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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-07-01 · 11 (7.1930) · p. Seite 450

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
11 (7.1930)
Date
1930-07-01
Page
Seite 450 (sequence 22)
Language
German
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450 deten „Reichsverbandes der Schochtim" wurde G. Neustädter-Bad Kissingen gewählt. — Der berüchtigte nationalsozialistische Agitator Johannes Rebhan, welcher seinerzeit den jungen jüdischen Kaufmann Richard Kahn durch. Revolverschüsse getötet hatte, wurde zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten verurteilt. — Mülheim. Bei den diesjährigen Wahlen zur Repräsentaiitenversammlung der jüdischen Gemeinde war nur eine Liste aufgestellt. — München. In einer Resolution, welche der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" aus Anlaß seines 40jährigen Bestehens fasste, kam zum Ausdruck, dass der „Antisemitismus die sittliche Idee des Christentums, der Gerechtigkeit und Wahrheit verletze und eine Gefahr für den Bürgerfrieden im Inland sowie für das deutsche Ansehen im Ausland bedeute". — Seesen. Unter der Leitung des Vorsitzenden der Seesener Ortsgruppe des C. V., Harry Simon, vereinigten sich die Ortsgruppen und Vertrauensleute des Harzgebietes sowie die in den kleineren Harzorten lebenden Mitglieder zu einer Besprechung über die Massnahmen, welche zur Abwehr des auch in die Harzgegend stark eindringenden Nationalsozialismus zu ergreifen seien. — Weimar. Für den Gesetzentwurf über das Schächtverbot, dem das thüringische Staatsministerium in seiner Sitzung vom 5. VI. zustimmte, scheint im Landtag eine Mehrheit nicht vorhanden zu sein. — Wiesbaden. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit verbot der Polizeipräsident alle Veranstaltungen der Nationalsozialisten sowie jegliche Versammlungen, Demonstrationen und Umzüge dieser Partei. Amerika. In einem Memorandum erhob Felix M. Warburg in seiner Eigenschaft als Präsident des „Administrative Committee" der „Jewish Agency" 'Protest gegen die von der britischen Regierung angeordnete Suspendierung der 3500 Einwandererzertifikate und ersuchte um Aufhebung dieser Verordnung. — Anlässlich einer Veranstaltung zu Ehren Warburgs wurden 750 000 Dollar für Zwecke des „ A llied Jewish Campaign of America" gezeichnet. Aufgabe dieses „Jewish Campaign" ist es, in diesem Jahre die Summe von 6 Millionen Dollar für das Werk des „Joint Distribution Committee" in Osteuropa und das der „Jewish Agency" in Palästina aufzubringen. Uebriges Ausland. Amsterdam. Am 18. V. hielt die holländische Landeszentrale des Weltverbandes „Schomre Schabbos" ihre erste Tagung ab. — Belgrad. Ein der griechisch-orthodoxen Kirche angehörender Serbe hat in seinem kürzlich eröffneten Testament bestimmt, dass aus seiner Hinterlassenschaft eine Summe von 500 000 Dinar für jüdische Zwecke verwendet werde. — Bukarest. Die Thronbesteigung König Carols hat auch bei der jüdischen Bevölkerung Rumäniens freudige Begeisterung hervorgerufen. — Genf. Die Mandatskommission des Völkerbundes befasste sich in der Sitzung vom 6. VI. mit der Prüfung der Ursachen, welche zu den palästinensischen Unruhen im August 1929 geführt haben, sowie mit der Einwanderung von Juden nach Palästina und dem Bodenverkauf an jüdische Kolonisten. — Leningrad. Die von den Sowjetbehörden beschlagnahmte grosse Chorsynagoge wurde den Juden für gottesdienstliche Zwecke zurückgegeben. —London. Der Chefsekretär der Palästinaregierung Luke, welcher während der palästinensischen Unruhen des Jahres 1929 Amtsverweser des „High Commissioner of Palestine" war, ist zum stellvertretenden Gouverneur in Malta ernannt worden. — Der berühmte Shakespeare-Forscher und Professor der Literaturgeschichte an der Universität London, Sir Israel Gollancz, ist im Alter von 