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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-05-01 · 9 (5.1930) · p. Seite 373

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
9 (5.1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 373 (sequence 17)
Language
German
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373 Berlin, dieser Aufgabe unterzogen und nadi 30jähriger Arbeit die Uebersetzung fertiggestellt. Da dieses Werk jedoch angesichts der hohen Druckkosten der Gesamtheit nicht zugänglich gemacht werden konnte, erschien in diesem Jahr eine Volksausgabe, deren Studium hoffentlich zu grosserem Verständnis des Talmuds führen wird. Rabbiner Dr. .Neuhaus widerlegt sodann in klaren, leicht verständlichen Ausführungen die üblichen Verleumdungen, die von den Gegnern dauernd im Munde geführt werden, z. B. das Märchen vom Ritualmord, vom falschen Schwur usw. Redner unterstreicht, dass es unter uns Juden keine Verbrecher von Religionswegen gibt. Stürmischer Beifall der Zuhörer dankte dem Redner für seine vollendeten und interessanten Ausführungen. Der Leiter der Versammlung, Herr Dr. Max Mainzer eröffnete die Diskussion und bat besonders die Gegner, die zahlreich erschienen waren, sich zum Wort zu melden und sicherte ihnen Redefreiheit zu. Trotz dieser mehrmaligen Aufforderung konnte eine Aussprache nicht in Fluss kommen. Es wurden nur einzelne Fragen über Kabbala und jüdische Sexualethik gestellt, die der Redner in seinem Schlusswort beantwortete. L. L—r. Jewish Agency. Auf Einladung der Frankfurter Mitglieder des Council und des Initiativ-Komitees der Jewish Agency fand am 3. April im grossen Logensaal eine ausserordentlich stark besuchte Kundgebung statt mit dem Thema „W a s i st uns deutschen Juden Palästina Die Versammlung wurde von dem Vorsitzenden des Gemeindevorstands Justizrat Dr. Blau geleitet, der in seiner Eröffnungsansprache die unlösliche Verbundenheit des deutschen Juden mit seinem Vaterland, zugleich aber auch die Verpflichtung zur Mitwirkung an der Schaffung einer Heimstätte in Palästina hervorhob. In ähnlichen Gedankengängen bewegte sich das dann folgende Referat des Präsidenten des bayerischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer (München). Da er sich mit jeder Faser seines Herzens mit deutschem Wesen und deutscher Kultur verbunden fühle, müsse er zwar das nationale Programm des Zionismus ablehnen, aber dies schliesse keineswegs die Bindungen einer mehr als tausendjährigen jüdischen Geschichte aus, und zu diesen Bindungen gehöre auch die Teilnahme an dem grossen Werk in Palästina. Hierin liege kein Widerspruch, denn die Durchsetzung der jüdischen Eigenwerte und der deutschen Gesinnung finde ihren Zusammenklang in der harmonischen Persönlichkeit. Bei aller Fortdauer der weltanschaulichen Gegensätze müsse das in Zürich beschlossene Programm gemeinschaftlicher Arbeit am Aufbau Palästinas trotz aller Schwierigkeiten als eine Aufgabe unseres Geschlechts durchgeführt werden. In einer längeren Rede setzte sich sodann der Präsident des württembergischen Oberrats, Ministerialrat Dr. Hirsch (Stuttgart) mit den verschiedenen Einwendungen aussenpolitischer, innenpolitischer und wirtschaftlicher Art eingehend auseinander, die von deutschjüdischer Seite gegen das Pulästina-Werk erhoben werden. Aus den verschiedensten Gründen sei es gerade für die deutschen Juden im Interesse ihrer eigenen Geltung an der Zeit, zusammenzurücken und nicht abzurücken. Die sehr durchdachten und von ruhiger Sachlichkeit und warmem jüdischen Verantwortungsgefühl getragenen Ausführungen Dr. Hirschs waren besonders wirkungsvoll. Hierauf folgte eine von tiefer Begeisterung erfüllte Ansprache Dr. Martin Bubers. In geistvoller Ausdeutung der vier Menschengruppen der Pessach-Haggada Hess er vor der Versammlung das in Palästina bereits Geschaffene und seine Vision des dort sich formenden erstehen und verwies auf die drei in unserer Zeit hierzu gegebenen Einstellungen: den Arbeiter in Erez Israel, den Zionisten in der Diaspora und den neuen Kreis der Jewish Agency. In einer tiefen chassidischen Erzählung fand Buber den stärksten Appell an die Gebefreudigkeit der Versammelten. Mit Ansprachen des konservativen Rabbiners Dr. Hoffmann, des liberalen Rabbiners Dr. Salzberger und de*s Vorsitzenden schloss die überaus eindrucksvoll verlaufene Kundgebung, die dem Palästina-Gedanken unter den Frankfurter Juden zahlreiche neue Anhänger warb. Ortsgruppe des Jüdischen Friedensbundes. Die neugegründete Ortsgruppe Frankfurt a. Main des Jüdischen Friedensbundes (Vorsitzender Dr. Martin Buber) beginnt ihre Tätigkeit mit einer Aussprache über das Thema: „Weshalb brauchen wir einen jüdischen Friedensbund?" unter Leitung von Herrn Dr. Martin Buber, Montag, den 26. Mai 1930, 20 Uhr pünktlich, Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstr. 27. Die Teilnahme ist für alle Interessenten unentgeltlich. Ausstellung. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge teilt mit, dass er das Modell des Kriegerfriedhofs Roye- St. Gilles (Somme) und das drei starke Bände umfassende Ehrenbuch zum Gedächtnis der im Weltkrieg gefallenen Frankfurter der zur Zeit im Haus Werkbund, Platz der Republik, veranstalteten Ausstellung ,;Die deutsche Front" zur Verfügung gestellt hat. Flersheim- und Sichel-Stiftung. Am 6. April wurde das neue Heim der Stiftung in der Ebersheimstrasse 5 vor einem Kreis geladener Gäste festlich eingeweiht. Den musikalischen Rahmen bildeten gesangliche Darbietungen des Herrn Prof. Igersheimer, bsgleitet Rennbfllni-Caie-ReslfliirüDl Eröffnung Samstag, den 3. Mai Täglich ab 4 Uhr Künstlerkonzert u. Tanz Kalte u. warme Küche. Eigene Konditorei Privat-Auto steht zu jeder Zeit zur Verfügung. ftEEVEUFra EINE NEUE CK5ARRE IN FARBE UND QUALITÄT EINE SPITZENLEISTUNG FR /A - H O L X RT^G EGR-1SI»? iHÄdHuTBO SOI die Kupferbedachung der neuen Friedhofgebäude ausgeführt von TAllLWIiBKE KMOPfi A.G, Älteste und größte Spezialfabrik für Metallbedachung jeglicher Art, wie Kupfer, Tecuta, Aluminium, Zink

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