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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1930-05-01 · 9 (5.1930) · p. Seite 364

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
8 (1929-1930)
Issue
9 (5.1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 364 (sequence 8)
Language
German
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Aus der Geschichte der Gemeinde Statistik der Frankfurter Juden von den Anfangen bis zum Jahr 1866 Von I)r. Josef Unna. (Fortsetzung) Wie bereits oben erwähnt wurde, ist es in den meisten Fällen historisdier Statistik unmöglidi, eine Wanderungsstatistik aufzustellen. Für die Zeit bis 1500 bringt Bücher1) eine, wie er selbst andeutet, ganz unzuverlässige Liste der Herkunftsorte der Eingewanderten. Der Auswanderung gedenkt er überhaupt nicht. Zahl und Herkunftsort der Eingewanderten liest er aus den Steuerlisten und Rechenbüchern, in die die Angaben der in die Stättigkeit Aufgenommenen aufgezeichnet wurden. Eine Hauptschwierigkeit war für Bücher, daß häufig mehrere Generationen zusammen einwanderten, da in solchen Fällen immer nur der Haushaltungsvorstand gezählt werden konnte. Alle Mitglieder der Familie legten sich häufig den Namen ihres Herkunftsortes bei. Mit letzterer Tatsache ist der Vorteil verbunden, daß uns auf diesem Wege die Namen der Städte erhalten geblieben sind, aus denen die betreffenden Familien stammen. Abgesehen von den großen Rückwanderungen nach den vollständigen Vertreibungen der Juden wird uns zweimal von Einwanderungen größeren Stils berichtet, die beide im Laufe dieser Abhandlung schon erwähnt wurden. Es handelt sich um die im Jahre 1491 erfolgte Aufnahme eines großen Teils der aus Nürnberg vertriebenen Juden, die Schutz in Frankfurt suchten und um die im Jahre 1703 aus Mannheim Ausgewiesenen. Für die Zeit von 1500—1500 hat Bücher 229 eingewanderte Familien mit Herkunftsangabe gefunden. Dietz2) hat für 602 der 625 Familien, die er als Grundstock der Frankfurter jüdischen Bevölkerung rechnet, den Ort der Herkunft gefunden. Aus ausserdeutschen Gebieten stammen nach, ihm nur 45 Familien. Die meisten (80%) stammen aus den Nachbargebieten. 1) S. 591 st. 2) Stammbuch, 5. Teil, S. 352 ff. In ganz analoger Weise stellt Dietz die Auswanderun-, gen nach den Orten des Zieles der Wanderung geordnet auf. Einleitend bemerkt er zu diesem Kapitel, das bei ihm „Frankfurter Juden in der Fremde" betitelt ist, daß die Ermittlung der Angaben, die er macht, nur mehr oder weniger eine Sache des Zufalls gewesen sei. Die Quellen, aus denen er dies geschöpft hat, teilt er uns in diesen Kapiteln nicht mit. Auch dieser Teil der Statistik macht daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im ganzen zählt er 450 Auswanderer auf. Im Gegensatz zu den Orten, aus denen die Eingewanderten stammen, wo nur wenig außerdeutsche Orte in Betracht kommen, ist die überwiegende Mehrzahl nach außerdeutschen Orten abgewandert; es ist fast das umgekehrte Verhältnis. In Deutschland bleiben nur 15% all derer, die Frankfurt verließen. In der Hauptsache beginnen die Auswanderungen ins Ausland erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts. Gemäß der oben gegebenen Gliederung kommen wir nun zu der Frage der Eheschließungen. Als Quelle zur Berechnung der Ehehäufigkeit wurde bereits das „Judenbronnenrohr" angegeben, das auf Grund der Verordnung vom Jahre 1598 geführt wurde. Jedoch galt diese Vorschrift rückwirkend von 1595 an.3) Nach der Stättigkeit des Jahres 1616*) sollten jährlich nicht mehr als 12 Paare zur Verehelichung zugelassen werden. Aus dem Judenbronnenrohr läßt sich die~ Anzalil der Eheschließungen für die Jahre 1593—1717 berechnen. Es sind dort in manchen Jahren weniger, in vielen Jahren aber auch mehr als 12 Paare verzeichnet. Da dieses Judenbroiinenrohr aber ursprünglich nur ein Verzeichnis der für den „Judenbrönnen" eingegangenen Steuern darstellt, dürfen wir wohl annehmen, daß viele diese Steuer erst mehrere 3) Nach den Angaben von Sdiutlt (Anhang zur „alten Stättigkeit" S. 149 ff.) ist anzunehmen, daß in den Jahren J593/98 um die Ablösung, der Röhren des Springbrunnens mit 4 Goldgulden gekämpft wurde. Auf diese Weise ist auch die rückwirkende Kraft des Gesetzes bis zum Jahre 1593 zu verstehen. Daß der Rat diese Konzession machte, ist vielleicht auf Grund einer Bemerkung Kriegks (Geschichte von Frankfurt a. M. S. 478) zu erklären. Dort wird erwähnt, daß 1594 neue Röhren an dem springenden Brunnen auf dem Samstagsberge angebracht worden sind, die jedoch, weil sie nicht weit genug waren, im Winter zufroren. Siewurden deshalb bald wieder entfernt. 4) § 109. -4144$^lußßf^y! Abteilung I Allgemeine Fürsorge Unterstütrungen, Mietbeihilfen, Krankenhausfürsorge, Erholungsfürsorge Tel. Hansa'26240 Abteilung II Jugendfürsorge Kinderschutz, P f 1 e ge s l e 11 e n w e s e n, Erholungsfürsorge, Sammeivo rmundschaft Tel. Hansa 26631 Abteilung III Sonderfürsorge Sludenlenhilfe, Tuberkulosenfürsorge, Gefangenenfürsorge Tel. Hansa 26140 Abteilung IV Wanderfürsorge Unterkunft und Verpflegung der Durchwanderer, Ausgabe von Fahrkarten, Produktive Arbeitsfürsorge Tel. Hansa 26162 Jüdische Wohlfahrtspflege Langestraße 30 Postscheckkonto 54893 Fernsprecher Hansa 26531 MO Hanselmann-Kaisergarten gegenüber dem Opernhaus Künstlerkonzerte 4-12 Uhr 1 K X X J Joh. Fuchs, Fronklnri-M Oberlindau 17 .*. Telefon 72130 liefert Gartenmöbel in Holz und Eisen. Gartenlauben, Spaliere, Kübel usw. hr Heim braucht ft@ue I ■ Preiswerfe moderne TAPETEN m. passenden DEKORATIONSSTOFFEN UNOLEUM Wir schicken unsere Musterkarte unverbindi. ins Haus A. GUTHEIM Rofjmarkt 25 Tel. Hansa 25141 m Ferdinand Breslau Rappslr. 6 Gegr. 1874 Zepp. 51528 KOHLEN KOKS BRIKETTS HOLZ Alleinvertreter: Willy StCm Hegelsfrasse 6 + Carolus 47501 Kostenlose Beratung in allen heizungstechnischen Fragen

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