habe ich denn meine Fettigkeit versagt, mit der man Gott und Menschen ehrt, dass ich gehen soll, mich herumzutreiben unter den Bäumen? Und sie sprachen zum Feigenbaum . . . Und sie sprachen zum Weinstock . . ." Diese Stelle bestätigt, was wir schon oben über diese drei vorderasiatischen Kulturpflanzen gesagt haben. Auf den Oelbaum angewendet heisst das: die Heimat der Oelbaumkultur ist sehr wahrscheinb'ch in Vorderasien zu suchen. Von hier aus drang sie wohl zu den Aegypterri und Griechen. Die Griechen brachten die Oelbaumkultur dann nach Italien und Südfrankreich, wo sie heute so eingebürgert ist, dass der Reisende sie für bodenständig hält. Vielleicht haben auch die Phönicier bei der Einführung der Kultur in Südfrankreich mitgewirkt. Wie schon oben angedeutet, muss bei jeder Kulturpflanze zwischen der Heimat der wilden Stammform und der Heimat der Veredelung und Kultur dieser Stammform unterschieden werden. Wo ist also die Heimat des wilden Oelbaums, des Oleasters? Dieser knorrige Geselle mit den silbrigen Blättern und der grotesken Gestalt ist in den Mittelmeerländem zu Hause. Die Wichtigkeit des Oelbaums für die alten Juden geht schon daraus hervor, dass der Oelbaum nicht weniger als 37 Mal in der Bibel erwähnt wird. Das wertvollste am Oelbaum ist seine Frucht, die Olive, die man roh isst bezw. in Salz oder Essig einlegt. Das Oel, das man aus der Olive gewinnt, dient als Speise-, Lampen-, Opfer- und nicht an letzter Stelle als SalböL Das so lebenswichtige Getreide tritt uns im 2. B. M. Kap. 9, Vers 31 entgegen: „seora" ist die Gerste (Hordeum vulgare), „chitta" der Weizen (Triticum sativum) und „kusseinet" der Eramer. Aus dieser Stelle sehen wir, dass der Anbau des Getreides sehr alt sein muss. Und alle Dokumente der Menschheit bestätigen das. Immer ist vom Getreideanbau als etwas selbstverständlichem die Rede (Warburg). Von allen Getreiden ist die Gerste als Kulturpflanze vielleicht die älteste. Ueber ihre Herkunft sind wir einigermassen unterrichtet, da wir ihre Stammpflanze, die wilde Gerste (Hordeum spontaneum) kennen. Diese wilde Gerste, die der Kulturgerste sehr ähnlich sieht, wächst im Orient, und der bekannte palästinensische Agronom Aaronsohn hat sie auch in Palästina aufgefunden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass im Orient, und zwar speziell in den Euphratländern die Gerste zum erstenmal in Kultur genommen wurde. Für. den Wje i - Lingel-Schuhe sehen gut aus— ob sie neu, ob sie alt sind: weil" sie gut —weil sie schön sind. Teurere Schuhe könneh nicht besser—billigere nicht sp gut sein "TT u Ihr nächster Schuh — ein LlNGEL - Schuh! £L. Verkaufsstelle: Frankfurt a. M. Kaiserstrafte 27 Ecke Neue Hainzerstraße

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