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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-07-01 · 11 (7.1930) · p. Seite 454

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
11 (7.1930)
Date
1930-07-01
Page
Seite 454 (sequence 26)
Language
German
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454 Jugendgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Die Gruppe ist bemüht, unter ihren Mitgliedern und allen Jugendlichen für soziale Arbeit zu werben, sie lässt durch ihre Mitglieder Nachhilfestunden an unbemittelte Kinder erteilen, bei alten und blinden Leuten vorlesen. Junge Frauen und Mädchen, die an den Veranstaltungen und Arbeiten der Jugendgruppe teilnehmen wollen, werden gebeten, ihre Anmeldung an Edith Falk, Bornwiesenweg 54, bei Prof. Werner, zu richten. Jüdischer Jugendbund. Der auf überparteilichem Boden stehende Verein erstrebt die Vereinigung der jüdischen Jugend, um ihr Gemeinschaftsbewusstsein zu stärken, durch gegenseitige geistige Anregungen, gemeinschaftliche sportliche und turnerische Betätigung, sowie durch Pflege edler Geselligkeit. Auskünfte: betr. Wanderungen Hellmuth Strauss, Kölnerstr. 69, (Tel. 77854); betr. Geselligkeit Erna Rosenthal, Sdmeidhainerstr. 11 (Tel. 76782); sonstige Anfragen: Sidney Dillenberg, Stufenstr. 2, (Tel. 74104). Zeire Misrachi, Zeil 49. Samstag: 14—16 Tnach Schiur Jirmijahu (Leiter: J. Kahan), 16—17 Hebr. Sprachkurs für Fortgeschrittene Gruppe A (Leiter: B. Messerer, 175^—18% Arbeitsgemeinschaft: Grundlagen desZionismus (Leiter: J. Rosenbaum), 18—19 Seudah Schlichith des Brith Hanoar, 1934—20% Arbeitsgemeinschaft: Palästinakunde (Leiter: J. Weichselbaum), anschliessend Seudah Schlichith des Zeire Misrachi. Sonntag: 20—21 Hebr. Sprachkurs für Fortgeschrittene Gruppe B (Leiter: B. Messerer); Fahrt Treffpunkt wird bei der Seudah Schlichith bekanntgegeben. Montag 20% Heimabend (Aussprache); Dienstag: 19%—20% Arbeitsgemeinschaft für Mädchen (Leiterin: Frau Feist), 20%—22 Arbeitsgemeinschaft: Jüdische Geschichte (Leiter: J. Weichselbaum); Mittwoch 20% Heimabend der verschiedenen Gruppen des Brith Hanoar; Donnerstag: 20—22 Arbeitsgemeinschaft Zionistische Schriften. — Ausserdem findet von Montag bis Donnerstag, täglich von 19—20 Uhr im Rahmen des Talmud Thora-Vereins, ein Gemoroh-Schiur unter der Leitung von Dr. Schlesinger statt. Nähere Auskunft über die einzelnen Kurse erteilen die Leiter. Jüdischer Turn- und Sportverein „Bar-Kochba" E. V. Leichtathletik, Gymnastik, Handball, Fussball, Faustball, Hockey, Schwimmen, Tischtennis. Anfragen und Anmeldung an das Büro: Eschersheimer Landstr. 65. Jüdischer Turnerbund E. V. Von Sonntag bis Donnerstag Sport, Turnen und Gymnastikkurse für Herren, alte Herren, Frauen, Dament Knaben und Mädchen. Besonderer Gesundheitsgymnastikkurs für Frauen. Sämtliche Kurse unter Aufsicht und Leitung bewährter Lehrkräfte. Sonntags nach Bekanntgabe Wanderungen, Radtouren, Schwimmen; Dienstag nach dem Sport geselliges Beisammensein aller Mitglieder im Ostpark-Kaffee. Ausführliche Auskunft bei der Vereinsleitung, Hermannstr. 17. Turn- und Sportverein „Schild" E. V Sport- und Gymnastikkurse für Herren, Damen und Kinder. Anfragen und Auskünfte: Arthur Fuld, Schäfergasse 52 (Tel. 29505, Nebenstelle). Jüdische Erziehungsberatungsstelle. Sprechstunde Eschersheimer Landstr. 65 IL jeden Dienstag von 16—17% Uhr. Die Beratungen sind unentgeltlich und streng vertraulich. Während der Sommerferien vom 18. Juli bis 21. August ist die Beratungsstelle geschlossen. Einzelne Veranstaltungen im Juli: Dienstag, 1. „Iii" Ausspracheabend über das Referat Dr. Löfflers „Sexuelle Fragen", Westendsynagoge, 20% Uhr. Mittwoch, 2. Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „Der Indizienbeweis" von Dr. Ernst Wolf, Heim, 21 Uhr. Dienstag, 8. „Iii" Vortrag über „Primitivreligionen" von Herrn Astheüner, Westendsynagoge, 20% Uhr. Mittwoch, 9. Jüdischer Jugendbund. Vortrag über .,Der Talmud" von H. Tschagner, Heim, 21 Uhr. Dienstag, 15. „Iii" Vortrag über „Islam" im Zyklus „Religionen", Westendsynagoge, 20% Uhr. Mittwoch, 16. Jüdischer Jugendbund. Musikalischer Abend, Heim, 21 Uhr. Dienstag, 29. „Iii" Vortrag über„Buddhismus" von Herrn Astheimer, Westendsynagoeg, 20% Uhr. Mittwoch, 30. Jüdischer Jugendbund. Generalversammlung, Heim, 21 Uhr. Bücherschau Jüdische Kunstdenkmäler in Preussen. Notizblätter No. 25 und 26 d. Gesellschaft z. Erforschung jüd. Kunstdenkmäler. Ffm. 