Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 8 (1929-1930)
- Issue
- 9 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 374 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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374 von Frau Rosy Geiger-Kullmann. Die Weiherede hielt Herr Gemeinderabbiner Dr. ArnoldLazarus. Nach herzlichen Dankesworten für die Stifter und die ail die Jahre hindurch am Werk Tätigen erbat er für das neue Heim und seine Bewohner Gottes Segen. Hierauf übergab Herr Baumeister Willi Cahn den Bau seiner Bestimmung und schloss hieran eine kurze Uebersicht über den Bau, dessen Gesamtkosten sich auf RM. 195 000 beliefen, und seine Entwicklung. Der erste Vorsitzende des StiftungsVorstandes, Herr Albert Rothschild, übernahm das neue Gebäude und gab nach einer kurzen Begrüssung des Vertreters der Regierung und der Stadt, sowie der übrigen Delegationen eine eingehende Schilderung des Werdegangs der Stiftung. Er fand warme Dankesworte für alle Persönlichkeiten, die im Laufe der Jahre zum Wohl der Stiftung gewirkt haben. Zum Schluss übergab er die jetzigen Zöglinge der weiteren bewährten Leitung des Herrn Oberlehrers Elias Gut, der in kurzen Worten die Grundsätze seiner Erziehung auseinandersetzte, die zum Gedeihen der Kinder in Liebe und Freude wurzeln müsse. Für die Stadt sprach Herr Bürgermeister Graef Worte der Freude über die Errichtung des neuen Heims, das einen Lichtblick in trüber Zeit bedeute. Die Glückwünsche der Gemeindeverwaltung überbrachte Herr Sanitätsrat Dr. E 11 - 1 i n g e r, für den Schulrat des Philanthropins sprach Herr Dr. Richard Merzbach, als Leiter des Phiianthropins Herr Studiendirektor Dr. Driesen, für die drei Frankfurter Bne Brith-Logen Herr Dr. Max Salomon. An die Feier schloss sich eine Führung durch das neue Gebäude, bei der die hellen freundlichen Räume und die modernen hygienischen Einrichtungen allgemeine Bewunderung fanden. H. S. Schalit-Konzert. Rhythmus und heimliches Weben der hebräischen Sprache schwingt durch die Bibelübersetzung von Buber und Rosenzweig, wie durdi die sprachschöpferischen Uebertragungen des letzteren aus den Hymnen des grossen Dichters Jehuda Halevi. In diese Welt hat der in München wirkende jüdische Komponist Heinrich Schallt sich liebevoll versenkt und in Tönen wiedergegeben, was in lyrischer Schöne oder gewaltig wuchtend aus dem Buch der Bücher und den Versen grosser jüdischer Dichter zu uns spricht. Und so übten an dem am 25. März von den drei Bne-Brith-Logen veranstalteten Abend die dem grossen Hörerkreis gebotenen Schalitsehen Kompositionen eine tiefe Wirkung aus: alles lauschte ergriffen den Chor- und Sologesängen, aus denen ein Tonschöpfer nicht alltäglichen Formats, ein Meister grossen Könnens spradi. Wer der schlichten Lieblichkeit der biblischen Erzählung „Elieser am Brunnen" oder der hymnischen Sprachsdiwere eines Jehuda Halevi gerecht werden will, dem müssen die Töne aus tiefster Seele quillen, wie es bei Sdialit der Fall ist. Man merkt es seiner Musik an, dass seine Seele mit den von ihm gewählten Texten innig verbunden ist. Auch der kernigen Sprache Luthers (Uebers. aus Jesaia op. 49) und den Liedern Heines wird Schalit in jeder Weise gerecht. — Den Interpreten seinen Schöpfungen, dem bekannten hiesigen Baritonisten Benno Ziegler, der durch seinen geistig belebten Vortrag, wie durch die Schönheit seines in allen Lagen ansprechenden Organs die Hörer entzückte, dem bekannten Meistergeiger Adolf Rebner für die tonschöne Wiedergabe des „Jakobs-Lied aus Litauen" kann der Komponist für den Erfolg des Abends nur dankbar sein. Insbesondere aber trug zu diesem Erfolg Studienrat Frank Rothschild mit seinem kleinen Chor (Mitglieder des Chors der Westendsynagoge) bei, der eine hervorragende Leistung bot. Am Flügel setzte der Komponist selbst sich mit grosser Meisterschaft für sein Schaffen ein. F a b i s c h. Vorträge von Dr. Ernst Simon. Die Gesellschaft für jüdische Volksbildung veranstaltet am Montag, den 12. und Montag, den 19. Mai, abends 20% Uhr im grossen Saal der Frankfurt- Loge zwei Vorträge von Dr. Ernst Simon (Jerusalem) über „Probleme des modernen Palästina". Der erste Vortrag wird sich mit den politischen, der zweite mit den religiös-kulturellen Problemen befassen. — Karten sind zum Preis von RM. 1.50, 1.