Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 10 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- Seite 399 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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399 Die Frage ist nun: Wird künftig die E i n w a n d e r u n g^ aus dem Osten anhalten, aufhören oder sich verstärken? Die Wahrscheinlichkeit spricht für eine Fortsetzung dieser jahrhundertalten Rückwanderung der einst aus Deutschland gekommenen jüdischen Massen — in bestimmten Grenzen. Diese Grenzen sind gezogen durch die Einwanderungsschwierigkeiten, durch die Hemmungen, die gerade den religiösen Ostjuden vor der Abwanderung nach dem neumodischen Westen abhalten, ferner durch die wenig verlockenden wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland, durch die Möglichkeit der Auswanderung nach anderen Ländern wie Frankreich, wo sich eine grosse Judenansiedlung vollzieht und in beschränktem, immer beschränkterem Masse nach Uebersee. Das grösste Hemmnis aber ist vielleicht der Umstand, dass-auch, die Juden des Ostens schon seit geraumer Zeit ihre Kinderzahl stark beschränken und damit auch dort schon ähnliche bevölkerungspolitische Probleme wie bei uns am Horizont auftaudien. III. Massnahmen? Die bisherigen Ausführungen wollten zeigen, dass der Rückgang bei den deutschen Juden schon deshalb in der nächsten Zukunft kaum aufzuhalten ist, weil er keineswegs auf der kleinen Kinderzahl pro heutige Ehe allein beruht, sondern in weitgehendem Masse die Frucht der Vergangenheit ist, nämlich die Folge der geringen Kinderzahl vergangener Jahrzehnte. Die anderen Gründe: Austritte, vof allem aber Mischehen und niedrige Kinderzahl sind Funktionen unserer Zeit — Begleiterscheinungen unserer rationalistischen, emanziipierten und ungläubigen Gegenwart. Eine Heilung ist nicht denkbar, indem mau an den Symptomen herumkuriert, etwa durch Kinderprämien usw., (für die übrigens keine Mittel vorhanden wären). Wer da heilen wollte, müsste den Zeitgeist ausrotten. Wer sich dazu ausserstande fühlt — und das werden wohl die meisten sein — der muss ganz nüchtern und mutig die hier geschilderten Tendenzen und ihre Folgen von der wirtschaftlichen Seite betrachten und furchtlos die bitteren Folgerungen ziehen. Diese bestehen darin, dass aller Wahrscheinlichkeit nach für absehbare Zeit gerade die seither finanziell stärksten Angehörigen der jüdischen Gemeinschaft durch Kinderarmut, Austritte und Mischehen weiter dezimiert werden und ein genügend rascher Ersatz durch die etwa Einwandernden nicht gerade wahrscheinlich ist. Wer aber entweder aus religiösen Beweggründen oder aus Rassemotiven gewillt ist, durch Wort und vor allem durch Beispiel der selbstmörderischen Tendenz der deutschen Judenheit entgegenzutreten, der möge sich bei seinem lobenswerten und durchaus nicht aussichtslosen Streben nicht darüber täuschen, dass die Früchte günstigsten Falles N AU MANN5 KERNSEI FE 1MITGARA NTIE - STEMPEL EMj^JSr-fS^.fl^ #V I IX«-i ist das beste Waschmittel, für das es keinen Ersatj gibt. Für jeden Pfennig, den Sie das Stüde gute Kernseife mehr zahlen, sparen Sie ebensoviel Mark de/ Wäsche. Joti. Fucüs, Franklurl-M Oberlindau 17 .". Telefon 72130 liefert Gartenmöbel in Holz und Eisen. Gartenlauben, Spaliere, Kübel usw. Grabdenkmäler Ludäscher & Pitzer Frankfurt a. M., Eckenheimer Landstr. 201 Telefon: Zeppelin_542051 Ferdinand Breslau Rappstr. 6 Gegr. 1874 Zepp. 51528 /\ KOHLEN BRIKETTS KOKS HOLZ Alleinvertreter: WHl^f StCM Hegelstrasse 6 + Carolus 47501 Kostenlose Beratung in allen heizungstechnischen Fragen Gibst Du Deinen Zehnten für den Armen? Denkst Du an die vielen, die Arbeit suchen und nicht finden? Jüdische Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M. Langestr. 30 Postscheckk. 54893 Tel. Hansa 26531 Hauptgeschäftsstelle: Mannheim, P 7, 4 , Neue6reupen8tr. 7 / Leipzig, Brüderstr. 59 Mönchen, Ptlnganserstraße 64 " FradcfwrtaJyL, FehrgMe»146