Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 11 (7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 453 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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453 Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge E. V. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge für jüdische Frauen und Mädchen, Langestr. 3, Hansa 25462, sucht und vermittelt: 1. Hausangestellte jeder Art wie: Stützen, Hausdamen, Wirtschafterinnen, Gesellschafterinnen, Kindergärtnerinnen, Kinderfräulein, Haustöchter, Köchinnen, Hausmädchen. 2. Kaufmännische Angestellte: Kontoristinnen, Buchhalterinnen, Kassiererinnen, Stenotypistinnen, Lageristinnen, Verkäuferinnen. 3. Gewerbliche Angestellte: Schneiderinnen, Modistinnen, Heimarbeiterinnen. 4. Lehrmädchen (kaufmännische und gewerbliche). Wir bitten dringend alle Arbeitgeber, sich im Bedarfsfälle unseres Arbeitsnachweises zu bedienen. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden e. V., Langestrasse 30 pi, Telefonruf jetzt: Hansa 26162. Wir richten an alle Arbeitgeber die dringende Bitte, offene Stellen aller Berufe uns sofort zu melden. Es melden sich bei uns ständig in grosser Zahl tüchtige kaufmännische Angesteliten aller Branchen, sowie gelernte und ungelernte Arbeiter, Hilfsarbeiter aller Art. Auf Anruf Hansa 26162 schicken wir Ihnen sofort Aushilfskräfte tage- und stundenweise für jede vorkommende Arbeit, wie Umzüge, Ausladen von Waggons, Beförderung von Paketen und Kisten etc. In unserer Schreibstube werden Vervielfältigungs¬ und Druckaufträge aller Art, sowie Adressenschreiben prompt und billig ausgeführt. Sprechstunde für Arbeitsuchende : Gewerbliche und ungelernte Arbeitsuchende: von A—K Moni, Dienst, u. Donn. von %9—11 Uhr vorm. von L—Z Moni, Mittw. u. Freit. von K9—11 Uhr vorm. Kaufmännische Arbeitsuchende: von A—Z Moni, Mittw. u. Freit. von 11—12 Uhr vorm. Berufsberatung wie seither: Dienstag von 6—%S Uhr abends ausserdem nach Voranmeldung. Für die Arbeitsuchenden ist jetzt ein besonderer W arteraum vorhanden. Jüdische Leihkasse E. V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung befindet sich Eschersheimer Landstraße 29, 1. Stock. Geschäftsstunden: Dienstag und Donnerstag, nachmittags von 4—6 Uhr. Die Leihkasse bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden und Handwerkern Darlehen in mäßigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen. Verein Wohltätigkeit. Der seit 1903 bestehende Verein bezweckt, bei Sterbefällen im Trauerhaus Gottesdienst abzuhalten und Bedü rf tigen zur Seite zu stehen. An den hohen Feiertagen wird regelmäßig ein eigener Gottesdienst veranstaltet. — Dem Verein ist eine Sterbekasse angegliedert, die bei jedem Todesfall RM. 200.— vergütet. — Näheres durch den Vorsitzenden, . Herrn Bernhard Karpf, Sandweg 28. Musikfest. Unter den Werken, welche auf dem 60. Tonkünstlerfest des „Allgemeinen Deutschen Musikervereins" zur Aufführung gelangten, befanden sich auch Kompositionen dreier junger jüdischer Musiker. Ausser dem Operncapriccion „Der Fächer" des Wieners Ernst Toch hörte man die erste Symphonie op. 12 des Russen Nikolai Lopatnikoff und das Violinkonzert des 28jährigen früheren ersten Konzertmeisters des Dresdener Philharmonischen Orchesters Stefan Frenkel. Handwerkertagung. In den Tagen vom 25. 