Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 12 (8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- Seite 477 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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477 von einem Juden gestiftet war, wurde von der Polizei verhaftet und dem Richter zugeführt. — Leipzig. Die Leipziger Stadtverordnetenversammlung lehnte in ihrer letzten Sitzung einen von nationalsozialistischer Seite gestellten Antrag auf Erlass eines Schächtverbotes ab. — In dem Urteil des Staatsgerichtshofs in der Angelegenheit der Frick'schen sogenannten „Schulgebete" wurde festgestellt, dass „die Gebete II, III und IV mit der Bestimmung des Absatz 2 des Artikels 148 der Reidisverfassung nicht vereinbar sind." Diese Bestimmung lautet: „Beim Unterricht in öffentlichen Schulen ist Bedacht zu nehmen, dass die Empfindungen Andersdenkender nicht verletzt werden". — Liegnitz. Am 11. VII. verschied im Alter von 74 Jahren das geistliche Oberhaupt der Liegnitzer Jüdischen Gemeinde, der Nestor der schlesischen Rabbiner Dr. Mo ritz Peritz. — Marburg. Die Historische Kommission für Hessen-Waldeck zu Marburg hat in ihrer diesjährigen Hauptversammlung am 5. Juli Herrn Dr. Klibansky, den Direktor des jüdischen Reformrealgymnasiums Jawne, Köln a. Rh., zum Mitglied gewählt. Dr. Klibansky bereitet im Auftrage dieser Kommission eine grössere Edition von neu entdeckten Quellen zur hessischen Territorialgeschichte des 13. und 14. Jahrhunderts vor. — München. Auf der diesjährigen Tagung des „Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden" forderte der Vorsitzende des Verbandes, Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, die Aufhebung des Schächtverbotes seitens der bayerischen Regierung, da von Sachverständigen festgestellt sei, dass das Schächten keine Tierquälerei bedeute. Gegen idie zunehmende, zudem mit Auschreitungen verbundene judenfeindliche Bewegung insbesondere in Franken wurde einmütig ein energisches Einschreiten der Staatsregierung verlangt. — Die Ausstellung „Christliche Kunst", welche kürzlich eröffnet wurde, enthält auch eine durch den „Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden" in Verbindung mit der Israelitischen Kultusgemeinde München zusammengestellte jüdische Abteilung. — Stuttgart. Auf einem vom Württembergischen Arbeitsausschuss des „Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" veranstalteten Akademikertag sprach Studiendirektor Dr. Otto D r i e s e n-Frankfurt a. M. über das Thema „Deutsch-jüdische Problematik der Gegenwart". — Aus Anlass seines 60. Geburtstages wurden dem Stadtrabbiner Dr. Paul Rieger zahlreiche Ehrungen seitens der württembergischen Juden zuteil. — Wolzig. Die Leitung des neuen Jugend- und Lehrheims Wolzig gab die Anregung zur Gründung der ersten jüdischen Jugendherberge in Deutschland. Das Heim, an dessen Schaffung die Berliner Jüdische Gemeinde sowie der Landesausschuss Berlin des „Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands" beteiligt sind, wurde am 29. VI. seiner Bestimmung übergeben. Amerika. In das neue Gebetbuch der amerikanischen Reformgemeinden wurden die ersten beiden Worte des „Kol Nidre- Gebetes" sowie die jüdische Hymne „Hatikwah" aufgenommen. — Am 13. VII. vollendete der verdienstvolle Schriftsteller Abraham Kahan, einer der Führer der jüdischen Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten und Chefredakteur der grossen jiddischen Tageszeitung „Vorwärts", sein 70. Lebensjahr. — Das Kriegsdepartement der Vereinigten Staaten verlieh dem jüdischen Teilnehmer an der Südpol-Expedition des amerikanischen Fliegers Byrd, Sergeant Benjamin Roth, die „Soldatenmedaille". Roth hatte während des Fluges unter Lebensgefahr einen an dem Flugzeug entstandenen Schaden beseitigt. — Der hervorragende jüdische Advokat und frühere amerikanische Gesandte in Bolivien, David Kaufmann, wurde zum amerikanischen Gesandten in Slam ernannt. Uebriges Ausland. Antwerpen. Vom 3. VII. ab fand ein Welttreffen der jüdischen Sportvereinigung „Makkabi" statt, das von Delegierten aus Polen, England, Amerika, Frankreich, Deutschland, der Tschechoslowakei, Belgien, Holland, Lettr land und Palästina sowie von annähernd 2000 Gästen besucht war. — Bern. Zum Rektor für das Studienjaihr 1930—3t wurde der Direktor des physiologischen Instituts, Professor Dr. Leon Asher, gewählt. Professor Asher ist ein Nachkomme des unter dem Namen ,JRosch" bekannten berühmten Talmudlehrers des 13. Jahrhunderts, Ascher ben Jechiel. Der Vertreter der germanischen Philologie an der Universität Bern, Professor Dr. Samuel Singer, wurde am 12. VII. 70 Jahre alt. Ausser durch seine mannigfachen Arbeiten auf dem Gebiet der mittelalterlichen Literaturgeschichte hat er sich auch durch sein von Fachkreisen anerkanntes Werk über Goethe einen bedeutenden Namen erworben. — Budapest. Dem Generalsekretär der Pester neologen Israelitischen Religionsgemeinde, Alexander E p p 1 e r, wurde von dem Rabbinat der orthodoxen Gemeinde dieser Stadt der Titel „M o r e n u" („unser Lehrer") verliehen. — London. Im Anschluss an seine beiden Vorträge über „Gesetzlichkeit der neuen Baukunst" wurde der Sind Sie krank? so lassen Sie sofort den 2lrin untersuchen in der Gngel-flpotbeke FRANKFURT AM MAIN Gr. Friedbergerstr. 44 Ecke Vilbelergasse Durch genaue Urinuntersuchung in unserem modern eingerichteten Laboratorium wird dem Arzt die Behandlung erleichtert. Auf teleph. Anruf wird der zur Untersuchung bestimmte Urin abgeholt. 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