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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-09-01 · 1-2 (9.1930) · p. Seite 11

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
9 (1930-1931)
Issue
1-2 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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bekam aus Genf einige zubereitete Zedraten geschickt und überliess sie Goethe unter der Bedingung, dass dieser ein kleines Gedicht für die Genfer Spenderin verfasse. Goethe tat es und schrieb jenes reizende Gedicht, das mit den Strophen anfängt: Glücklich Land, allwo Zedraten Zur Vollkommenheit geraten Und zu reizendem Geniessen Kluge Frauen sie durchsüssen. Ein weiterer Bestandteil des Feststrausses sind die „kapot tmarim", die Palmenzweige. Mit „tamar" ist die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) gemeint, ein Baum, von dessen Wichtigkeit im Orient sich der Europäer nur eine" schwache Vorstellung machen kann. Die Dattelpalme liefert beinahe alle Dinge, die man zum Leben braucht. Die Früchte sind ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel, die Spitzen der Sprossen liefern ein delikates Gemüse (den Palmkohl), aus dem Saft der Früchte und des Stammes bereitet man Wein, der Stamm lie- Dattelpalme fert Bauholz, aus den Stengeln der Blätter flicht man allerlei Körbe, den Bast flicht man zu Stricken, und schliesslich, kann man die Blätter als Hausdach verwenden. Aber die Palme ist nicht nur ihrer praktischen Wichtigkeit wegen der Liebling des Orientalen. Sie ist es besonders wegen ihrer einzigartigen Schönheit. Ihre zarte Schlankheit, das nach oben Strebende, der gerade, in den Himmel weisende unverzweigte Stamm, das leise Rauschen der Blätterkrone — hier versteht man, warum von der „Krone" eines Baumes gesprochen wird — müssen das Entzücken eines jeden Betrachters erregen. Dieses Entzücken drückt sich auch im jüdischen Schrifttum aus. Einige Male finden wir das Wort Taraar als den Namen einer Frau, und in unzähligen Gleichnissen spielt die Dattelpalme eine Rolle. Das wunderschöne Gleichnis aus Ber. r. 41 soll hier angeführt werden. „Wie die Palme und die Zeder nach der Höhe streben, so streben auch die Herzen der Gerechten zu Gott." Ja, die Tatsache, dass die Palme sich nicht verzweigt (eine Eigentümlichkeit sämtlicher Palmen, wir kennen nur eine Ausnahme), hat die Kabbalisten dazu veranlasst, die Palme als Gottessymbol zu gebrauchen. „Gott ist einig und einzig wie die unverzweigte Palme" (nach Low). Das geheimnisvolle Rauschen der Dattelpalme im Winde, hat zu dem Glauben Anlass gegeben, die Palmen sprächen miteinander. Und diese Sprache soll Rabbi Jochanan ben Sakkai beherrscht haben, denn im Talmud wird berichtet, er habe die Sprache der Dämonen und die Sprache der Dattelpalmen verstanden. Die Dattelpalme ist der Charakterbaum Arabiens. Arabien ist wohl auch die Heimat der Dattelkultur. Von hier aus kam sie nach Palästina, wo in mischnischer Zeit ein grosser Palmenwald bei Jericho bestanden hat, der dort auch heute noch vorhanden ist. Hier ist auch der nördlichste Punkt Palästinas, wo noch die Früchte der Dattelpalme reifen. Weiterhin ist besonders bemerkenswert, dass bei den Palmen eine weitgehende geschlechtliche Differenzierung vorhanden ist. Während bei der Rose etwa männliche und weibliche Geschlechtsorgane in einer Blüte vereinigt sind, sind bei der Palme die männlichen und weiblichen Organe auf verschiedenen Bäumen zu finden, sodass man von männlichen und weiblichen Bäumen sprechen muss. Es ist seit Urzeiten bekannt, dass man die Blütenrispe der männlichen Palme auf die weibliche Palme hängen muss, um Früchte zu bekommen. Man findet diesen Vorgang auf ägyptischen und assyrischen Relief bilde rn dargestellt. Damit ist aber keineswegs gesagt, dass mit der Kenntnis dieser Procedur eine Erkenntnis der sexuellen Natur dieses Vorgangs verbunden war. Man muss nämlich wissen, dass die moderne Botanik die Tatsache der Sexualität der Gewächse erst um das Jahr 1690 entdeckt und bewiesen hat. Da ist es äusserst interessant zu sehen, dass im alten jüdischen Schrifttum (vielleicht zum ersten Mal) eine schriftliche Andeutung dafür zu finden ist, dass der Process der Befruchtung als ein Sexualakt aufgefasst wurde. Wir können nämlich in Bereschit rabba 41 lesen: „Wie es bei der Palme . . . eine Liebe gibt, so gibt es auch eine Liebe der Gerechten (Ergänze: zu Gott)" Ferner hören wir: „Es erzählt Rabbi Tanchuma eine Geschichte von einer Palme, die in Chamathan stand und keine Früchte hervorbrachte. Ein Palmenzüchter ging vorüber und sah sie. Er sprach: Diese Palme blickt nach Jericho (Ergänze: Wo ihr Männchen steht. Denn in Jericho war ja ein grosser Palmenwald.). Als er sie befruchtet hatte, trug sie Früchte." Blühender Granatapfelzweig und Frucht Bei der Erwähnung der Myrte wurde schon von ihr als „Kultpflanze" gesprochen. Eine viel ältere Kultpflanze ist der Granatapfel (Punica granatum). Im wilden Zustand kommt der Granatapfelbaum im ganzen Gebiet von Indien bis Kleinasien vor. Wo der wilde, kleinfrüchtige Baum aber zum ersten Mal in Kultur genommen und zum grossfnichtigen Baum veredelt wurde, wissen wir nicht. Daran, dass im 4. B. M. 13, 23 die Kundschafter in Palästina den Granatapfel („rimonim") schon vorfanden, können wir nur sehen, dass die Kultur schon uralt ist. Ebenso ist wohl die Verwendung des ausgepressten säuerlichen Fruchtsaftes als Limonade sehr alt Als Kultpflanze wurde der Granatapfel im syrischen und phönicischen Gottesdienst verwendet. Und ein Bestandteil des Für Körper und Füsse nur DIAISN-PUDER

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