'bis 27. V. wurde der 9. ordentliche Verbandstag des „Zentralverbandes jüdisdier Handwerker Deutschlands" abgehalten, in dessen Mittelpunkt zwei Referate über „Eigenbetriebe oder Aufbauhilfe in den Gemeinden" und „Hilfe für . den gewerblichen Mittelstand durch Ausbau und Zusammenschluss der jüdischen Kreditinstitute" standen. Auswanderung. In der Sitzung der Exekutive der Emigrations-Vereinigung- „HIA3-ICA-EM1GDIRECT (HICEM)", welche kürzlich unter dem Vorsitz von Dr. Oscar Cohn stattfand, wurde mitgeteilt, dass die Zahl der jüdischen Emigranten aus Osteuropa im Jahre 1929 etwa 45 000, also etwa 7000 mehr als im Jahre 1928 betrug. Neben Palästina und einigen westeuropäischen Ländern (Frankreich und Belgien) kommen namentlich Argentinien, Brasilien und bis vor kurzem noch Südafrika als Einwanderungsländer für Juden in Betracht, während die meisten anderen Länder Südamerikas für eine jüdische Kolonisation als noch nicht geeignet erscheinen. Unter den in Argentinien im Jahre 1929 eingewanderten 5986 Juden befinden sich 71% aus Polen. VEREINSo. VERS AMMLUNGS-KALENDER (Mitteilungen für die nächste Nummer müssen spätestens am 22. Juli bei der Schriftleitung vorliegen.) Aus Raumgründen können Vereinsanzeigen nur in beschränktem Umfang aufgenommen werden, insbesondere werden Arbeitsprogramme einzelner Vereine höchstens zweimal jährlich veröffentlicht. Auf einzelne Veranstaltungen wird in der Regel nur dann hingewiesen, wenn sie auch für Nichtmitglieder zugänglich sind. Juli. Talmud Thora-Verein. Vereinslokal Synagoge Börneplatz, Büro Theobaldstr. 6. Der Talmud Thora-Verein hat es sich zur Aufgabe gesetzt, Thorakenntnis und Thorawissen in weitestem Ausmass zu verbreiten und als Fortbildung der Schule zu wirken. Aus diesem Grunde sind sowohl für Knaben, als auch Mädchen Schümm in kleinen Abteilungen eingerichtet. Der Unterrricht wird planmässig nach modernen Methoden von bewährten Lehrkräften erteilt. Es ist daher Gewähr geboten, dass den Kindern gediegene Kenntnisse der jüdischen Lehre vermittelt werden. Anmeldungen zum Fortbildungsunterricht für Knaben und Mädchen werden täglich im Unterrichtslokal, Theobaldstrasse 6, entgegengenommen. Lehrfächer: Tefillo, Chumisch, Chumisch mit Raschi, Mischna, Genoro, Tnach, Hebr. Grammatik und Hebr. Schreiben. Lehrer: Rabb. Donath, Dr. Eschwege, Dr. j. Unna, M. Hes, Rosenwasser, Rothenberg. Fortbildungsunterricht für junge Leute, täglich von 19—22 Uhr. Arbeitsgemeinschaft für Studenten Dienstag von 20—21 Uhr. Leitung: Dr. Ph. Schlesinger. Täglich nach dem Morgengottesdienst in den Synagogen Börneplatz und Hermesweg Schiurim. Freies Jüdisches Lehrhaus. Die von Dr. Eduard Strauss geleitete Arbeitsgemeinschaft über die Heilige Schrift, findet regelmässig Donnerstag von 19 lA—20 Uhr im Lehrzimmer der Westendsynagoge (Nebeneingang Freiherr vom Stein-Strasse) statt. Die Teilnahme ist kostenlos und kann jederzeit erfolgen. Anfragen an Frl. Toni Oelsner, Niedenau 36 (Tel. 73559). Verein Montefiore E. V., gegr. 1896. Verein zur Pflege der idealen Interessen jüdischer junger Leute, im Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. 1. Vors.: Lehrer Alfred Speyer, Sömmeringstr. 12, Geschäftsstelle: Philipp Falkenstein, Friedberger Landstrasse 35. Heim: Eschersheimer Landstr. 65 II, (Ecke Gervinusstrasse). Jüdisch-liberale Jugendgemeinschaft. Regelmässige Heimabende, Arbeitsgemeinschaften, gesellige Veranstaltungen, religiöse Feiern. Nähere Auskunft: Dr. Hugo Hoffmann, Untermain-Anlage T, (Tel. 34585). „Kameraden" Deutsch-jüdischer Wanderbund. Fahrten, Heimabende. Anschrift: Fritz Rosenthal, Paul Ehrlichstrasse 28. Heim: Jugendheim. „Kadimah" Bund jüdischer Jugend. Arbeitsgemeinschaften, Kurse, Heimabende, Fahrten. Sekretariat bei Paul Rindsberger, Oederweg 101, (Tel. 33450). Heim: Eschersheimer Landstr. 65. Bund jüdischer Pfadfinder. Selbsterziehung auf jüdischer Grundlage. Arbeitsplan und Fahrtenzettel durch Erich May, Grempstr. 21. Mädchenklub, Langestr. 3. Leiterin: H. Wallerstein. Jeden Abend Zusammenkünfte unter Leitung: Deutsch, Zeitungslesen, Rezitationsunterricht, Handarbeiten, Rhythmische Gymnastik, Englisch und Französisch, Büch" er ausgäbe. Pädagogische Arbeitsgemeinschaft, Aussprache über aktuelle Tagesfragen.