67 Jahren verstorben. — Am Montag, den 25. Juni wurde in London die Tagung der Politischen Kommission der Jewish Agency unter dem Vorsitz von Lord Melchett eröffnet. — Moskau. Der flat der Volkskommissare der Sowjetunion besdüoss, von nun an für eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden in der -Ukraine und in Weissrassland zu sorgen. — Nach einer Erklärung des Generalsekretärs des „Komitees für Landansiedlung der werktätigen Juden (KOMZET)" bedürfen etwa 580 000 Juden in der Ukraine der Unterstützung. — Nach einer offiziellen Statistik befinden sich gegenwärtig 14 468 Juden an den ukrainischen Hochschulen; das bedeutet * 25% der Gesamtstudentenzahl. — Die Zahl der jüdischen Arbeiter in der Ukraine beläuft sich augenblicklich auf 95 181; hiervon sind 52 618 industrielle Heimarbeiter. — Der jüdische Kommunist Mosei Ruchimowitsch wurde zum Volkskommissar für das Verkehrs- und Eisenbahnwesen der Sowjetunion gewählt. — Oxford. Für die Errichtung eines Lehrstuhles für internationale Beziehungen an der Universität Oxford hat Montague Burton aus Harrogate, einer der Führer des englischen Zionismus und Vizepräsident der englischen „Zionistischen Föderation" einen jährlichen Beitrag von 1520 Pfund gestiftet. — Paris. In der Versammlung, welche die „Internationale Liga zur Bekämpfung des Antisemitismus" zum Protest gegen die antisemitischen Ausschreitungen in Rumänien veranstaltete, wurde eine Resolution angenommen, in der gegen das jeder Zivilisation Hohn sprechende Treiben der rumänischen Antisemiten Verwahrung eingelegt wird. — Zur Erhaltung der religiösen Güter des Judentums und zur Förderung religiöser Erziehung wurde im Jahre 1919 die Gesellschaft „C h e m a Israel" gegründet. Diese Vereinigung hielt am 29. V. einen Kongress ab, der sich hauptsächlich mit der Sabbatfrage beschäftigte. — Parma. Der einer alten Berliner Familie entstammende Direktor des Staatsarchivs in Parma, Professor Ernianno Lövinson, der Verfasser des als jüdischer Reiseführer für Rom ausgezeichneten, im Kauffmann'schen Verlag erschienenen Buches „Roma Israelitica", wurde zum Oberintendanten des Staatsarchivs in Bologna ernannt. Lövinson, ein ausgezeichneter Kenner der Geschichte der Juden im allgemeinen und Italiens insbesondere, ist Mitarbeiter verschiedener deutsch-jüdischer Zeitungen und Zeitschriften. — Prag. Nach einer Statistik des Sekretariats der Jüdischen Gemeinde wohnen gegenwärtig in Prag 51952 Juden. Der Etat der Gemeinde beträgt für das Jahr 1950 im ganzen 1 810 000 Kc. 40 500 Kc. mehr als derjenige für das Jahr 1929. — Stockholm. Aus Anlaß des Namenstages des schwedischen Königs wurde Oberrabiner Dr. Markus Ehrenpreis, einer der Bahnbrecher der modernen hebräischen Literatur, zum Ritter des Nordsternordens befördert. — Warschau. Der „Allgemeine Jüdische Arbeiterbund in Polen (Bund)" hat beschlossen, sich der „Sozialistischen Arbeiter-Internationale" anzuschliessen. — Im Alter von 96 Jahren verschied am 5. VI. Abraham Zwi Perlmutter, der älteste Warschauer Rabbiner und Mitglied des ersten polnischen Sejm. .— Unter Teilnahme von 500 Delegierten und Hunderten von Gästen aus allen Teilen Polens findet in Warschau die 9. Konferenz der jüdischen Kreditgenossenschaften statt. M. Schalit berichtete, dass in Polen 528 Kreditgenossenschaften mit 204 591 Mitgliedern existieren. Die allgemeine Bilanzsumme beträgt rund 205 Millionen Zloty, die Summe der eigenen Kapitalien, nahezu 18 Millionen Zloty, die der Einlagen über 60 Millionen Zloty. — Riga. Die letzte Volkszählung ergab, dass gegenwärtig 94 600 Juden in Lettland leben; das sind 1500 weniger als im Jahre 1925. Der Prozentsatz der jüdiw£D-te Herren *Zf Wäsche nur noch in der FranMBr'erDampfwasc!iaBsiBlt„scnwaH" waschen und bügeln Unübertroffen saubere Ausführung. 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