— und 50 Pfg. an der Abendkasse zu haben. Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V. Langestrasse 30 pt. Wir bitten, den neuen Telefonruf Hansa 261 62 zu beachten. Die Sprechstunde ist jetzt folgendermassen geändert: Gewerbliche und ungelernte Arbeitsuchende: Mont. u. Freit. von XA9—11 Uhr vorm. Dienst., Mittw. u. Donn. von K>9—12 Uhr vorm. Kaufmännisdie Arbeitsuchende: Mont. u. Freit. von 11—12 Uhr vorm. Mittwoch von 4—5 Uhr nachm. Berufsberatung wie bisher: Dienstag abends von 6—}48 Uhr ausserdem nach Voranmeldung. Es ist jetzt ein besonderer Warteraum für die Arbeitsuchenden vorhanden. Wir richten an alle Arbeitgeber die dringende Bitte, offene Stellen aller Berufe sowie Lehrstellen uns sofort zu melden. Wir haben dauernd grosse Auswahl an tüchtigen kaufmännischen Angestellten aller Branchen, sowie gelernten und ungelernten Arbeitern, Hilfsarbeitern aller Art. Auf Anruf Hansa 261 62 schicken wir Ihnen sofort Aushilfskräfte tage- und stundenweise für jede vorkommende Arbeit, ,wie Umzüge, Ausladen von Waggons, Beförderung von Pakeien und Kisten usw. In unserer Schreibstube werden Vervielfältigung«- und Druckaufträge aller Art, sowie Adressenschreiben prompt und billig ausgeführt. Jüdische Leihkasse E. V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung befindet sich Esdiersheimer Landstr. 29, 1. Stock. Gesdiäftsstunden: Dienstag und Donnerstag, nachmittags von 4—6 Uhr. Die Leihkasse bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden und Handwerkern Darlehen in mässigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen. Jugenddienst. Die Zentralstelle Jugenddienst (nachgehende Fürsorge) des Jüdischen Frauenbundes Frankfurt a. M. will alren alleinstehenden Jugendlichen eine beratende Helferin zur Seite stellen. Anfragen und Mitteilungen an die Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Langestr. 3, tragen zum Erreichen dieses Zieles bei. Sanatorium Emser Heilquelle. Dieses Heim mit ritueller Verpflegung für minderbemittelte jüdische Patienten (täglicher Pensionspreis 5 RM., Mai und September 4^ RM.) wird Anfang Mai wieder eröffnet. Möglichst frühzeitige Anmeldungen an den Vorsitzenden San.-Rat Dr. Nehab, Bad Ems. Warnung. Wir warnen vor einem Herrn Siegmund Lehmann, geb. 27. 11. 72 zu Bissigheim, der angibt, aus Heilbronn a. Neckar zu stammen und seit Jahren in Deutschland herumreist, um Geld zu sammeln. In letzter Zeit tauchte er wiederholt in Frankfurt a. M. auf und sprach auf Grund eines gefälschten ärztlichen Attests mit Sammellisten bei Privatleuten vor. Wir bitten bei Vorsprache die Sammelliste abzunehmen, uns Mitteilung zu machen und Herrn Lehmann keinerlei Unterstützung zu gewähren. Jüdische Wohlfahrtspflege. Abteilung Wanderfürsorge. Preussischer Landesverband jüdischer Gemeinden (Amtlich). Einrichtung eines Bezirksrabbinats. Der Landesverband hat seine Bemühungen um die Betreuung der rabbinerlosen Gemeinden in Preussen for gesetzt und den von ihm bisher schon eingerichteten Bezirksrabbinaten ein neues mit dem Sitz in Gross-Strehlitz (O./S.) hinzugefügt. Diese Gemeinde hat früher ein eigenes Rabbinat besessen; der letzte Inhaber war Herr Rabbiner Dr. Gross, der später in Augsburg amtierte. Sie ist nun, nachdem sie 50 Jahre verwaist gewesen, wieder Sitz eines Rabbinats geworden. Dem Bezirk sind weiter angeschlossen die Gemeinden der Kreise Guttentag, Kreuzburg, Rosenberg GrÖSSteS Spezialhaus SmSmmiSi Süddeutschlands für TEPPICHE GARDINEN MOD. INNENDECORATION 1. Neue Kräme 28-30 Besichtigen Sfe meine riesigen Schaupassagen (20 Fenster), sie zeigen Ihnen mehr wie jede Preis-Annonce.