1929. Die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler, die seit mehr als dreissig Jahren auf diesem Gebiet arbeitet, hat auch den Anstoss zur Denkmalsaufnahme bei den jüdischen Landesverbänden gegeben. Auf Grund einer von E. Toeplitz verfassten Denkschrift wird allerorten eine stille Arbeit verrichtet, von deren Erfolg, soweit sie Preussen betrifft, jetzt erstmalig eine Probe in den Notizblättern No. 25 und No. 26 der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler erscheint. Die Auswahl dieser mit zahlreichen schönen Illustrationen versehenen Probe ist so getroffen, dass möglichst aus jeder Provinz interessante und markante Beispiele angeführt werden. Als besonders beachtenswert erwähnen wir die schöne Elbinger Synagoge, den ältesten Sephardim-Friedhof Deutschlands in Altona, den Bestand an Geräten in Bonn, von ausführlicheren Berichten besonders Berneastel-Cues, Emden, Krefeld, Nauen. — Zu den vorliegenden Heften wurden die Fragebogen des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden benutzt, der ausserdem auch eine Druckbeihilfe gewährte. Der Natur eines Fragebogens entsprechend, sind die eingegangenen Antworten meist sehr kurz, teilweise nur summarisch geblieben. Aus diesen Angaben sollte, unter möglichster Innehaltung der ursprünglichen Form, ein kurzer, das Wesentliche umfassender, fortlaufender Text herausgearbeitet werden. Ueber diese Forderungen hinausgehende, kontrollierende oder einschränkende Eingriffe in die vorhandenen Angaben waren weder möglich, noch erwünscht; für das durch den Verband dargebotene Material tragen die Einsender die Verantwortung. Als Einsender gelten im allgemeinen die Gemeinden, die in der Ueberschrift genannt werden. Die Bearbeitung wurde vom Preussischen Landesverband Herrn E. Toeplitz, dem Kustos des Frankfurter Museums jüdischer Altertümer, übertragen, sie soll in umfassender Weise fortgesetzt werden. Walt her Steinthal: Dreyfus, Oesterheld & Co. Verlag, Berlin, 1930, 221 S. Bruno Weil: Der Prozess des Hauptmanns Dreyfus, Verlag Dr. Walter Rothschild, Berlin-Grunewald, 1930. VIIT, .258 S. Seit dem Erscheinen des auch in Frankfurt aufgeführten politischen Reportagestückes von Herzog und Rehfisch ist es um die „Affäre Dreyfus" wieder sehr laut geworden. Während die beiden Bücher von Steinthal und Weil vorgelegt werden, erscheinen bereits Pressenotizen über demnächstige Aufführungen eines Dreyfusfilms und einer Dreyfus-Oper. Das Buch von Steinthal wird durch ein Vorwort von Gustav Radbruch eingeleitet, das darauf hinweist, es handle sich bei dieser Angelegenheit nicht nur um ein Ereignis „aus dem unendlichen Prozess zwischen Staasraison und Gerechtigkeit", sondern „der Prozess Dreyfus hat für uns zugleich gegenwärtigste Zeitbedeutung". In der Tat zeigen beide Bücher nicht nur, weil sie spannend geschrieben sind, sondern weil ihr Gegenstand spannend genug ist, wie die Atmosphäre des politischen Prozesses immer ungefähr die gleiche ist und in ihr aus Gründen der Staatsloyalität das Schicksal eines Menschen in einer Weise gelenkt werden kann, die mit der Person selber, um die es sich handelt, gar nichts mehr zu tun hat. Beide Werke sind durchaus aus den Quellen gearbeitet, die ja heute im grossen und ganzen offen zutage liegen. Das Buch von Steinthal ist eine Biographie des unglückseligen Hauptmanns, die in knapper und gefasster Anordnung und, Sprache die wesentlichen Ereignisse ieinprägsam darstellt. Das Weilsche Buch hat grössere Ambitionen. Mit Bildern der wichtigsten Mitspieler ausgestattet, profiliert es die Figur von Dreyfus, Esterhazy, Zola und Jaures auch literarisch. Daneben aber bietet es als wichtige Ergänzung der bisherigen Literatur die Vorgänge auf der deutschen Seite, was ja erst in der Nachkriegszeit durch die grossen Aktenpublikationen des Auswärtigen Amtes möglich geworden ist. Wilhelm IL, der Pariser Militärattache von Schwarzkoppen, der alte Botschafter Graf Münster, aber auch Fürst Bülow treten handelnd auf und gestalten dieses Buch zu einem interessanten Beitrag zur Geschichte der deutschfranzösischen Beziehungen vor dem Weltkrieg. In beiden Werken wird nicht in enger Weise die ganze Dreyfus-Angelegenheit unter dem Gesichtspunkt des Antisemitismus betrachtet, sondern dieser als ein Symptom grösserer Zusammenhänge geklärt. Menschlich packend steht Dreyfus' Schicksal da, seine unerwartete Verhaftung, die schmachvolle Degradation, das Deportierten-

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